Ein Team wächst über sich hinaus

FUSSBALL. St.Gallen trumpft im Rückspiel des Europa-League-Playoffs gegen Spartak Moskau gross auf. Nach dem 1:1 zu Hause gewinnt es auswärts mit 4:2. Die Qualifikation für die Gruppenphase ist einer der grössten Erfolge in der Clubgeschichte.

Patricia Loher/Moskau
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Auch er traf: Ein jubelnder Roberto Rodriguez nach dem Schlusspfiff. (Bild: Urs Bucher)

Auch er traf: Ein jubelnder Roberto Rodriguez nach dem Schlusspfiff. (Bild: Urs Bucher)

Spartak Moskau griff noch einmal an, ein Tor aber hätte den favorisierten Russen nicht genügt. Es hätten zwei sein müssen, um den Aussenseiter doch noch in die Schranken zu weisen. Doch der grosse Auftritt gehörte, wie so oft an diesem Abend, einem St.Galler. Einem Akteur aus einer Mannschaft, der in Moskau kaum Chancen eingeräumt worden waren. Dejan Janjatovic überlief alle seine Gegenspieler und düpierte am Ende den Goalie von Spartak Moskau mit einem perfekten Lobball. Es war das 4:2, es lief die 88. Minute. St.Gallens Spieler fielen sich in die Arme.

