IWB

David Thiel verlässt die IWB, Verwaltungsratspräsident geht im Streit

Die Industriellen Werke Basel verlieren ihren CEO. David Thiel verlässt das Unternehmen. Der Verwaltungsratspräsident tritt ebenfalls ab. Der ehemalige SBB-Generaldirektor Benedikt Weibel übernimmt den Posten.

Peter Schenk
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David Thiel

David Thiel

stefan schuppli

Bei den Industriellen Werken Basel scheint es ordentlich gekracht zu haben. Neuer Verwaltungsratspräsident des Energie- und Wasserversorgungsunternehmens wird Benedikt Weibel. Er folgt auf Michael Shipton, der nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stand. Wie die IWB mitteilen, aufgrund «unterschiedlicher Auffassungen innerhalb des Verwaltungsrats in Führungsfragen».

«Die Differenzen wurden so gross, dass es nicht mehr weiter ging», sagte Regierungsrat Christoph Brutschin, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel-Stadt, am Mittwochmorgen auf einer Medienkonferenz. «Es gibt viele Veränderungen in der Energiebranche», ergänzte Mirjana Blume, Vizepräsidentin des IWB-Verwaltungsrats. Statt Infrastrukturunternehmen zu sein, solle die IWB sich zum Energiedienstleister, auch ausserhalb des Kantons, entwickeln. «Die Umsetzung der Strategie wurde kollektiv diskutiert. Ab Sommer 2017 gab es dabei Abnutzungserscheinungen», sagte Blume weiter.

Rücktrittsschreiben vom 26. September

Nach dem Rücktrittsschreiben von Shipton vom 26. September 2017 hatte Blume interimistisch seine Aufgaben übernommen. CEO David Thiel verlässt das Unternehmen ebenfalls, in «gegenseitigem Einvernehmen». Man sei zur Auffassung gelangt, dass es eine baldige und klare Zäsur brauche. Benedikt Weibel wird seine Tätigkeit am 1. November 2017 aufnehmen. Es habe einige Gespräche gebraucht, bis Weibel bereit war, sich zur Verfügung zu stellen, berichtete Brutschin, der sich froh über die Zusage zeigte. «ich habe schnell gemerkt, dass es nicht so viele Leute gibt, die dafür in frage kommen und auch Zeit hatten.« Weibel habe eine hohe Affinität zur Region.

Weibel ist bereits Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Rheinhäfen. Weil der Kanton Basel-Stadt nicht alleiniger Besitzer sei, gebe es keine rechtlichen Probleme, dass er zwei Mandate ausübe, betonte Brutschin. Weibel wird bis spätestens Ende 2018 sein neues Amt ausüben. «Seine Aufgabe wird sein, den Verwaltungsrat neu aufzustellen und eine Nachfolge für den CEO David Thiel zu suchen.» Dessen Aufgaben übernimmt ab 15. November Claus Schmidt, sein bisheriger Stellvertreter. Die Nachfolge von Thiel soll spätestens bis zur zweiten Jahreshälfte 2018 geregelt werden.

Insgesamt drei neue Mitglieder im Verwaltungsrat

Die Basler Regierung hat ausserdem den Verwaltungsrat der Industriellen Werke Basel (IWB) für die Amtszeit 2018 bis 2021 gewählt. Ende 2017 endet seine aktuelle Amtsperiode. Die Regierung hat Regula Dietrich und Stephan Renz neu in das Gremium gewählt. Dietrich hat vielfältige Erfahrungen in der Konsumgüterbranche und arbeitet derzeit bei Feldschlösschen. Der ETH-Ingenieur Renz macht in Basel Consulting in Energiewirtschaft. Die bisherigen Mitglieder Mirjana Blume, Monika Näf, Beat Jans und Rudolf Rechsteiner wurden für eine weitere Amtszeit bestätigt. Rechsteiner tritt deshalb zum 1. Januar 2018 aus dem Grossen Rat zurück. Nicht mehr im Verwaltungsrat sind Bernhard Madörin und Aeneas Wanner. «Das ist kein Votum gegen sie, sondern für die neuen Mitglieder», erklärte Brutschin. Der ehemalige SVP-Grossrat Madörin arbeitet als Treuhänder, der Umweltwissenschaftler Wanner ist amtierender GLP-Grossrat.

Bisher wurden drei der sieben Verwaltungsratsmitglieder vom Grossen Rat bestimmt. Neu ist für die Wahl ausschliesslich die Regierung zuständig. Die IWB haben 820 Mitarbeiter und laut Brutschin von 2012 bis 2016 350 Millionen Franken Gewinn gemacht.