BScene geht mit Hummeln im Hintern ins 16. Jahr

Sie ist eine jener 16-Jährigen, die nicht stillsitzen können: Die BScene. Geht es nach den Organisatoren, soll das Basler Clubfestival das auch nicht lernen. Dieses Wochenende findet es statt und wartet wie jedes Jahr mit Veränderung auf.

Leif Simonsen
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Die Kuppel ist eine der wenigen Grossbasler Clubs an der BScene.

Die Kuppel ist eine der wenigen Grossbasler Clubs an der BScene.

Zur Verfügung gestellt

«Wir müssen immer in Bewegung bleiben, sonst wird es langweilig: für das Publikum genauso wie für die Bands», sagt der Medienverantwortliche Adrian Sennrich. Dass die BScene den Stillstand nicht kennt, dafür will sie am kommenden Wochenende den Beweis antreten - wenn auf den hiesigen Bühnen wieder gerockt wird.

Genau genommen hat sich die BScene aber zurückentwickelt. Im letzten Jahr war das Menü noch reichhaltiger, was die Club-Auswahl anging. An vielen Orten wurde nur an einem Tag gespielt. Die BScene offerierte den Besuchern gewissermassen den Freitag im Kleinbasel und den Samstag im Grossbasel.

Mehraufwand umgehen

Als gescheitert will Sennrich die Aufteilung nicht bezeichnen. Er selber empfand sie sogar als Bereicherung. Nur: Den Mehraufwand wollte sich die BScene-Crew, die nicht nur an diesen zwei Tagen fast an ihre Grenzen kommt, ersparen. Statt mit - wie jetzt - neun mussten die Organisatoren im vergangenen Jahr mit 14 Clubs verhandeln. Wo nicht vorhanden, mussten sie mit der nötigen Technik ausgestattet werden. Und schliesslich stand am Samstag der grosse Umzug vom Kleinbasel ins Grossbasel an.

Daher hat man sich nun entschlossen, wieder zurück zu den Wurzeln zu kehren. Fast zumindest: Denn die Zeichen stehen weiter auf Professionalisierung. Neben einem stets wachsenden Budget arbeiten mittlerweile 100 Helfer, 8 OK-Mitglieder und ein Angestellter mit 50-Prozent-Pensum für die BScene. Jährlich bricht das Clubfestival den eigenen Zuschauerrekord - im letzten Jahr strömten über die zwei Tage 8500 Zuschauer zu den Konzerten zwischen Kuppel, Alter Zoll, Volkshaus und Voltahalle.

Grosse Abwesende

Heuer sind die Wege kürzer. «Wir haben uns auf das Kleinbasel konzentriert», sagt Sennrich. Er spricht von einem «Teil des Konzepts», dass das Publikum jederzeit das Lokal wechseln kann, ohne viel Zeit zu verlieren. Deswegen haben sich die BScene-Organisatoren auch dazu entschlossen, den beliebten Hinterhof auf dem Dreispitz nicht mit ins Boot zu holen. Bereits die Kuppel an der Binningerstrasse befinde sich «fast zu weit weg», wie Sennrich sagt.

Einige der bekanntesten Formationen aus der Region haben sich in diesem Jahr nicht beworben. Schwellheim, die Reggae-Publikumslieblinge aus Allschwil, gönnen sich nach drei Auftritten in den letzten drei Jahren eine Pause. Ebenfalls nicht um einen Startplatz beworben hat sich die derzeit wohl hippste Basler Band Bianca Story - ein Auftritt am Basler Musikfestival würde derzeit nicht in die Karriereplanung passen, mutmasst Sennrich.

Renommierte Anwesende

Neben den prominenten Abwesenden gibt es aber nicht minder prominente Anwesende. Über fehlende Arbeit kann sich die Jury nämlich auch in diesem Jahr nicht beklagen: Fast 300 Bands bewarben sich, 68 wurden ausgewählt - das Angebot reicht von Hip Hop über Rock bis hin zu Jazz. Und nicht nur junge, aufstrebende Bands sehen die BScene als Chance.

Auch renommiertere Formationen wie Brandhärd, die am Samstag in der Reithalle der Kaserne spielen, sehen eine gute Gelegenheit, sich einem «gemischten Publikum zu präsentieren», wie Brandhärd-Mitglied Stefan Fierz sagt. Denn am Samstag spielt die Gruppe nicht vor der üblichen Fanbasis, sondern vor einer heterogenen Festivalschar - also potenziellen neuen CD-Käufern. Trotzdem steht für Fierz im Vordergrund, «zu einer tollen Zeit an einem guten Ort spielen zu dürfen».

Schlaflose Nächte

Schlaflose Nächte wird der 31-jährige Routinier vor dem Kasernen-Gig dennoch nicht haben. Das ganz im Gegensatz zu den BScene-Organisatoren: Materialkisten packen, die Kassencontainer in Empfang nehmen, den Wechsel von Soundcheckzeiten organisieren und Presseanfragen beantworten halten das Organisationskomitee bis zum Festivalbeginn auf Trab.

Und viel gemütlicher wirds auch am Wochenende nicht, wenn die Basler Jugend zu Tausenden in die Clubs strömt. Stillsitzen aber: Das wäre ohnehin nichts für die BScene.