FCSG-Fans empfangen das Team am Flughafen in Zürich. (Bild: Urs Bucher)
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Zwei Fans stehen für den Bus des FC St.Gallen am Flughafen in Zürich Spalier. (Bild: Urs Bucher)
Doppeltorschütze Goran Karanovic wird nach seiner Rückkehr aus Moskau interviewt. Links Dejan Janjatovic und Stéphane Nater. (Bild: Urs Bucher)
Gute Stimmung vor der Abreise: Spieler und Betreuer des FC St.Gallen posieren mit Fans am Flughafen in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Goalie Daniel Lopar steuert am Flughafen in Zürich auf den Ausgang zu. (Bild: Urs Bucher)
Glückwünsche für Captain Philippe Montandon von zwei Anhängerinnen des FC St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)
Ein Bild als Erinnerung: Stéphane Nater vor der Abreise aus Moskau mit einem Fan des FC St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)
Riesiger Jubel bei den St.Galler Anhängern: Ihre Lieblinge stehen in der Gruppenphase der Europa League. (Bild: Urs Bucher)
Der Torschütze zum 3:1: Roberto Rodriguez feiert nach dem Spiel. (Bild: Urs Bucher)
Die grünweissen Fahnen wehten zahlreich in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Trainer Jeff Saibene beglückwünscht Dejan Janjatovic. (Bild: Urs Bucher)
Die gegen 400 St.Galler Fans unterstützten ihre Lieblinge lautstark. (Bild: Urs Bucher)
Riesenjubel bei St.Gallen: Ein akrobatischer Matias Vitkieviez. (Bild: Urs Bucher)
Die St.Galler jubeln mit ihren Anhängern nach dem Coup von Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Weiss auf Schwarz: Der FC St.Gallen gewinnt 4:2 bei Spartak Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Goran Karanovic verschenkt sein Trikot an eine russische Fotografin. (Bild: Urs Bucher)
Bei der Aufstiegsfeier vor etwas mehr als einem Jahr noch ausgepfiffen, jetzt der grosse Sieger: Trainer Jeff Saibene. (Bild: Urs Bucher)
Das Warten auf den Schlusspfiff. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic nach seinem Tor zum 4:2. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic lässt sich nach dem alles entscheidenden 4:2 feiern. (Bild: Urs Bucher)
Zwischenzeitlicher Frust bei den St.Gallern nach dem zweiten Moskauer Treffer. (Bild: Urs Bucher)
St.Gallens Doppeltorschütze Goran Karanovic gegen Evgeni Makeev. (Bild: Urs Bucher)
Enttäuschte Moskauer Fans - die ersten gingen schon ab der 70. Minute heim. (Bild: Urs Bucher)
Matias Vitkieviez im Kopfballduell mit Rafael Carioca. (Bild: Urs Bucher)
Der zweifache Torschütze Goran Karanovic wird ausgewechselt. (Bild: Urs Bucher)
Herrlich: Roberto Rodriguez trifft zum zwischenzeitlichen 3:1 für St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)
Der Ball geht rein: 3:1 für den FCSG! (Bild: Urs Bucher)
St.Gallens Mario Mutsch gegen Yura Movsisyan. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic behauptet den Ball. (Bild: Urs Bucher)
Er brachte St.Gallen auf die Siegerstrasse: Doppeltorschütze Goran Karanovic. (Bild: Urs Bucher)
St.Galler Jubel nach dem 1:1-Ausgleich durch Goran Karanovic. (Bild: Urs Bucher)
Gut gefülltes Stadion: Moskauer und St.Galler Fans. (Bild: Urs Bucher)
Engagiert an der Seitenlinie: Trainer Jeff Saibene. (Bild: Urs Bucher)
Jeff Saibene und sein Assistent Daniel Tarone vor dem Match. (Bild: Urs Bucher)
Die St.Galler Startelf vor dem Anpfiff. (Bild: Urs Bucher)
Friedliche Stimmung: Moskauer Anhängerinnen mit dem geteilten Matchschal vor dem Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Fans des FC St.Gallen posieren mit zwei Moskauer Anhängern. (Bild: Urs Bucher)
Ein Gruppenbild vor dem Match im Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Volle Konzentration: Philippe Montandon, Daniel Lopar und Alhassane Keita (v.l.) vor der entscheidenden Partie. (Bild: Urs Bucher)
Von einer Polizeieskorte begleitet fährt der Mannschaftsbus des FC St.Gallen zum Match ins Stadion. (Bild: Urs Bucher)
St.Galler Fans auf dem Roten Platz in Moskau, kurz vor dem Spiel gegen Spartak Moskau. (Bild: Urs Bucher)
"Hopp Sanggalle" vor einmaliger Kulisse. (Bild: Urs Bucher)
Die Vorfreude auf ein einmaliges Spiel ist diesen St.Galler Fans ins Gesicht geschrieben. (Bild: Urs Bucher)
In sportlichem Tenü statt wie gewohnt im Anzug: Präsident Dölf Früh. Neben ihm verlässt Stürmer Alhassane Keita das Teamhotel. (Bild: Urs Bucher)
Der FC St.Gallen residiert im Moskauer Sheraton-Hotel. (Bild: Urs Bucher)
Ab zum Training: Cheftrainer Jeff Saibene besteigt den Bus beim Hotel. (Bild: Urs Bucher)
Der FC St.Gallen dreht im Chimki-Stadion Runden. (Bild: Urs Bucher)
Training in der Abendsonne: Ermir Lenjani (l.) und Matias Vitkieviez im Chimki-Stadion. (Bild: Urs Bucher)
In diesem Stadion entscheidet sich am Donnerstagabend, ob der FC St.Gallen die Gruppenphase der Europa League erreicht. (Bild: Urs Bucher)
Das Chimki-Stadion liegt rund 30 Kilometer ausserhalb Moskaus. (Bild: Urs Bucher)
Konzentriertes Arbeiten im Training in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Die Mannschaft trottet vom Platz. (Bild: Urs Bucher)
Eine Ansicht des Stadions aus der Vogelperspektive. (Bild: Urs Bucher)
Jeff Saibene inspiziert das Chimki-Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Einlaufen des Teams im Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Stretchen, damit sich vor dem Match keiner mehr verletzt. (Bild: Urs Bucher)
Wie ein Feldherr: Jeff Saibene überwacht die Dehnübungen seiner Spieler. (Bild: Urs Bucher)
Trainer Jeff Saibene nimmt vor der Pressekonferenz Platz. (Bild: Urs Bucher)
Guter Dinge: Trainer Jeff Saibene und Goalie Daniel Lopar an der Medienorientierung vom Mittwoch in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Hallo, Moskau: Alhassane Keita und Matias Vitkieviez betreten russischen Boden. (Bild: Urs Bucher)
Stunden zuvor: Captain Philippe Montandon bei der Ankunft am Flughafen Zürich. (Bild: Urs Bucher)
Die Spieler und Trainer Jeff Saibene steigen am Flughafen Zürich aus dem Teambus. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic, Ermir Lenjani, Goran Karanovic und Stéphane Nater (v.l.) vor dem Abflug nach Osteuropa. (Bild: Urs Bucher)
Letztes Interview auf Schweizer Boden: Jeff Saibene. (Bild: Urs Bucher)
Auch die Meinung von Captain Philippe Montandon ist vor dem Abflug nach Moskau noch einmal gefragt. (Bild: Urs Bucher)
Die Mannschaft des FC St.Gallen steigt in die Chartermaschine. (Bild: Urs Bucher)
Alhassane Keita verstaut sein Handgepäck. (Bild: Urs Bucher)
Mit viel Zuversicht im Gepäck fliegt die St.Galler Delegation nach Moskau - zuvorderst im Bild Goalietrainer Stefano Razzetti (links) und Präsident Dölf Früh. (Bild: Urs Bucher)
Captain Philippe Montandon hat sich einen Fensterplatz ausgesucht (Bild: Urs Bucher)
Matias Vitkieviez versucht sich als Flight Attendant. (Bild: Urs Bucher)
Cheftrainer Jeff Saibene hat auch im Flugzeug alles unter Kontrolle. (Bild: Urs Bucher)
Vertrieben sich die Zeit mit Musik: Stéphane Besle (links) und Sébastien Wüthrich nach der Landung in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Goalie Daniel Lopar und Verteidiger Mario Mutsch unterwegs in Richtung Flughafengebäude. (Bild: Urs Bucher)
Captain Philippe Montandon (Mitte) und Ersatzgoalie Marcel Herzog beim Transfer ins Flughafengebäude. (Bild: Urs Bucher)
Vor der Passkontrolle: Mario Schönenberger, Assistenztrainer Daniel Tarone, Marcel Herzog und Philippe Montandon (v.l.) (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic nach der Landung in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Stéphane Nater am Moskauer Flughafen. (Bild: Urs Bucher)
Auf dem Weg ins Hotel Sheraton: Ermir Lenjani hat fast zuhinterst im Bus Platz genommen. (Bild: Urs Bucher)

