Das Konzept U6ion gibt bereits eine Vorschau auf das zweite Modell des chinesischen Herstellers Aiways, das nach Europa kommen soll.
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Der Crossover will vor allem junge Leute ansprechen und soll dem Unternehmen dabei helfen, in Europa Fuss zu fassen.

Das Konzept U6ion gibt bereits eine Vorschau auf das zweite Modell des chinesischen Herstellers Aiways, das nach Europa kommen soll.

HO

Aiways: China-Hersteller will den europäischen Auto-Markt aufmischen

Noch vor der Markteinführung ihres ersten SUV stellen die Chinesen schon ihr nächstes Konzept vor, den U6ion

Georg Ueding
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Fehlende Ambitionen kann man Aiways nicht vorwerfen. Vergangenes Jahr machte chinesische Unternehmen Schlagzeilen, als es mit zwei Protoypen seines rein elektrischen SUVs U5 15.022km von China nach Deutschland fuhr. Die PR-Aktion bescherte dem Unternehmen einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die längste Fahrt mit einem rein elektrischen Auto.

Doch die Fahrt war auch ein symbolischer Akt. Von China direkt ins Herz der europäischen Automobilindustrie: Aiways hat Grosses vor. Das Unternehmen will der erste ausschliesslich auf rein elektrische Autos spezialisierte chinesische Autobauer sein, der seine Modelle in Europa verkauft.

Um auf dem europäischen Markt erfolgreich zu sein, hat das Unternehmen eine modulare Plattform entwickelt, die es ihm ermöglicht, sowohl unterschiedliche Karosserieformen, als auch unterschiedliche Antriebsarten umzusetzen. „Das erlaubt uns, jedes Jahr ein neues Auto auf den Markt zu bringen“, erklärt Alexander Klose, Vizepräsident für Überseeangelegenheiten bei Aiways.

Und damit beginnt der E-Autobauer jetzt: Noch vor der durch den Coronavirus verzögerten Markteinführung des U5 präsentiert die Firma den U6ion, ein Konzept eines sportlichen Crossovers. Mit dem Modell will das Unternehmen vor allem jüngere Kunden ansprechen. Genauere Details zur Markteinführung oder zum Antrieb sind noch nicht bekannt, die Reichweite dürfte aber ähnlich hoch wie die des U5 sein: Das SUV ist mit einer 64kWh-Batterie ausgestattet und soll im WLTP Zyklus über 400 Kilometer weit kommen.

Neue Wege

Anders als traditionelle Automobilhersteller verzichtet Aiways auf ein eigenes Händlernetz. Stattdessen kooperieren die Chinesen mit dem deutschen Elektronik-Fachhandel „Euronics“ und der Werkstatt-Kette „A.T.U.“ (Auto Teile Unger). „Euronics“ soll die Autos ausstellen und interessierte Kunden gegebenenfalls beraten, A.T.U. ist für die Wartung zuständig. Der erste geplante Service soll laut Aiways aber erst nach 100.000km fällig sein. Konfigurieren und bestellen lassen sich die Autos online, ähnlich wie bei Tesla.

Dieses Konzept macht mittlerweile auch bei europäischen Herstellern Schule: Citroën arbeitet in Frankreich ebenfalls mit einem Elektronik-Fachhandel („fnac“) zusammen, um dort seinen online bestellbaren, neuen Elektro-Kleinstwagen Ami auszustellen.

Damit will man vor allem bei jüngeren Kunden punkten.
Eins ist auf jeden Fall sicher: Der chinesische Newcomer hat das Zeug, den europäischen Markt zu verändern. Denn in Sachen Elektromobilität ist Aiways schon deutlich weiter, als so mancher etablierte Hersteller.

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