TKB trotzt der Finanzmarktkrise

Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat trotz der Krisenstimmung an den Finanzmärkten ihren Reingewinn um 6,7 Prozent auf die Rekordsumme von 60,9 Millionen Franken erhöhen können. Das ergibt eine Ausschüttung von 18 Millionen an den Kanton und 3 Millionen an die Gemeinden.

Stefan Borkert
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Gut aufgestellt: Hanspeter Herger kann auf ein solides Geschäftsjahr 2008 zurückblicken. (Bild: Stefan Borkert)

Gut aufgestellt: Hanspeter Herger kann auf ein solides Geschäftsjahr 2008 zurückblicken. (Bild: Stefan Borkert)

Weinfelden. Die Konzentration der TKB auf Kundennähe und regionale Verankerung habe sich auch in einer Zeit bewährt, da die globalen Finanzmärkte ins Trudeln geraten seien. Das sagte Bankratspräsident René Bock an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz. Unterm Strich hat die Kantonalbank ihren Reingewinn sogar auf 60,9 Millionen Franken steigern können.

Hanspeter Herger, Vorsitzender der Geschäftsleitung, betonte, dass damit Kanton und Gemeinden 21 Millionen Franken erhalten, so viel wie noch nie. Herger ergänzte, dass die TKB keine direkten Einbussen durch die Krise an den Finanzmärkten habe. Im Ergebnis liege man mit einem Bruttogewinn von 156 Millionen Franken noch über dem Budgetziel von 149 Millionen. Allerdings rechne er für das Jahr 2009 mit einem weiteren Rückgang auf 140 Millionen Franken.

Mit ihrer regionalen Verankerung und ihrer vorsichtigen Risikopolitik hat die TKB der Finanzkrise getrotzt. Dennoch musste sie indirekte Auswirkungen verkraften. Die wirtschaftliche Verlangsamung habe auch den Thurgau erfasst, so René Bock. Zentrales strategisches Ziel bleibe der Thurgauer Markt mit seinen angrenzenden Wirtschaftsräumen.

30 Standorte

Martin Huldi, Leiter des Marktbereiches Privatkunden, sagte, dass der Thurgauer Immobilienmarkt intakt sei. Es werde nach wie vor gebaut. Das historisch tiefe Niveau der Hypothekarzinsen böte eine attraktive Ausgangslage zur Erwerbung von Wohneigentum. Huldi betonte, dass die TKB laufend weiter in die kundengerechte Ausstattung ihrer 30 Standorte investiere. So wurden letztes Jahr die Zweigstellen Wängi und Wigoltingen umfassend renoviert und zu Beratungsbanken mit offenem Kassenschalter ausgebaut. Für das laufende Jahr steht die Zweigstelle Bürglen auf der Agenda. Das Angebot an den Bancomaten sei 2008 gerade für junge Kunden ausgeweitet worden. Die Stu-Card erweise sich als Erfolg. Heinz Huber, Leiter Firmenkunden, sieht die TKB als zuverlässige Partnerin für die Thurgauer Unternehmen.

480 neue Firmenkunden

Das beweise auch die Zunahme im Firmenkundenbereich. 480 neue Kunden habe man letztes Jahr gewinnen können und der Wirtschaft Kredite in Höhe von insgesamt 400 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Nicht zuletzt unterstütze die TKB auch innovative Geschäftsideen mit ihrem KMU-Förderkredit. Weiter verwies er auf die von der TKB veranstalteten Anlässe für Firmenkunden, so Seminare zur Unternehmensnachfolge. Guten Zuspruch habe auch der Early Morning Talk gefunden, den die Bank seit einigen Jahren für Exponenten aus Wirtschaft und Politik durchführe.

Ein weiterer Geschäftszweig ist das Private Banking. Der von der TKB gewählte Ansatz des Dialogs mit den Kunden, um Verunsicherungen vorzubeugen, habe sich auch in turbulenten Zeiten bewährt, sagte der zuständige Leiter Vivian Brunner.

Nachhaltige Anlagestrategie

Patentrezepte für das Anlageverhalten in der derzeitigen Situation gebe es keine. Unabhängig von der jeweiligen Börsensituation sei es aber wichtig, eine klare und nachhaltige Anlagestrategie zu verfolgen, die den Anlagenhorizont, die Risikofähigkeit und den Risikoappetit berücksichtige.

Für den Ausbau des Segments Private Banking ist die TKB vorbereitet. Bei einem zukünftigen Engagement müssten aber die Kriterien der TKB erfüllt sein, so CEO Hanspeter Herger. Wenn eine andere Bank allerdings zur TKB passe, dann wäre man natürlich bereit, ein Engagement in dieser Richtung genau zu prüfen. Derzeit sei aber keine Akquisition spruchreif.

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