«Es geht um eine nachhaltige Lösung»

Herr Rüttimann, Sie haben mit der Abgabe des Geschäfts in Egnach an Möhl die Thurella nun fast ganz abgewickelt. Kommt da auch so etwas wie Wehmut auf, wenn eine ehemals grosse Marke verschwindet?

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Clemens Rüttimann Geschäftsführer Thurella Holding und Biotta AG, Tägerwilen (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Clemens Rüttimann Geschäftsführer Thurella Holding und Biotta AG, Tägerwilen (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Herr Rüttimann, Sie haben mit der Abgabe des Geschäfts in Egnach an Möhl die Thurella nun fast ganz abgewickelt. Kommt da auch so etwas wie Wehmut auf, wenn eine ehemals grosse Marke verschwindet?

Natürlich ist das ein emotionaler Moment, aber ein nötiger weiterer Schritt für die strategische Fokussierung und die Stärkung unseres Kerngeschäfts in Gemüse- und Fruchtsaft.

Sie haben relativ rasch ganz auf Biotta gesetzt. Wann haben Sie gewusst, dass Thurella nicht zu retten ist?

Ich muss richtigstellen: Es geht nicht um eine Rettung, sondern um die Entwicklung einer nachhaltigen Lösung für die Mosterei. Wir liessen uns dabei immer vom Sinn für das Machbare leiten und realisierten, dass wir eine tragfähige langfristige Lösung für die Mosterei suchen mussten, die alle Anspruchsgruppen befriedigt.

Die Liegenschaften in Egnach gehören noch der Thurella. Gibt es dafür schon Interessenten? Die Firma Möhl produziert ja mit einer neuen Anlage am eigenen Standort in Arbon.

Möhl übernimmt von uns das Personal und die Lagerbestände in Egnach. Wir haben eine partnerschaftliche Lösung angestrebt, die es Möhl ermöglicht, seinen ausgebauten Betrieb in Stachen in aller Ruhe hochzufahren. In Egnach wird Möhl ja noch für ein bis zwei Jahre produzieren, und wir stellen ihm die Anlagen zur Verfügung und unterstützen ihn in der Kundenübernahme. Über die langfristige Nutzung der Liegenschaften in Egnach, deren Besitzer wir weiterhin sind, können wir noch keine Aussagen machen.

Was geschieht nun eigentlich weiter mit der noch bestehenden Thurella AG und ihren Aktionären? Sie ist ja noch an der Börse notiert.

Ja, das ist so. Gegenüber den Aktionären gibt es damit keine Veränderung. (bor)

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