Abfall
Abfall-Chaos auf der Basler Touri-Route: Stadtreinigung reagiert nicht

Beim Eingang zum Garten der Alten Universität sieht es bei schönem Wetter teilweise übel aus. Doch der Basler Stadtreinigung seien keine Fälle von Überfüllung und Verschmutzung der Umgebung bekannt.

Rahel Koerfgen
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Müll in Basel
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Abfall in Basel Birsigstrasse, überquellender öffentlicher Mistkübel
Abfall in Basel
Abfall in Basel
Abfall in Basel
Abfall in Basel

Müll in Basel

Martin Toengi

Die Schweiz steht für Berge, Schoggi, Käse – und Sauberkeit. Basel gehört laut einer Umfrage von Schweiz Tourismus zu den saubersten Städten unseres Landes. Umso erstaunter müssen Touristen sein, die in den vergangenen Wochen den Rheinsprung rauf- oder runterspazierten.

Der Abfallkübel beim Eingang zum Garten der Alten Universität quillt regelmässig über; Anwohner berichten, dass sich an warmen Tagen, an denen sich Viele im Garten aufhalten, Abfall rund um den vollen Kübel verteilt. Ein unappetitlicher Anblick.

Müllberge nach Hitzewochenende in Basel
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Da! So wäre es richtig!
Es gibt doch nichts über eine gepflegte «Dinnerparty» am Wasser. Doch umso ungepflegter, den Abfall einfach an Ort und Stelle liegen zu lassen.
Es raucht nur so im St. Johanns-Park
...
...und am Rheinbord.
Flaschenpost? Wohl kaum.
Gewusst wie: Im St. Johanns-Park weist ein Schild auf die richtigen «Grill-Skills» hin.
Es geht auch ohne Wegwerfgrill: Das Fleisch ist genau so lecker vom öffentlichen Grill bei der Oetlinger Buvette.
Sogar die Spaghetti fühlen sich dort wohl...
So nicht!
Idyllische Morgendämmerung...
...wäre da nicht der Abfallberg.
Müll-Idyll
Dank fleissiger Helfer: Am nächsten Morgen ist wieder alles blitzblank.

Müllberge nach Hitzewochenende in Basel

Martin Toengi

Für die Basler Stadtreinigung noch kein Grund zum Handeln: «Es stimmt, der Kübel ist jeweils gut gefüllt. Uns sind aber keine Fälle von Überfüllung und Verschmutzung der Umgebung bekannt», sagt Dominik Egli, Leiter der Stadtreinigung. Entsprechend sei auch nicht geplant, den Kübel in Zukunft öfter zu leeren. Dies würde derzeit an Werktagen zweimal täglich, am Wochenende einmal täglich geschehen. «Diese Kadenz ist selten und kommt fast nur in der Innenstadt vor. Die meisten Kübel werden am Wochenende gar nicht geleert», sagt Egli weiter.

Er fügt aber an, dass es vorkomme, dass die Stadtreinigung die «Zumutbarkeit einer Situation» unterschiedlich einschätze als die Anwohner eines Quartiers. Er habe nun den zuständigen Teamleiter beauftragt, die Situation in den kommenden Tagen genauer zu beobachten.

Trennstationen enttäuschen

Derweil ist bekannt geworden, warum die Trennstationen am Kleinbasler Rheinufer, ein Pilotprojekt der Stadtreinigung im Sommer 2017, gescheitert sind. In der Antwort auf eine Interpellation von Katja Christ, Präsidentin der Grünliberalen Basel-Stadt, schreibt die Regierung, dass die Wertstofftrennung für PET-Flaschen, Aludosen und Glasflaschen zwar gut funktioniert habe. Jedoch kamen während der Projektzeit nur sieben Tonnen Wertstoffe zusammen. «Im Vergleich zur gesamten Menge des am Rheinbord gesammelten Abfalls ist dies allerdings wenig», so die Regierung. In der Tat: Die Stadtreinigung sammelt am Rheinbord bis zu fünf Tonnen Wischgut und Abfälle. Täglich.

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