«Das perfekte Ende gibt es nicht»

Viktor Röthlin bestreitet am 17. August an der Heim-EM in Zürich seinen letzten Marathon als Profi. Im Ostschweiz-am-Sonntag-Interview spricht er über seine Medaillenchancen und über den richtigen Zeitpunkt abzutreten.

Raya Badraun/Ralf Streule
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«Ich werde nie mehr so hart trainieren wie heute morgen»: Viktor Röthlin, einen Monat vor Karrierenende. (Bild: Marc van Swoll)

«Ich werde nie mehr so hart trainieren wie heute morgen»: Viktor Röthlin, einen Monat vor Karrierenende. (Bild: Marc van Swoll)

LEICHTATHLETIK. Viktor Röthlin hat gerade gut 40 Trainingskilometer im Engadin absolviert, als er der Ostschweiz am Sonntag Red und Antwort steht. Der bald 40jährige Zentralschweizer wird am 17. August an der Leichtathletik-EM seinen letzten Marathon als Profi laufen. «Etwas Wehmut ist dabei. Vieles mache ich nun zum letzten Mal – nie mehr werde ich so viel trainieren wie heute morgen», sagt er. Das Ziel an der Heim-EM sei, «perfekt vorbereitet an den Start zu gehen». Dann sei auch eine Medaille möglich. Er sei derzeit die offizielle Nummer acht Europas, da liege ein Podestplatz in Reichweite. Weiter äussert er sich über seine neue Situation als eigentliche Nummer zwei des Landes: Mit der Einbürgerung von Abraham Tadesse hat er am EM-Lauf einen starken Konkurrenten aus dem eigenen Land. Dass sein Schweizer Rekord von 2:07:23 Stunden bald unterboten werden könnte, sei für ihn kein Problem. «Wichtig sind die Medaillen – die bleiben mir erhalten.»

Im Interview spricht Röthlin zudem davon, dass 2010 der «medial perfekte Zeitpunkt für einen Rücktritt» gewesen wäre. Damals war er, nach zwei Lungenembolien im Jahr zuvor, an der EM in Barcelona überlegen Europameister geworden. Der jetzige Zeitpunkt aber stimme für ihn persönlich. Er will sich in Zukunft als Lauftrainer mehr seiner Firma Vikmotion widmen. Und seiner Familie: Im April ist er zum zweitenmal Vater geworden. «Wenn ich mit den Kindern auf dem Spielplatz bin, weiss ich, dass der Zeitpunkt für den Rücktritt gekommen ist.» Und sowieso: «Das perfekte Ende gibt es nicht.»

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 20. Juli.

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