Transocean steht unter Verdacht

Der Ölbohrinsel-Eigentümer Transocean scheint in dubiose Geschäfte verwickelt zu sein. Auch laufen Steuerverfahren, und das Unternehmen soll Verbindungen haben zu Iran und Syrien.

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Boston. Die Ölpest im Golf von Mexiko rückt die Eigentümerin der explodierten Bohrinsel Deepwater Horizon ins Licht. Transocean ist der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Auch kaum bekannt ist, dass es wiederholt zu Grenzfällen gekommen ist bei Geschäften der weltgrössten Tiefsee-Bohrfirma, die häufig in den Verdacht geriet, Gesetze zu brechen oder Steuern zu hinterziehen. Laut «New York Times» hat Transocean Geschäfte gemacht mit den Diktatoren von Burma, Syrien und Iran. In Brasilien, Norwegen und den USA wurde oder wird wegen Steuervergehen ermittelt.

Transocean weist die Vorwürfe zurück.

2008 verlegte Transocean den Sitz vom Steuerparadies Cayman-Inseln nach Zug. Früher lag der Sitz im besonders unternehmerfreundlichen US-Staat Delaware. Doch damals wie heute liegt das wahre Hauptquartier in Houston, wo 1300 Menschen arbeiten. Diese Schein-Verlagerung könnte gemäss US-Gesetzen illegal sein, die es US-Firmen verbieten, ihren Sitz zum Steuernsparen ins Ausland zu verlegen. Ermittlungen in dieser Sache sind angekündigt.

Die «New York Times» berichtet über andere mögliche Gesetzesübertretungen. Norwegische Behörden ermitteln wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung beim Verkauf von Bohrinseln von einer Tochterfirma zu anderen. In Burma besass Transocean angeblich eine Bohrstelle zusammen mit einer Firma in Singapur, die angeblich verflochten war mit Heroinhändlern, die für Burmas Militärjunta Geld wuschen. Laut den US-Gesetzen sind Geschäfte mit Burmas Regierung verboten.

Weiter soll Transocean Ausrüstungen über Iran verschifft, einen Anteil an Firmen in Syrien besessen und Brasiliens Steuergesetze verletzt haben. (Dye)

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