Gutes Resultat in schlechten Zeiten

Bis zum dritten Quartal 2008 kann die Thurgauer Kantonalbank einen Gewinn von 124 Millionen Franken verbuchen – 12,2 Prozent weniger als im Rekordjahr 2007. Im schwierigen Umfeld der Finanzkrise sei dies aber ein gutes Ergebnis, sagt die Bankleitung.

Kaspar Enz
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weinfelden. Die Finanzkrise lässt auch die TKB nicht ganz kalt. «Ich freue mich besonders, dass die TKB auch in einem schwierigen Umfeld ein gutes Resultat erzielen konnte», sagte Hanspeter Herger, Vorsitzender der Geschäftsleitung, gestern vor den Medien. Auch wenn der Gewinn im Vergleich zum letzten Jahr zurückgegangen ist, liege er über dem budgetierten Wert, sagte Herger. Das Geschäftsmodell der TKB mit ihrer starken lokalen Verankerung und vorsichtiger Risikopolitik habe sich bewährt.

600 Mio. neue Kundengelder

Gestützt wird das Resultat vom Zinsgeschäft. Um zwei Prozent steigerte die Bank hier ihren Ertrag. Gegenüber dem Jahresabschluss 2007 sind auch 1,7 Prozent mehr Ausleihungen zu verzeichnen. Auch der TKB flossen in den Monaten bis Ende September markant neue Kundengelder zu, über 600 Millionen Franken.

Innerhalb dieser Gelder zeigen sich aber gewisse Verschiebungen. So legen die Kunden ihr Geld weniger in Sparkonten und Anlagen an. Die Kunden, von den Kursrückgängen an den Börsen verunsichert, bevorzugten kurzfristige Anlageformen, wie zum Beispiel Festgelder, sagte Herger. Diese negative Entwicklung an den Finanzmärkten sorgte auch dafür, dass trotz des Neugeldzuflusses das Anlagevolumen um 1,2 Prozent zurückging. Auch in der Erfolgsrechnung ist die Finanzkrise spürbar. Beim Anlagegeschäft, den Kommissionen und Dienstleistungen, ging der Ertrag deutlich zurück (siehe Grafik). Direkt hätten sich die Hypothekenkrise in den USA oder der Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers aber nicht auf die TKB ausgewirkt, sagte Herger. Die Austrocknung des Interbankengeschäfts mache aber auch der Kantonalbank zu schaffen. Es sei wichtig, dass dieser Markt im Fluss gehalten werde.

Schwankungen an Märkten

Ein Unsicherheitsfaktor blieben die starken Schwankungen an den Aktienmärkten, sagte Vivian Brunner, Leiter Private Banking und institutionelle Anleger, der über die Situation an den Finanzmärkten berichtete. Das Ausmass der Schwankungen habe gerade im Oktober einen bisherigen Höhepunkt erreicht. Auch bei Währungen, Öl oder Gold zeichne sich eine ähnliche Entwicklung ab. Dies mache Prognosen schwierig, sagte Hanspeter Herger.

Doch auch die Realwirtschaft bekomme die Krise zu spüren. «Die Frage ist nicht mehr, ob es eine Rezession gibt, sondern wie heftig sie sein wird», sagte Brunner. Im Thurgau werde dies vor allem die Exportwirtschaft und ihre Zulieferer betreffen, prognostizierte Herger.

Für CEO Hanspeter Herger bleibt das Geschäftsmodell der TKB weiterhin der richtige Weg, auch im schwierigen Umfeld. (Bild: Reto Martin)

Für CEO Hanspeter Herger bleibt das Geschäftsmodell der TKB weiterhin der richtige Weg, auch im schwierigen Umfeld. (Bild: Reto Martin)