Hochspringerin

Briefe für Tokio : Diamantene Überraschung

Salome Lang
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Salome Lang bekam plötzlich eine Nachricht des offiziellen Instagram-Accounts des Diamond League Meetings von Monaco: «Hello Salome». (Symbolbild)

Salome Lang bekam plötzlich eine Nachricht des offiziellen Instagram-Accounts des Diamond League Meetings von Monaco: «Hello Salome». (Symbolbild)

Keystone/AP/VINCENT YU

Nach der Absage der Olympischen Spiele in Tokio und der Europameisterschaft in Paris waren wir uns am Anfang nicht sicher, ob überhaupt eine Saison stattfinden wird. Die Unsicherheiten waren sehr gross und dementsprechend in gewissen Phasen die Motivation eher klein. Für was der ganze Aufwand, wenn wir schlussendlich doch keine Wettkämpfe bestreiten können?

Trotzdem haben wir, so gut wie es ging, trainiert. Ein wenig Hoffnung auf ein paar Wettkämpfe in der Schweiz war noch da. Nach einer kurzen Pause aufgrund von Knieproblemen konnte ich mit meinem Team dann Mitte Mai wieder auf die Sportanlagen und auf einmal wurden die ersten Wettkämpfe angesagt. Für mich kamen die aber damals noch zu früh.

Das Ziel lautete zuerst: Form aufbauen und dann im August/September noch ein paar Wettkämpfe in der Schweiz absolvieren. In diesem Moment hätte ich nie daran gedacht, dass ich noch in diesem Sommer mein erstes Diamond-League-Meeting im Ausland bestreiten darf. Obwohl die ersten Wettkämpfe mehr schlecht als recht waren, bekam ich plötzlich eine Nachricht des offiziellen Instagram-Accounts des Diamond-League-Meetings von Monaco. In der Nachricht stand: «Hello Salome». Ich dachte noch zuerst an einen Fake-Account. Doch das war es nicht. Die offizielle Einladung folgte kurz darauf. Eine grosse Ehre, denn dort dürfen nur die Besten der Welt starten. Die Vorfreude war riesig.
Offiziell durften wir keine Trainer mitnehmen, doch es wurden Tickets verkauft. So habe ich alles organisiert, damit mein Trainer mitkommen kann. Doch ich realisierte: Eine Übernachtung in Monaco ist sehr teuer. So schlief mein Trainer in Nizza reiste von dort mit dem Zug nach Monaco.

Ich war sehr nervös, da ich an den vorherigen Wettkämpfen nicht die erwünschten Leistungen erbracht hatte. Ich hoffte auf einen Exploit in Monaco. Leider stimmte auch hier das Timing bei den Sprüngen noch nicht ganz. So war die Höhe mit 1,84 Meter zwar etwas enttäuschend. Doch das reichte für den geteilten vierten Rang, mit dem ich sehr zufrieden bin. Und vor immerhin 5000 Zuschauern gab es wieder einmal ein richtiges Wettkampfgefühl.

Einen Tag nach dem Wettkampf wollte ich noch an einem Schweizer Anlass starten. Der Rückflug landete um 9 Uhr, es hätte zeitlich also gepasst. Doch nach dem Anlass in Monaco lag ich bis 2 Uhr morgens wach im Bett. Adrenalin? Nervosität? Freude, in Monaco zu sein? Ich weiss es nicht. Wir strichen jedenfalls den Wettkampf in der Schweiz.

Nun geht es nochmals darum, in den nächsten vier Wochen bis zur Schweizer Meisterschaft in Basel möglichst gut an meiner Technik zu arbeiten, um dann hoffentlich nochmals eine gute Leistung zu zeigen.