Skoda nimmt den Octavia RS an die Leine

Am Genfer Salon zeigt Skoda den jüngsten Spross der RS-Dynastie; den neuen Octavia RS. Um die strikten Co2-Vorgaben zu erreichen, bekommt das Topmodell erstmals einen Plug-in-Hybrid-Antrieb.

Georg Ueding
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Der Skoda 130RS ist der Urvater aller heutigen RS-Modelle. Mit seiner Leichtbautechnik aus Aluminium und GFK überzeugte er in den 1970er und 80er Jahren bei einer Vielzahl von Rennen wie dem Rallye Monte Carlo und der Akropolis-Rallye.
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Der Octavia RS war im Jahre 2000 das erste Serienfahrzeug mit RS Branding. Verbaut wurde vor 20 Jahren ein 1,8-Liter-Turbomotor mit  180 PS. Mehr als 17.600 Einheiten wurden produziert
Mit über 100.000 produzierten Einheiten erfreute sich bereits die zweite Generation des Octavia RS grosser Beliebtheit. Erstmals gab es optional auch einen 2,0 Liter Diesel mit 170 PS.
In der dritten Generation gab es den sportlichen Mittelklassewagen nun auch mit Allradantrieb und bis zu 245 PS. Jeder fünfte verkaufte Octavia der dritten Generation In Deutschland, Grossbritannien und der Schweiz ist ein RS.
Auch der Fabia RS geht mit dem FABIA WRC auf ein Rallyefahrzeug zurück. Die zweite Generation bestach mit einem 180 PS starken 1,4-Liter-Benziner und kombinierter Turbo- Kompressor-Aufladung.
Der Kodiaq RS ist vor allem für seinen Rundenrekord von 9:29,84 Minuten auf der Nordschleife bei Fans bekannt. Seine Kraft schöpft er aus einem 2,0 TDI mit 240 PS.
Am Genfer Salon zeigt Skoda den ersten Octavia RS mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Mindestens 245 PS Systemleistung sind zu erwarten.

Der Skoda 130RS ist der Urvater aller heutigen RS-Modelle. Mit seiner Leichtbautechnik aus Aluminium und GFK überzeugte er in den 1970er und 80er Jahren bei einer Vielzahl von Rennen wie dem Rallye Monte Carlo und der Akropolis-Rallye.

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Mit dem Octavia RS iV, der auf dem Genfer Autosalon präsentiert wird, geht Skoda mit seinen RS Modellen neue Wege: Verbaut wird hier ab sofort ein Plug-In Hybridantrieb. Zunächst mag das wie eine überraschende Veränderung klingen, allerdings haben technische Neuerungen bei „Rallye Sport“, wofür die Initialen der Marke stehen, durchaus Tradition. Bereits beim Skoda 130 RS, einem der ersten Rallyewagen der Marke, wurde durch Leichtbau mit Teilen aus Aluminium und GFK Gewicht gespart, was im Rennen entscheidende Vorteile brachte. Bei der zweiten Generation des Fabia RS, die 2010 erschien, verbaute Skoda einen lediglich 1,4 Liter grossen Benziner, der es danke einer Kombination aus Turbo- und Kompressoraufladung auf 180PS brachte.

Ohne Risiko zum Erfolg

Der Octavia RS kam allerdings seit seiner Ersteinführung als erstes Serienfahrzeug mit dem „RS“ Schriftzug im Jahre 2000 ohne viel Experimente aus. Zwar gab es ihn ab der zweiten Generation auch als Diesel und in der dritten dann als Allrad, ansonsten ging man bei Skoda mit dem Grundkonzept keine Risiken ein. Was sich bisher auch bewährt hat: Der Octavia RS erfreute sich über die Generationen hinweg wachsender Beliebtheit, 172.000 wurden dem Hersteller zufolge von der neusten Generation gefertigt. Jeder fünfte in Deutschland, Grossbritannien und der Schweiz ausgelieferte Octavia ist laut Skoda ein RS.

Wird sich das, angesichts der Veränderungen, mit der neuen Generation nun ändern? Höchstwahrscheinlich nicht. Skoda selbst gibt zwar noch keine Details zum Motor und dessen Hybridtechnologie preis, jedoch kann man sich an den bisherigen Plug-in Hybriden der Konzernmutter Volkswagen orientieren. Im Passat GTE wird ein 1.4 TSI mit 156 PS und ein 115 PS starker Elektromotor verbaut. Zusammen kommen beide auf eine Systemleistung von 218 PS. Beim für 2020 angekündigten SEAT Tarraco FR PHEV (Plug-in-Hybrid Electric Vehicle) werkelt ebenfalls ein 1.4 TSI mit 150 PS sowie ein Elektromotor mit 115 PS unter der Haube, die hier eine Systemleistung von 245 PS bei ordentlichen 400 Nm erzielen. Rein elektrisch fährt er bis zu 50 Kilometer weit.

Man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass im Octavia RS eine ähnliche Kombination zu finden sein wird. Eine durch das höhere Drehmoment des E-Motors stärkere Beschleunigung und ein bei angepasster Fahrweise geringerer Verbrauch sind also zu erwarten, beides Qualitäten, für die der sportliche Mittelklassewagen ohnehin schon bei Fans beliebt ist.

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