Gilli fordert Überwachung der Handy-Strahlung

Die St. Gallerin Yvonne Gilli und 60 weitere Nationalräte fordern den Bundesrat auf, eine grossangelegte Messung der Mobilfunkstrahlung zu forcieren.

David Angst
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Bern. Es gibt keine Gemeinde, in der nicht schon Einwohner, Behörden und Kommunikationsfirmen über die Mobiltelefonstrahlung gestritten haben. Was die Telefone und Antennen aussenden, nennt man «nichtionisierende Strahlung», und ihre Wirkung auf den Menschen ist bis jetzt erst ungenügend erforscht. Dabei sind es längst nicht nur Mobilfunkantennen, die Strahlung verursachen.

Messgeräte zum Mitnehmen

Funktelefone, W-LAN-Geräte, Zugangsdetektoren an Gebäudepforten, medizinische Geräte, sie alle senden Strahlen aus. Ihre Stärke lässt sich mit fixen Stationen schon länger messen. Erst vor kurzem hat aber ein Schweizer Forscherteam erste Resultate mit mobilen Messgeräten publiziert.

Die Forscher der Nationalfondsstudie NFP57 haben 166 Personen in der Region Basel mit Exposimetern versehen. Die Geräte sind rund 450 Gramm schwer und können überallhin mitgenommen werden.

So lässt sich messen, wo der Mensch welcher Belastung ausgesetzt ist.

Die Grüne St. Galler Nationalrätin Yvonne Gilli verlangt nun ein grossangelegtes Monitoring – sprich eine systematische Überwachung der Bestrahlung. «Jetzt wo die Technik nachweislich funktioniert, sollte man sie auch anwenden», sagt sie im Gespräch mit dieser Zeitung, «für andere Belastungen wie Luftverschmutzung oder Lärm macht man solche Messungen schliesslich auch.

» Zusammen mit 60 Mitunterzeichnern hat Yvonne Gilli diese Woche ein Postulat eingereicht, in dem sie den Bundesrat dazu auffordert, entsprechende Massnahmen einzuleiten.

Wirkung umstritten

Die Nationalfondsstudie NFP57 «Qualifex» von Martin Röösli und Mitarbeitern untersucht, wie stark die Bevölkerung verschiedenen Quellen von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern ausgesetzt ist.

Sie geht auch der Frage nach, ob im Alltag elektromagnetische Felder Symptome verursachen oder die «gesundheitsbezogene Lebensqualität» beeinträchtigen können.

Über den Einfluss der Strahlung auf die Gesundheit könne vorläufig noch keine «konsistente Aussage» gemacht werden, sagt Patrizia Frei vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Basel, die an der Studie mitarbeitet, auf Anfrage. Darüber soll aber die aktuelle Untersuchung der «Qualifex»-Studie mehr Aufschluss geben.

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