Bund will Bankdaten bald über das Internet austauschen

Die Eidgenössische Steuerverwaltung arbeitet an einem Computersystem für den Austausch von Bankdaten mit fremden Staaten. Um die Risiken im Internet einzudämmen, wird sie dafür wohl ein eigenes Programm entwickeln.

David Schaffner
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Datenlecks können dazu führen, dass der Informations-Austausch über das Internet gefährlich ist. (Bild: fotolia)

Datenlecks können dazu führen, dass der Informations-Austausch über das Internet gefährlich ist. (Bild: fotolia)

BERN. Tauscht der Bund künftig Bankdaten mit anderen Staaten aus, soll der technische Transfer neu über das Internet verlaufen: «Im Hinblick auf einen möglichen automatischen Informationsaustausch werden wir künftig Daten über das Internet verschicken», erklärt ein Sprecher der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) auf Anfrage der Ostschweiz am Sonntag. Dass die Schweiz in den kommenden Jahren auf einen automatischen Austausch einwilligen wird, ist bereits so gut wie sicher. Erst diese Woche erklärte die zuständige Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf: «Wir müssen nach vorne Richtung automatischem Informationsaustausch gehen.»

Obwohl mit einem Versand über das Internet künftig die Risiken steigen, sichern die Verantwortlichen in der Steuerverwaltung zu, dass Datenlecks kein Problem sein werden: «Sind die Daten genug stark verschlüsselt, können sie von Dritten nicht gelesen werden.» Offenbar erwägen die Verantwortlichen beim Bund, für den Online-Versand der Daten ein eigenes System programmieren zu lassen. Damit wollen sie verhindern, dass Dritte allenfalls eine Hintertüre zum Programm einbauen. Die Spionage-Affäre um den Geheimdienst NSA zeigte jüngst, dass amerikanische Schlapphüte offenbar über versteckte Zugänge zu mehreren Computersystemen verfügen, die bis dahin als sicher galten. Weisen Computerprogramme solche Hintertüren auf, bringen auch Verschlüsselungen keine Sicherheit.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 24. November.

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