Syrienkonflikt

Anschlag auf Auto: Basler Linksautonome nehmen Mercedes ins Fadenkreuz

Der Syrienkonflikt bewegt auch in der Region. Seit Beginn der Kampfhandlung fanden mehrere Demonstrationen statt. Dabei kam es auch mehrfach zu Schmierereien. Einer kleineren Gruppe von Linksautonomen scheint dies nicht mehr zu genügen. Auf einschlägigen Seiten werben sie gezielt mit Sachbeschädigung.

Jonas Hoskyn
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Linksextreme haben in der Kestenholz-Garage ein Auto mit Parolen besprayt. (Symbolbild)

Linksextreme haben in der Kestenholz-Garage ein Auto mit Parolen besprayt. (Symbolbild)

Keystone

Konkret wurde offenbar die Kestenholz-Garage beim St. Jakob-Stadion Opfer eines Anschlags. In einem Video, das auf einschlägigen Seiten kursiert, ist zu sehen, wie die Täterschaft Autos und die Scheiben der Filiale mit Parolen besprayen. Kestenholz wollte sich auf Anfrage nicht äussern.

Ihre Aktion begründen die Linksautonomen damit, dass die türkische Armee Lastwagen der deutschen Marke Mercedes in ihrem Bestand hat. Die Sachbeschädigungen seien ein «Angriff auf einen Kriegsprofiteur» gewesen, so die Erklärung im Video. Im Begleittext wird online unverblümt zu weiterer Sachbeschädigung aufgerufen.

Parallelen zu Anschlagsserie gegen Baufirmen

Die Tat erinnert an die Anschlagsserie im Zusammenhang mit dem Neubau des Ausschaffungsgefängnisses Bässlergut. Seit März 2017 wurden mehrere involvierte Baufirmen Opfer von Anschlägen. Innert eines Jahres sammelten sich über 60 Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft an: Es geht um Sachbeschädigung, Brandstiftung, Nötigung und öffentliche Aufforderung zu Verbrechen. Im Zusammenhang mit dem Verfahren kam es zu Hausdurchsuchungen.

Unklar ist, ob anlässlich des Syrienkonflikts nun noch weitere Firmen ins Visier der Linksautonomen geraten und eine vergleichbare Serie zu erwarten ist. Die Staatsanwaltschaft gibt sich auf Anfrage bedeckt: «Wir äussern uns grundsätzlich nicht zu allfälligen hängigen Strafverfahren», sagt Sprecher René Gsell.

Schokoladen-Laden und Bankautomaten als Ziele

Allerdings brauchen die Linksautonomen oftmals gar kein wirklich nachvollziehbares Motiv für die Sachbeschädigungen. Vor kurzem brüsteten sich Unbekannte im Internet damit, dass sie bei einer Reihe von Bankomaten die Bildschirme versprayt oder eingeschlagen haben. Begründung: «Rebellion gegen diese Welt des Geldes und der Autorität».

Zuvor war auf eine Filiale der Schokoladen-Firma Läderach ein Stink-Anschlag mit Buttersäure verübt worden. Dies, weil die Eignerfamilie sich stark gegen Abtreibungen einsetzt. Und mit Verweis auf das «postkoloniale, rassistische Erbe» der Schokoladenindustrie, so das Bekennerschreiben.