Mehr als nur «jööh»

Der Seat Mii electric im Alltagstest. Hat der kleinst-Stromer genug Platz und Reichweite?

Philipp Aeberli
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Die Stadt ist sein Revier: Seat Mii electric.

Die Stadt ist sein Revier: Seat Mii electric.

Bild: HO

Daran muss man sich gewöhnen, wenn man mit dem Seat Mii electric unterwegs ist: Man wird oft mit einem «jööh» begrüsst, wenn man irgendwo vorfährt. Aber man kann es sich nicht verkneifen auch ab und zu selbst zu denken: «Jööh, ist der klein.» Zum Beispiel, wenn man sieht, wie viel Parkplatz um den 3,56 Meter kurzen und 1,65 Meter schmalen Seat noch frei ist.

An einer Schnellladesäule ist der Akku nach einer Stunde wieder zu 80% voll.
11 Bilder
Der kleine Stromer fühlt sich vor allem in der Stadt zu Hause.
Mit einem Grundpreis von 25 500 Franken ist er ein idealer Zweitwagen.
Das Cockpit ist schlicht und übersichtlich.
Anstelle eines Navis gibt es eine Halterung für das Smartphone.
Der Kofferraum reicht für alltägliche Einkäufe.
Mit umgeklappter Rückbank ist der Mii erstaunlich geräumig.
Einfache Bedienung dank übersichtlicher Mittelkonsole.
Die Sitze sind bequem, dürften sich aber etwas weiter verstellen lassen.
Klassischer Wählhebel. Auf "B" gestellt rekuperiert der Mii stärker, das Bremspedal braucht man nur noch im Notfall.

An einer Schnellladesäule ist der Akku nach einer Stunde wieder zu 80% voll. 

Bild: HO

Die kompakten Abmessungen sorgen aber nicht nur für Sympathie bei Passanten, sie machen den kleinen Spanier, der übrigens baugleich mit dem VW e-up! und dem Skoda Citigo e-iv ist, zum perfekten Alltagsbegleiter. Freilich ist die Autobahn nicht sein zu Hause: Hier ist der hat der Akku seine 36,8 kWh schon nach rund 130 Kilometern verbraucht. Zudem merkt man an Windgeräuschen und Geradeauslauf, dass der Mii electric halt eher ein Stadtauto ist. Wer nur innerorts und auf Landstrassen unterwegs ist, schafft die vom Werk angegebenen 259 Kilometer Reichweite auch tatsächlich. Für diesen Einsatzzweck ist das mehr als geung; die täglichen kurzen Pendlerstrecken und Einkaufsfahrten meistert der Winzling mit Bravour - und überzeug noch dazu mit verzögerungsfreiem Antritt und geräuschlosem Lauf. Richtig glänzen kann der Elektro-Kleinwagen freilich, wenn es um die Parkplatzsuche geht. Er gibt sich wendig, übersichtlich und kompakt. Wo man mit anderen Autos zwei oder drei mal ansetzen muss, zieht man mit dem Mii einfach und lässig in die Parklücke. Auf den Rücksitzen ist für kurze Strecken allemal genug Platz - vor allem aber sind sie eine willkommene Erweiterung des kleinen Kofferraums. Wer alleine oder zu zweit einkaufen geht, muss mit dem Winzling also selbst den Baumarkt nicht fürchten. Dass man den Weg dort hin nicht mit einem eingebauten Navi finden kann, sondern sein Smartphone in die dafür vorgesehene Halterung auf dem Armaturenbrett einklinken muss lässt sich beim Blick aufs Preisblatt verschmerzen: Der Seat kostet ab 25 500 Franken. Das macht ihn definitiv zum perfekten Zweitwagen.

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