FCSG-Fans empfangen das Team am Flughafen in Zürich. (Bild: Urs Bucher)

«Oh wie ist das schön», hatten die Anhänger aus der Ostschweiz schon lange vorher angestimmt, nach dem 3:1 durch Roberto Rodriguez in der 36. Minute applaudierten dem Gast selbst die einheimischen Zuschauer. Die Situation in der Chimki-Arena war oft bizarr. St.Gallen bestritt phasenweise ein Heimspiel. Verdient hatten sich die Gäste die Anerkennung zweifellos. Sie lieferten in Moskau bei einem scheinbar übermächtigen Gegner eine Leistung für die Geschichtsbücher ab. St.Gallen wuchs über sich hinaus.

St.Gallen effizienter
Mit Ausnahme der ersten zehn Minuten hatten die Ostschweizer Spartak Moskau, in der Vorsaison immerhin Champions-League-Teilnehmer, immer im Griff. Der frühe Rückstand nach 54 Sekunden hätte wegweisend sein können. «Doch unsere Mannschaft hat ihren starken Charakter unter Beweis gestellt», sagte Präsident Dölf Früh. Die Russen hatten wuchtig begonnen, St.Gallen schien beeindruckt. Nur war der Schwung nach 15 Minuten weg. Der Gast übernahm immer mehr das Diktat. Die Mannschaft stand hoch, Marco Mathys und Rodriguez trieben das Spiel an. So wie schon im Hinspiel kaufte St.Gallen Spartak Moskau auch auswärts den Schneid ab. Die Ostschweizer machten praktisch alles gleich gut wie eine Woche zuvor. Und eines gelang ihnen gar noch besser: Sie waren effizienter. Zuerst traf Goran Karanovic in der 17. Minute zum 1:1, danach in der 32. Minute zum 2:1.

Die Verwunderung von Früh
Auch Präsident Früh gestand, manchmal habe er sich verwundert die Augen gerieben. Denn St.Gallen trat auf, als ob es jedes Jahr in der Europa League spielen würde. Keiner fiel ab, aber alle auf, hinzu kam, dass Goalie Daniel Lopar in der zweiten Hälfte zweimal glänzend parierte. «Ich bin stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein», sagte Jeff Saibene. Es war ihm anzusehen, dass er den Erfolg noch nicht richtig fassen konnte. «Vor zwei Jahren spielten wir noch in der Challenge League, nun schafften wir den Sprung in die Gruppenphase der Europa League. Unglaublich.»

Nater fällt aus
St.Gallens Erfolg ist vergleichbar mit dem Coup des Herbstes 2000, als die Ostschweizer Chelsea bezwangen. So wie damals verfügt St.Gallen über eine ausgezeichnete zusammengesetzte, gut harmonierende Mannschaft. Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Stéphane Nater, der mit Adduktorenproblemen zwei bis drei Wochen ausfallen wird. Nach der Auslosung der Gruppenspiele am Freitag trifft St.Gallen am Sonntag in der Meisterschaft zu Hause auf Luzern. Das Team von Saibene wird sich zumindest bis zur Winterpause gerne an den neuen Rhythmus gewöhnen.

Spartak Moskau - St.Gallen 2:4 (1:3)
Chimki-Arena. - 12'000 Zuschauer. - SR Makkelie (Ho). - Tore: 1. (0:54) Özbiliz 1:0. 17. Karanovic (Rodriguez) 1:1. 32. Karanovic (Flanke Vitkieviez) 1:2. 36. Rodriguez (Mathys) 1:3. 83. Mowsisjan 2:3. 88. Janjatovic 2:4.
Spartak Moskau: Pesjakow; Parschiwljuk, Suchy, Makejew, Dimitri Kombarow; Rafael Carioca; Özbiliz, Jurado, Tino Costa (77. Källström), Waris (46. Mowsisjan); Barrios (55. Jakowlew).
St.Gallen: Lopar; Mutsch, Montandon, Besle, Lenjani; Nater (68. Schönenberger), Janjatovic; Vitkieviez (77. Martic), Mathys, Rodriguez; Karanovic (71. Keita).
Bemerkungen: Spartak Moskau ohne Bocchetti, Brysgalow, McGeady und Rômulo, St.Gallen ohne Cavusevic, Demiri, Ivic, Lehmann (alle verletzt) und Nushi (kein Visum). 79. Tor von Mowsisjan aberkannt (Offside). Verwarnungen: 41. Mutsch. 56. Suchy. 70. Özbiliz (alle wegen Fouls).