«Krieg der Sterne» und Soldaten-Lyrik

Klassik trifft auf Rock: Das junge Orchester Camerata Salonistica spannt mit dem Engelburger Musiker Gion Stump und dessen Band zusammen. Sie interpretieren Rocksongs, vertonen Soldaten-Gedichte und spielen auch ein bisschen «Star Wars».

Roger Berhalter
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«Ein Traum geht in Erfüllung»: Sänger Gion Stump und Dirigent Michael Schläpfer beim Proben. (Bild: Urs Bucher)

«Ein Traum geht in Erfüllung»: Sänger Gion Stump und Dirigent Michael Schläpfer beim Proben. (Bild: Urs Bucher)

Das Imperium schlägt zurück, diesmal im Gemeindezentrum Mörschwil. Hier probt die Camerata Salonistica gerade für ihren nächsten Auftritt. Bläser stossen Fanfaren aus, Cello- und Geigenbögen sausen im Takt auf und ab, das Schlagzeug marschiert, und es erklingt die martialische Erkennungsmelodie des bösen Imperiums aus der «Star Wars»-Filmreihe: «Taa! Taa! Taa! Ta, tadaa! Ta, tadaa!»

Michael Schläpfer, Gründer und Leiter der Camerata Salonistica, nimmt gerne Filmmusik ins Repertoire: «Die Musiker wünschen es, und auch für mich als Dirigent ist es dankbar.» Denn spiele er mit seinem jungen Orchester «Krieg der Sterne», sei der Inhalt zur Musik klar. «Es ist Musik mit Bildern», sagt Schläpfer, der im übrigen überhaupt nicht auf epische Weltraumschlachten steht.

Premiere der «War Poems»

Anders Gion Stump. Der Engelburger Musiker und Komponist hat die «Star Wars»-Musik schon als kleiner Bub gehört und schaut sich auch die Filme immer wieder gerne an. Er freut sich gleich dreifach auf das kommende Wochenende. Erstens, weil er mit der Camerata Salonistica seine Komposition «War Poems» zum ersten Mal aufführen kann. Zweitens, weil danach die «Krieg der Sterne»-Filmmusik von John Williams erklingt. Und drittens, weil er im zweiten Teil des Abends seine eigenen Songs mit dem Orchester zum besten gibt. Rock trifft auf Klassik, Gion Stump und seine Band The Lighthouse Project treffen auf die knapp 50 Musikerinnen und Musiker der Camerata Salonistica.

Angefangen hat alles mit dem Gedicht «A Soldier's Dream» des englischen Soldaten Billy Little. Gion Stump las diese Zeilen eines Abschied nehmenden Soldaten und schrieb einen Song dazu. Im Sommer 2012 spielte er mit seiner Band im englischen Suffolk – und Billy Little persönlich kam ans Konzert und weinte vor Rührung. «Da wusste ich, dass ich mehr solche Gedichte vertonen wollte», sagt Stump. Der 22-Jährige sammelte weitere Soldaten-Lyrik und schrieb die Musik dazu. «War Poems» heisst die Komposition, die am Wochenende Premiere feiert, mit Gion Stump als Solosänger.

Rocksongs fürs Orchester

Während der erste Teil des Abends klassisch verläuft, soll der zweite Teil zum Rockkonzert samt Lichtshow werden. Dann betritt auch die Band von Gion Stump die Bühne: Claudio Weder (Klavier), Orlando De Toffol (Gitarre), Samuel Näf (Bass) und Reto Stump (Schlagzeug). Gion Stump hat die Songs seiner Band für Orchester arrangiert: «Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht.» Er bezeichnet die Klassik als seine erste grosse Liebe. Ins klassische Fach wechseln wolle er aber nicht: «Singe ich Rock, kann ich auf der Bühne den Verrückten spielen. In einem Orchester geht das nicht.»

Sa, Tonhalle Wil, 19.30 Uhr; So, Tonhalle St. Gallen, 17 Uhr