Unfall am Bahnhof SBB

Das grosse Aufräumen: Nach dem Chaos läuft am Basler Bahnhof SBB fast alles wieder in der Spur

Auch am Tag nach dem Zugunglück war noch nicht klar, wie der ICE entgleisen konnte. Der Bahnbetrieb funktionierte aber weitgehend. Auf den Gleisen 1 bis 7 verkehrten auch am Donnerstag keine Züge. Die SBB versuchte das Pendlerchaos mit zahlreichen Extrazügen abzufedern.

Benjamin Rosch
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Zug-Entgleisung in Basel Nach dem Unfall am Mittwoch werden auch am Freitag noch die Gleise und Weichen repariert.
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Zug-Entgleisung in Basel
Vor dem Basler Bahnhof SBB ist ein Zug entgleist
Zug-Entgleisung in Basel Die SBB hoffen, dass ab Samstag wieder Normalbetrieb im Basler Bahnhof SBB herrscht.
Zug-Entgleisung in Basel
Zug-Entgleisung in Basel Der Grund des Unfalls ist auch zwei Tage danach noch unklar.
Zug-Entgleisung in Basel
Zug-Entgleisung in Basel Die entgleisten Wagen wurden am Donnerstag wieder auf die Schienen gestellt.
Zug-Entgleisung in Basel Wagen des ICE-Zuges werden am Donnerstag geborgen.
Kein alltägliches Bild: Ein Schienenkran wird herbeigefahren.
Zug-Entgleisung in Basel Ein Wagen des ICE-Zuges wird am Donnerstag geborgen.
Zug-Entgleisung in Basel Wagen des ICE-Zuges werden am Donnerstag geborgen.
Die Aufräumarbeiten bei der Unfallstelle am Donnerstag.
Die Arbeiten blockierten auch am Donnerstag mehrere Gleise.
Der Zug wird mit einem speziellen Kran von den Schienen gehoben.
Der entgleiste Zug ist halb abgebaut
Sprecherin Franziska Frey stellte sich den zahlreichen Medienvertretern.
Der Bahnhof Basel am Donnerstag Morgen.
Der Bahnhof Basel am Donnerstag Morgen.
Der Bahnhof Basel am Donnerstag Morgen.
Der Bahnhof Basel am Donnerstag Morgen.
In Basel ist ein ICE der Deutschen Bahn entgleist.
Drei Wagen eines deutschen Intercity Express-Zuges waren nach SBB-Angaben bei einer Weiche auf der Bahnhofsausfahrt aus den Schienen gesprungen.
Corpus Delicti: Das touchierte Einfahrtssignal.
Der entgleiste ICE drückte einen Signalmast gegen die Fahrleitung, was zu einem Stromausfall führte.
Der Zugang auf die betroffenen Gleise 5 und 6 war von der südlichen Querverbindung zwischen Postbau und Gundeli mit einem gelben Band «Polizeiliche Sperrzone» geschlossen.
Überall gestrandete Pendler: Der Bahnhof SBB war für eine Zeit lang komplett gesperrt.
Zahlreiche SBB-Beschäftigte, mit ihren gelben Westen als Auskunftpersonen kenntlich gemacht, wurden belagert.
Es herrschte Chaos.
Das Informations-Personal hatte alle Hände voll zu tun.
Viele Züge wurden umgeleitet oder fielen komplett aus.
Einsatzfahrzeuge der Sanität vor dem Basler Bahnhof SBB.
Verletzt wurde jedoch niemand.

Zug-Entgleisung in Basel Nach dem Unfall am Mittwoch werden auch am Freitag noch die Gleise und Weichen repariert.

Kenneth Nars

Bei Tageslicht betrachtet, lässt sich bald feststellen: Ein spektakulärer Unfall ist es nicht, auch wenn zahlreiche Arbeiter in orange über die Gleise wuseln. Eigentlich sieht die Stelle selbst gar nicht nach einem Unfall aus. Drei Waggons sind aus den Schienen gesprungen. Wenig deutet daraufhin, welche immense Kräfte auf das Rollmaterial gewirkt haben müssen, um Tonnen aus Stahl aus ihrem geordneten Weg zu bewegen. Den alltäglichen Bereich der Physik verlassen haben auch die Massnahmen, die zum Beheben der Entgleisung nötig sind: Ein Schienenkran hebt die Waggons ein wenig in die Höhe. Die in ähnlichen Situationen verwendeten Hydraulikzylinder konnten die Arbeiter hier nicht anbringen, zu wenig Platz.

Die Arbeiten begannen um Viertel vor zehn Uhr morgens. Erst musste die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) die Unfallstelle freigeben. Diese hat eine Untersuchung eingeleitet. Nach wie vor ist unklar, warum der Zug aus Hamburg die Schienen verliess. Vor den Medien konnte sich Edgar Renz am Donnerstag darauf keinen Reim machen: «Es handelt sich hier um neue Anlagen, die erst im September ersetzt wurden», sagte der Basler Leiter Instandhaltung der SBB. Sprecherin Franziska Frey mochte über mögliche Ursachen nicht spekulieren. Auch die Schadenssumme liesse sich noch nicht beziffern. Gemäss Renz seien auch Schäden an «diversen Weichen» erkennbar.

«Extrazüge im Einsatz»

Auf den Gleisen 1 bis 7 verkehrten auch am Donnerstag keine Züge. Für die Passagiere bedeutete dies den Ausfall mehrerer Verbindungen, auch nach Bern oder Zürich Flughafen. Internationale Verbindungen fuhren ab Badischem Bahnhof. Die SBB versuchte das Pendlerchaos mit zahlreichen Extrazügen abzufedern. «Der Fahrbetrieb läuft reduziert», sagte Frey am morgen. Wie lange, liess sich noch nicht abschätzen, doch sei «bis Betriebsschluss» mit Unregelmässigkeiten zu rechnen. Die Bergungsarbeiten dauerten bis am Donnerstagabend an.

Drei Waggons des einfahrenden ICE aus Hamburg waren am Mittwoch kurz vor 17 Uhr entgleist. Rund 500 Passagiere verliessen den Zug durch die vorderen Wagen aufs Perron; verletzt wurde niemand. Ein Waggon hatte aber einen Signalmast auf eine Fahrleitung gekippt, was einen Kurzschluss auslöste. In der Folge stand der ganze Bahnhof zwei Stunden still. Die Bewältigung der Ströme gestrandeter Pendler und Reisender wurde im Übrigen noch von einem ungeschickt auf dem Centralbahnplatz abgestellten zivilen Fahrzeug der Rettung Basel-Stadt ausgebremst: Dieses stand mehreren Tramlinien im Weg, die deswegen gut eine halbe Stunde statt via Bahnhof SBB via Heuwaage fuhren.