Jugendkulturfestival
20 Jahre alt – und doch nicht erwachsen

Das Jugendkulturfestival feiert Jubiläum und lockt zum Streifzug durch die Basler Innenstadt.

Marc Krebs
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Man zeigt, was man draufhat: Tanzcrew am JKF, 2015. Brigitte Fässler

Man zeigt, was man draufhat: Tanzcrew am JKF, 2015. Brigitte Fässler

Vorbei ist sie, die Zeit, als man in Basel bei der Abkürzung JKF an einen amerikanischen Präsidenten dachte. JKF ist zum Brand geworden, zumindest für alle Bewohner unter 50. Jugendkulturfestival heisst der Anlass eigentlich, findet alle zwei Jahre statt und beeindruckt schon nur auf dem Papier: 13 Bühnen, 1500 Aktive, 60 000 Besucher. Vielleicht auch etwas weniger. Sicher ist: Niemand muss Eintritt zahlen. Es ist ein Schaufenster für junge Kreative, Musikerinnen, Tänzer, Schauspielerinnen oder Skater.

Wer sich an die erste Ausgabe im Jahr 1997 erinnert, hat den Charme des Improvisierten vor Augen, des Unberechenbaren auch. «Da haben wir eine kurdische Folklore-Gruppe nach einer Metalband auf die Bühne gestellt», erinnert sich Festivalgründer Klaus Meyer in der «TagesWoche».

Amtlich bewilligtes Jugendfest

Allein die Möglichkeit, das Bild der Stadt zwei Abende lang zu prägen, wirkte befreiend und euphorisierend. Dazu muss man wissen, dass die Basler Innenstadt bis dahin – von der Fasnacht mal abgesehen – kaum Grossveranstaltungen kannte. Und am Rheinufer hing auch noch keiner rum. Freiräume waren Mangelware, die Akzeptanz der Jugendkultur im damals bürgerlich dominierten Basel bescheiden.

Was ursprünglich aus einer Präventionsidee hervorgegangen und zum eigenständigen Festival weiterentwickelt worden war, elektrisierte und mobilisierte von Beginn: Die Energie, im Kleinen etwas Grosses auf die Beine zu stellen, übertrug sich auf Mitwirkende wie auch Besucher. Scharenweise strömte man Freitag und Samstag in die Innenstadt, um zu beweisen: Die Stadt gehört auch uns. Dass der Tramverkehr beim Barfi zum Stillstand kam, war ein Nebeneffekt. Dass sich manche Beiz gestört fühlte und protestierte, lancierte intensive Diskussionen über die Nutzung des öffentlichen Raums und wer darüber das Sagen hat.

Einige Experimente blieben einmalig: die Grenzüberschreitung nach Freiburg im Breisgau, im Jahr 2000 oder das Engagement internationaler Grössen (2007, And You Will Know Us By The Trail Of Dead). Anderes hingegen blieb gleich: die Neugierde, die Nabelschau, die Duftnoten, die Aufregung.

Und auch wenn das JKF nach 20 Jahren gewachsen und erwachsen ist: Die Protagonisten sind mehrheitlich jung. Gut so: Das Festival ist ein Koloss, doch erneuert sich dieser von innen heraus.

Freitag und Samstag, Basler Innenstadt. Programmdetails: www.jkf.ch

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