Unterendingen
Über 70 Töfflifahrer messen sich auf dem Bollhof – zu gewinnen gibt es einen Sack «Hördöpfel»

Auf dem Bollhof findet ein ausgefallenes Rennen statt: Warum Rauchbomben und Hörner am ersten Töffli GP seiner Art im Kanton verboten sind.

Stefanie Garcia Lainez
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Sie organisieren das erste Töfflirennen im Bezirk: Pascal Bucher (hintere Reihe v.l.), Joël Pfyffer, Samuel Huwyler, Dominik Baldinger sowie Christoph Senn (vordere Reihe v.l.) und Marco Binder.

Sie organisieren das erste Töfflirennen im Bezirk: Pascal Bucher (hintere Reihe v.l.), Joël Pfyffer, Samuel Huwyler, Dominik Baldinger sowie Christoph Senn (vordere Reihe v.l.) und Marco Binder.

zvg/Humus Artwork

Knatternde Auspuffe und rasende Puchs, Ciaos und Clios: Am Samstag messen sich 17 Teams mit über 70 Fahrerinnen und Fahrer am Töffli GP auf dem Bollhof in Unterendingen. Sechs Zurzibieter organisieren mit dem neu gegründeten Verein Gschwellti Party Extended zum ersten Mal ein ausgefallenes Töfflirennen. Und feiern damit gleich ein besonderes Jubiläum.

Doch von vorne: Seit zehn Jahren veranstalten Samuel Huwyler (33) und Pascal Bucher (27) mit dem selbst gegründeten Partylabel «Gschwellti Party» ausgefallene private Feste in der Region. «Unser Konzept ist es, jedes Jahr etwas komplett Neues auf die Beine zu stellen», sagt Samuel Huwyler, der in Endingen aufgewachsen ist und heute in Wettingen lebt.

Ob Schaumparty, Balloon-Saloon, bei dem der Keller bis auf Brusthöhe mit Ballonen gefüllt ist, Jenga-Meisterschaft oder eine Disco im Keller des Elternhauses, bei der jeder Gast Gschwellti und Käse mitbringt – keine Party wird wiederholt, auch wenn sie noch so erfolgreich war. Eingeladen werden jeweils je nach Platz zwischen 20 und 50 Personen aus dem Freundeskreis der beiden.

«Für unsere Jubiläumsausgabe wollten wir etwas ganz Besonderes für alle machen, das es so in der Region noch nie gegeben hat», sagt Samuel Huwyler. Dafür holten sie den Einfall «Töffli GP» aus ihrer Ideenschublade.

OK wurde mit Anmeldungen überrannt

Um das Rennen umzusetzen, holten die beiden Surbtaler vier weitere Freunde an Board und gründeten einen neuen Verein. Auf dem Bollhof, wo Vereinspräsident Christoph Senn aufgewachsen ist, fanden die beiden den idealen Austragungsort:

Anfang Jahr ging die Website online und die Gruppe informierte ihren Freundeskreis über ihr Vorhaben. «Innert kürzester Zeit hatten wir 17 Teams zusammen», sagt Samuel Huwyler. «Eigentlich wollten wir maximal 15. Aber wir waren zu langsam, um das Anmeldeformular von der Website herunterzuholen», ergänzt er mit einem Schmunzeln. Noch heute erhalte er fast täglich Anfragen von weiteren Teams, die sich anmelden möchten.

Die 17 Teams mit Fahrern und einer Handvoll Fahrerinnen stammen alle aus der Gegend. «Das war uns wichtig», sagt Samuel Huwyler. «Wir behielten uns deshalb als Organisator auch vor, Teams aus der Region den Vorrang zu geben.» Auch das OK geht an den Start.

Joël Pfyffer (v.l.), Samuel Huwyler, Christoph Senn, Dominik Baldinger, Marco Binder und Pascal Bucher fahren selbst auch am Rennen mit.

Joël Pfyffer (v.l.), Samuel Huwyler, Christoph Senn, Dominik Baldinger, Marco Binder und Pascal Bucher fahren selbst auch am Rennen mit.

zvg/Humus Artwork

Die Rolle der unparteiischen Rennleitung haben Personen aus der Region inne, die sich mit Töfflis auskennen. Jedes Team schickt drei bis sechs Fahrerinnen oder Fahrer mit einem Töffli an vier verschiedenen Kategorien an den Start. Pro Kategorie wird ein Gewinnerteam erkoren. Der Hauptpreis: ein Sack «Hördöpfel» wie bei allen «Geschwellti»-Partys.

«Wir überlegten uns, was alles Spass machen könnte, und wollten möglichst allen Teams eine Chance auf einen Sieg geben.» Bei «Show and Shine» wird vom Publikum das Team mit dem ausgefallensten Töffli, Namen und Outfit gekürt.

Beim «Drag-Racing» über 100 Meter auf Asphalt geht es um schnelles Beschleunigen, während beim «Hill-Climbing» das Können des Fahrers entscheidend ist: Er oder sie muss wissen, wie mit dem Töffli den Berg heraufzufahren, ohne mit dem Fuss den Boden zu berühren, denn dann wird die Zeit gestoppt.

Beim Hauptrennen «Töffli-Cross» müssen die Mofas während 90 Minuten auf einem kurvenreichen Rundkurs Ausdauer beweisen. «Das wird spannend. Vor allem, wenn plötzlich eines der Töffli beginnt zu rauchen und der Fahrer einen Boxenstopp wie in der Formel 1 einlegen muss.»

Maximal 500 Besucherinnen und Besucher sind erlaubt

Beim Festlegen der Regeln überlegten sich die sechs Jungs, mit was sie gerne ihr eigenes Renntöffli ausstatten möchten – aber zu gefährlich ist für ein Rennen. So sind beispielsweise Hörner, Nieten, Stacheln oder Feuerwerkskörper verboten.

«Wir hätten gerne während des Rennens eine Rauchbombe gezündet», sagt Samuel Huwyler und lacht. «Aber das Rennen sollte natürlich möglichst ohne Unfälle verlaufen.» Erlaubt sind Rennsätze mit einem Hubraum von maximal 65 Kubik.

Es kam ein buntes Teilnehmerfeld zu Stande mit jüngeren und älteren Starterinnen und Startern. Durchmischt soll auch das Publikum sein: «Unser Töffli GP richtet sich an Kinder, Töfflibuebe und -meitli, Erwachsene und Grosseltern», sagt Samuel Huwyler. Deshalb sei auch der Eintritt kostenlos:

«Der GP soll Dorffestcharakter haben.»

Die Kosten deckt der Verein mit der Unterstützung der zahlreichen Sponsoren und den Einnahmen aus der Festwirtschaft mit Burgern, Hotdogs oder Grilladen und den beiden Bars «Tankstelle» und «Cup der guten Hoffnung.» Wegen Corona ist die Anzahl der Besucherinnen und Besucher auf 500 beschränkt. Masken- oder Zertifikatspflicht gilt auf dem Gelände keine.

Der Töffli GP könnte der erste Anlass sein, den Samuel Huwyler und Pascal Bucher ein weiteres Mal durchführen: «Wenn es super läuft, ist die Chance gross, dass wir das Rennen wiederholen.»

Töffli GB Bollhof: Samstag, 14. August, ab 11 Uhr, Bollhof Endingen.

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