Seat
Der Feurige mit dem hohen Nutzwert

Der spanische Bruder des feinen VW Golf 7, der Seat Leon, ist jetzt auch als Kombi und mit 4×4 erhältlich und erwies sich im Test als eine sehr spannende Kombination.

Markus Chalilow
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Seat Leon ST 4Drive

Seat Leon ST 4Drive

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Bei Seat steht bekanntlich das Design im Vordergrund. Das ist auch beim Leon ST 4Drive, wie der Allrad-Kombi offiziell heisst, nicht anders. Natürlich blieb die elegante Linienführung des Modells mit Vorderradantrieb erhalten. Überhaupt kann man optisch kaum einen Unterschied zwischen Allradler und konventionellem Antrieb ausmachen. Auch wenn der 4Drive etwas mehr Bodenfreiheit hat – optisch kommt er als klassischer Kombi daher. Erst die Variante X-Perience wird im kommenden Jahr einen auf Offroader machen.
Ein klassischer Kombi also, der nicht nur gut aussieht, sondern dank des Kofferraumvolumens von mindestens 587 Litern (bis maximal 1470 Liter) auch einen hohen Nutzwert bietet. Allerdings gibts den Spanier nur mit Dieselmotoren. Der von uns gefahrene Zwei-Liter-TDI stammt natürlich ebenfalls von VW und bietet 150 PS. Das ist im Alltagsbetrieb mehr als ausreichend. Mit dem Doppelkupplungsgetriebe an Bord konnte sich auch der Verbrauch sehen lassen kann. Im Schnitt verbrauchte der Seat 5,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Das ist für einen Kombi mit Allradantrieb ein wirklich guter Wert – auch wenn er rund 7 dl über den Werksangaben liegt. Wir taxieren den Seat als sehr sparsam.

In Sachen Fahrdynamik gehören die spanischen Modelle zu den sportlicheren Fahrzeugen. Das ist auch beim 453 cm langen Leon ST 4Drive nicht anders. Die Federung ist im Vergleich zum VW Golf deutlich straffer, richtig unbequem ist der Fünftürer allerdings nicht. Natürlich muss man als Fahrer nichts unternehmen (ausser die Geschwindigkeit anpassen), wenn die Strassenverhältnisse schwierig werden. Das Haldex-4×4-System verteilt die Drehmomente zwischen Vorder- und Hinterachse automatisch, sobald die jeweiligen Räder an Traktion verlieren. Dieser Antrieb ist bereist millionenfach im Einsatz und reicht für den Betrieb auf der verschneiten Strasse oder einem kleinen Feldweg natürlich aus.

Natürlich ist im Basispreis des 2,0-L-TDI von 35’150 Franken nicht alles enthalten, was das Herz begehrt. Insbesondere einige Assistenzsysteme kosten Aufpreis, aber auch Voll-LED-Scheinwerfer. Da der 4Drive aber auf den beiden höchsten Ausstattungsvarianten des Leon ST basiert, muss man wenigstens nicht noch 270 Franken für die elektrischen Fensterheber im Fond bezahlen.

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