Waisenhaus Basel

Das Waisenhaus möchte mehr Geld vom Kanton

Vergangene Woche hat die erste Verhandlungsrunde zwischen dem Bürgerlichen Waisenhaus und der Fachstelle Jugendhilfe des Kantons stattgefunden. Es geht um die finanzielle Abgeltung für die kommenden Jahre.

Christian Mensch
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Für eine bessere Betreuung brauche das Waisenhaus mehr Geld, so Hummler. (Archivbild)

Für eine bessere Betreuung brauche das Waisenhaus mehr Geld, so Hummler. (Archivbild)

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Es werden noch einige Gesprächsrunden folgen, denn die «Positionen liegen noch weit auseinander», sagt Waisenhausvater Uli Hammler (Bild). Eine Budgetierung für das kommende Jahr wird schwierig. Die Bürgergemeinde soll deshalb die Ende Jahr auslaufende Leistungsperiode um ein Jahr verlängern. Dies beantragt der Bürgerrat (Exekutive) beim Bürgergemeinderat (Legislative).

Nominell schreibt das Waisenhaus seit 2017, dem Anfang der Leistungsperiode, tiefrote Zahlen. Dies ist allerdings kalkuliert. In den Vorjahren hatte die Sozialinstitution derart Gewinne erzielt und Reserven angelegt, die der Kanton als Subventionsgeber nicht mehr zu akzeptieren bereit war. Im vergangenen Jahr mussten 485000 Franken für eine ausgeglichene Rechnung aus diesen Schwankungsreserven entnommen werden. Nun ist das Polster abgebaut.

Die Kinder bringen einen «heftigen Rucksack» mit

Dass der Kanton künftig auf das Malus-System verzichtet, ist an sich unbestritten, das Waisenhaus möchte jedoch darüber hinaus mehr Geld. Hammler begründet: In den vergangenen zwei Jahrzehnten sei viel in prophylaktische und auch in ambulante Massnahmen zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen in schwierigen Situationen investiert worden. «Das stationäre Angebot ist dabei etwas vergessen worden.»

Ambulante Massnahmen haben zwar vielfach einen Heimaufenthalt verhindern können, doch dadurch habe sich der Mix der Kinder verändert, die nun im Heim untergebracht sind. Konnten sich diese früher eher noch in einer funktionierenden Gruppe integrieren, so würden nun die meisten von ihnen aus ihren Familien «einen heftigen Rucksack» mitbringen, sagt Hummler.

In der Betreuung stimme deshalb der Stellenschlüssel nicht mehr. Mehr und andere Qualifikationen müssten die Mitarbeiter des Waisenhauses mitbringen. Das kostet. Doch dafür fehle derzeit das Geld.