Corona-Virus
Aufregung in Mulhouse: Erneutes Treffen in Freikirche

Mehrere Autos am Sonntagmorgen auf dem Parkplatz der evangelischen Freikirche «Porte ouverte chrétienne» in Mulhouse führten zu empörten Stellungnahmen der Anwohner in den sozialen Netzwerken.

Peter Schenk
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Erneutes Treffen in Freikirche in Mulhouse sorgt für Empörung. (Archivbild)

Erneutes Treffen in Freikirche in Mulhouse sorgt für Empörung. (Archivbild)

Keystone (18. März 2020

Dies berichtet die Zeitung «Dernières Nouvelles d’Alsace» in ihrer aktuellen Ausgabe.
«Ist das normal, dass sie sich treffen können, während hier der Anfang der Ansteckung liegt?», wird eine empörte Frau auf Facebook zitiert. Ein mehrtägiges religiöses Treffen von Mitte Februar mit 2000 Teilnehmern gilt als wichtiger Ausgangspunkt für die Ausbreitung des Corona-Virus. Eine andere Frau beklagte sich per Mail: «Wir werden gebüsst und müssen mit unseren Kindern zu Hause bleiben, während man privilegierten Personen erlaubt zusammenzukommen.»

Die kritischen Kommentare sind auch darauf zurückzuführen, dass die Präfektur ab Samstagabend im Departement Haut-Rhin die Ausgangssperre verschärft hat, in Mulhouse gilt ab Sonntagabend zwischen 21 Uhr und 6 Uhr ein striktes Ausgangsverbot, das kaum mehr Ausnahmen vorsieht. Michèle Lutz, Maire von Mulhouse, bezeichnete die kritischen Stimmen gestern in einer Medienmitteilung als «legitim».

Auf Facebook weist die Kirche darauf hin, dass sich das Treffen auf zehn Personen samt Techniker beschränkte. Sie nahmen einen Gottesdienst auf. Erlaubt gewesen wären am Sonntag 20 Personen. Damit sich die «Aufregung wieder legt», informiert die Kirche, dass die nächsten Gottesdienste bei zwei Pastoren zu Hause aufgenommen werden. Bürgermeisterin Lutz betonte, dass künftig Aufzeichnungen aus Kirchen nicht mehr mit mehreren Personen stattfinden dürfen.

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