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Porsche hat den Panamera überarbeitet. Wichtigste Neuerung ist eine weitere Plug-in-Hybrid-Version.

Philipp Aeberli
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Porsche Panamera 4S e-hybrid Sport Turismo

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Bild: HO

Mit dem Panamera setzt sich Porsche schon seit 2009 das Ziel, Sportwagen und Luxuslimousine zu vereinen. Mehr als 360000 Stück der sportlichen Luxuslimousine wurden in dieser Zeit verkauft.

Was inzwischen aber fast genauso wichtig ist: Zuletzt waren 60% aller in Europa verkauften Panamera mit Plug-in-Hybrid-Technik ausgestattet. Damit leistet das Modell einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Flottenverbrauchs der Marke. Der bisherige Erfolg mit Plug-in-Hybriden hat Porsche dazu veranlasst, mit der Modellpflege der seit 2016 verkauften, zweiten Modellgeneration eine weitere PHEV-Version ins Angebot zu nehmen. Die bisherigen Modelle Panamera 4 e-Hybrid und Panamera Turbo S e-Hybrid werden in überarbeiteter noch folgen; neu ist der 4S e-Hybrid als Mittelweg zwischen den bisherigen Versionen.

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Mit 560 PS Systemleistung und 750 Nm maximalem Drehmoment spielt der neue Hybrid in derselben Leistungsklasse wie der bisherige Panamera Turbo; während dessen V8-Benziner mindestens 9,3 l/100 km verbrauchte, sind es beim Panamera 4S e-Hybrid gerade einmal 2,0 l/100 km laut WLTP-Messzyklus. Ob man den Fabelwert im Alltag auch erreicht, hängt, wie bei jedem Plug-in-Hybriden, einzig davon ab, wie oft man den Akku lädt.

Mit vollem Akku sind bis zu 53 Kilometer rein elektrisch möglich; rund 30% mehr als bei den bisherigen Modellen, da ein neuer Akku mit nun 17,9 kWh Speicherkapazität verbaut wird. Mit der 136 PS starken E-Maschine sind bis zu 140 km/h möglich, sodass der Kurzstrecken-Alltag bei entsprechender Ladeinfrastruktur problemlos elektrisch bewältigt werden kann. Auf längeren Strecken, oder wenn mehr Leistung benötigt wird, schaltet sich der V6-Biturbo-Motor zu. Er leistet maximal 440 PS und trägt einen grossen Teil zur maximalen Systemleistung bei. Legen sich beide Motoren voll ins Zeug, gelingt der Sprint auf 100 km/h in 3,7 Sekunden.

Beeindruckender ist aber, wie verschliffen der Antrieb funktioniert. Vom komplexen Zusammenspiel von E-Motor und Benziner kriegt der Fahrer fast nichts mit; der Verbrennungsmotor schaltet sich ohne Ruckeln oder Verzögern zu und aus und dank der E-Maschine werden Gasbefehle unmittelbar umgesetzt. Wenn immer möglich wird der Benzinmotor beim Bremsen oder Rollen ausgeschaltet, um auch bei leerem Akku Benzin zu sparen.

Trotzdem bleibt der neue Hybrid ein echter Porsche, der auf Knopfdruck echten Fahrspass liefern kann. Obwohl die grosse Limousine aufgrund der aufwendigen Technik samt Allradantrieb und unter dem Kofferraum verbautem Akku auf rund 2,2 Tonnen Leergewicht kommt, lenkt der gut fünf Meter lange Wagen willig in Kurven ein, neigt sich kaum zur Seite und fühlt sich auf kurvigen Strecken überraschend agil an.

Auf der anderen Seite bietet der Panamera auch als 4S e-Hybrid sehr hohen Fahrkomfort. Im Innenraum bleibt es auch bei hohen Tempi flüsterleise und selbst auf schlechten Strassen filtert die Luftfederung harte Stösse wirksam weg.

Diese Vielseitigkeit hat freilich ihren Preis: Mindestens 162300 Franken kostet der Panamera 4S e-Hybrid. Das Einstiegsmodell mit 330 PS starkem Benzinmotor und Allradantrieb kostet ab 121800 Franken. Die derzeitige Spitze – sowohl in Sachen Leistung als auch beim Preis – markiert der Panamera Turbo S mit 630 PS starkem V8-Motor: Er kostet mindestens 230100 Franken.

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Allen Modellen gemeinsam ist die leicht überarbeitete Optik mit neu gestalteter Heckleuchte, die neuen Displays mit höherer Auflösung im Innenraum und das modernisierte Infotainmentsystem mit leistungsfähigeren Prozessoren. Damit soll der Panamera gerüstet sein für die nächsten Jahre – schliesslich hat er mit dem rein elektrischen Taycan starke Konkurrenz aus dem eigenen Hause bekommen. Weiterhin ist er aber alles andere als obsolet: Gerade die Plug-in-Hybrid-Modelle schlagen eine wichtige Brücke hin zur E-Mobilität für all jene, die den Schritt zum reinen E-Auto noch nicht machen wollen.