«Habe das Thema unterschätzt»

Im letzten Herbst sagten Sie gegenüber dem Tagblatt, «wenn wir im Thurgau keine grösseren Probleme haben als die plötzliche Aufregung über die Flurnamen, geht es uns gut». Haben Sie die Bedeutung des Themas unterschätzt? Ja.

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Kaspar Schläpfer Regierungsrat

Kaspar Schläpfer Regierungsrat

Im letzten Herbst sagten Sie gegenüber dem Tagblatt, «wenn wir im Thurgau keine grösseren Probleme haben als die plötzliche Aufregung über die Flurnamen, geht es uns gut». Haben Sie die Bedeutung des Themas unterschätzt?

Ja.

Damals sagten Sie auch, ein Kurswechsel sei «nun sicher nicht richtig». Warum haben Sie Ihre Meinung geändert?

Ich habe eingesehen, dass unsere Bevölkerung bei Ortsnamen die Mundartschreibweise ablehnt. Und dass diese zu Schwierigkeiten beim Auffinden von Orten mittels GPS-Systemen führt. Dieses Problem war nicht voraussehbar, als vor vielen Jahren die neue Schreibweise festgelegt wurde. Überhaupt wurden die Auswirkungen auf unterschiedliche Lebensbereiche unterschätzt.

Die Nomenklaturkommission legte die von ihr festgelegten Namen jeweils dem Gemeinderat zur Prüfung vor. Der Regierungsrat hat sie schliesslich im Rahmen der amtlichen Vermessung genehmigt. Im Bericht der Arbeitsgruppe ist jetzt zu lesen, dass den Mitgliedern in ihren langjährigen Tätigkeiten im Kanton oder in den Gemeinden nie der Wunsch der Bevölkerung nach einer Umbenennung der vertrauten Ortsnamen zu Ohren gekommen sei. Warum haben es Gemeinden und der Regierungsrat trotzdem getan?

Die Nomenklaturkommission befolgte Weisungen des Bundes, wendete dabei allerdings noch konsequenter die Mundart an, als vom Bund verlangt wurde. Vor kurzem hat nun auch der Bund seine Anweisungen in Richtung Schriftsprache geändert. (mso)