Bebauungsplan

Basler Planungskommission will Einsprachen gegen Neubauprojekte von Roche ablehnen

Das geplante 205 Meter hohe Bürohochhaus sowie weitere Hochbauten auf dem Areal des Basler Pharmakonzerns Roche stossen bei der Bau- und Planungskommission des Basler Grossen Rates auf keine Einwände. Zu den Fuss- und Fahrradwegen dagegen unterbreitet das Gremium eigene Vorschläge.

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Roche-Turm und Grenzacherstrasse

Roche-Turm und Grenzacherstrasse

Kenneth Nars

Das geplante 205 Meter hohe Bürohochhaus sowie weitere Hochbauten auf dem Areal des Basler Pharmakonzerns Roche stossen bei der Bau- und Planungskommission des Basler Grossen Rates auf keine Einwände. Zu den Fuss- und Fahrradwegen dagegen unterbreitet das Gremium eigene Vorschläge.

In ihrem am Freitag veröffentlichten Bericht zum Bebauungsplan für das Nordareal der Roche begrüsst die Bau- und Planungskommission (BRK) des Basler Grossen Rates die langfristige Arealentwicklung als Bekenntnis des Pharmakonzerns zum Standort Basel. Die zusätzliche Verdichtung werde aber zu einer weiteren massgeblichen Veränderung des ganzen Stadtbildes führen.

Der Bebauungsplan für das Nordareal berücksichtige die besondere Lage in einem Wohngebiet, schreibt die BRK. Bei der Wettsteinallee blieben die Auswirkungen der Bebauung auf die Nachbarschaft begrenzt. Die grösste Verdichtung erfolge im Zentrum des Areals.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht die BRK bei der Rheinuferpromenade. Kurzfristige Aufwertungen sicherte die Roche bereits zu. So soll das bestehende Gasflaschenlager im Solitude-Park abgebrochen werden. Dies führt laut Roche zu einer Entspannung der Verkehrssituation.

Die BRK will aber die "guten Absichten" in einer verbindlichen Form und zeitlich definiert im Bebauungsplan aufführen. Demnach soll in einem Zusatz festgehalten werden, dass die Solitude-Promenade zwischen Schwarzwaldallee und Stachelrain auszubauen sei, damit der Langsamverkehr ohne Engpässe zirkulieren könne.

Spätestens nach der Erstellung des neuen Forschungszentrum sei die gesamte Solitude-Promenade umzugestalten, heisst es weiter. Die Kommissionsminderheit vertrat die Ansicht, dass dieser Ausbau ohnehin realisiert werde und deshalb nicht speziell erwähnt werden müsse.

Besucherkonzept für Hochhäuser

Die BRK schätzt die Mehrwertabgabe auf 20 bis 40 Millionen Franken. Diese werde etappenweise - für jeweils realisierte Neubauten - anfallen. Die BRK diskutierte auch die öffentliche Zugänglichkeit der beiden Hochhäuser. Laut Roche sei dies nicht möglich. Das Unternehmen wolle jedoch ein Besucherkonzept mit Führungen an Wochenenden erarbeiten, heisst es im Bericht.

In 89 Einsprachen kritisieren vor allem Nachbarn die Erschliessung des Areals und die neuerliche Belastung wegen der Bautätigkeit. Die BRK hält dazu fest, dass der Konzern mit Nachbarn bereits über Entschädigungen diskutiert habe. Die Kommission beantragt, alle noch bestehenden Einsprachen abzuweisen.

Zum Thema Verkehr verfasste Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK) einen Zusatzbericht. Die geplanten Mobilitätsmassnahmen gehören nicht zum Bebauungsplan. Trotzdem erläutert die Regierung im Ratschlag Massnahmen des Kantons und von Roche zur besseren Erschliessung des Areals. Ein Mobilitätskonzept der Roche stuft die UVEK als vorbildlich ein.

Ein geplantes provisorisches Parkhaus an der Schwarzwaldallee soll laut der UVEK nur während acht statt 15 Jahren betrieben werden können Dies soll in den Grossratsbeschluss zum Bebauungsplan einfliessen. Mit Stichentscheid des Vizepräsidenten der BRK beschloss diese aber, dass das Parkhaus während zehn Jahren benutzt werden soll. Das Provisorium ist noch nicht bewilligt.

Die Roche plant auf dem Nordareal entlang der Grenzacherstrasse mehrere 18 bis 132 Meter hohe Bauten für ein Forschungszentrum. Zudem soll ein 205 Meter hohes Bürogebäude entstehen, welches den im vergangenen September eingeweihten "Bau 1" um 27 Meter überragt. Jener ist mit 178 m das derzeit höchste Gebäude der Schweiz.

Den Entwicklungsplan hatte der Konzern mit den Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron ausgearbeitet. Roche will drei Milliarden in diesen Ausbau des Hauptsitzes investieren.