Neue Sorge um Montandon

FUSSBALL. Seit fünf Tagen bereitet sich der FC St.Gallen auf die Rückrunde der Super League vor. Trotz geringfügiger Störungen ist Trainer Jeff Saibene mit der Mannschaft sehr zufrieden. Einzig Philippe Montandon gibt Anlass zu Spekulationen.

Christian Brägger
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Die erste Trainingswoche des FC St. Gallen ist vorbei. Albert Bunjaku (vorne) und seine Teamkollegen kommen trotz der Kälte ganz schön ins Schwitzen. (Bild: freshfocus/Valeriano Di Domenico)

Die erste Trainingswoche des FC St. Gallen ist vorbei. Albert Bunjaku (vorne) und seine Teamkollegen kommen trotz der Kälte ganz schön ins Schwitzen. (Bild: freshfocus/Valeriano Di Domenico)

Zum Trainingsauftakt des FC St.Gallen strahlte am Montag die Sonne. Die Stimmung im Team war gut, auch wenn ein paar kleine Probleme auszumachen waren; doch über die war hinwegzusehen. In der Zwischenzeit lösten sie sich gar von alleine – oder wurden wie im Fall von Philippe Montandon zur möglichen Hiobsbotschaft. Dem 32jährigen Captain droht grosses Ungemach, vielleicht zum letztenmal als Fussballprofi.

Montandon, der trotz der achten Hirnerschütterung vom vergangenen August wieder voll trainiert und am Comeback gearbeitet hatte, musste ob der Intensität der Übungseinheiten vorläufig kapitulieren und zog sich zurück. Die Rückkehr in den Meisterschaftsbetrieb ist ungewisser denn je. «Philippe hatte wieder Kopfschmerzen. Auf die Trainings hat er leider nicht so gut reagiert. Wir müssen sehen, wie sich das entwickelt», sagte Saibene nachdenklich. Das verheisst nichts Gutes, zumal Montandon am Anfang der Woche gesagt hatte, dass er auf den Körper hören werde. Im schlimmsten Fall des gesundheitsbedingten Rücktritts – und davon ist im Moment eher auszugehen – würden die Ostschweizer auf der Innenverteidiger-Position aber keinen Ersatz verpflichten. Bereits am Montag hatte der Trainer gesagt, dass es hier, auch mit Blick auf den Nachwuchs, genügend Alternativen gebe.

Lappalien im Vergleich

Im Vergleich zum besorgniserregenden Rückzug Montandons war der Wunsch nach einer Luftveränderung von Ermir Lenjani eine Lappalie. Unter der Woche kam der Albaner diesem Ansinnen nach und unterschrieb beim französischen Ligue-1-Club Rennes einen mehrjährigen Vertrag. Gut für den FC St.Gallen, da er vor dem am 18. Januar beginnenden Trainingslager in Belek nun weiss, was Sache ist. Und mit wie viel Ablöse-Geld er auf dem Transfermarkt nochmals aktiv werden kann.

Neben Mickaël Facchinetti werde es einen zweiten Mann auf der Position des linken Aussenverteidigers benötigen, sagte Saibene. «Wir müssen aber schauen, was möglich ist.» Valable Kandidaten nannte er keine, und Sportchef Heinz Peischl war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der Coach mochte Lenjani jedenfalls den Karriere-Schritt gönnen: «Wir haben ihn aus der Challenge League geholt, Jetzt ist er Nationalspieler und spielt bei Rennes. Darauf können wir stolz sein.»

Auch wegen Everton war ein klein wenig Unruhe im Verein aufgekommen. Der Brasilianer hatte den Anschlussflug in der Heimat verpasst. Deswegen stiess der defensive Mittelfeldspieler erst während der Woche zur Mannschaft. Saibene gab sich zwar zugeknöpft. Doch wird Everton intern sicherlich sanktioniert. Daneben ist St.Gallens Sportchef Peischl kein Thema mehr bei Austria Wien. Falls er das überhaupt je einmal gewesen ist. Verschiedene Medien hatten vermeldet, der Traditionsclub Österreichs habe eine Auge auf den stillen Strategen geworfen. Nun besetzt Austria Wien die Stelle mit dem Einheimischen Franz Wohlfahrt, dem ehemaligen Nationalgoalie.

Kommt Bernegger?

Hingegen bleibt weiter ungewiss, ob der im «Tages Anzeiger» kolportierte Carlos Bernegger wirklich ein Kandidat als Nachwuchschef beim FC St.Gallen ist. Offenbar ist der im vergangenen Herbst in Luzern entlassene Trainer als möglicher Arbeitnehmer bei mehreren Vereinen im Gespräch – auch als Coach der Grasshoppers.

Dennoch: Trotz der einen, wenig erfreulichen Nachricht über Montandon zog Saibene nach den zehn Trainingseinheiten ein positives Fazit. «Das Team zieht voll mit, das Level stimmt. Unser Spiel lebt von der Fitness, jetzt legen wir die Basis dafür.» Noch bleiben dem FC St.Gallen für diese Basis vier Wochen.