Klingnau
Trauer im Städtchen: Wirt Stefano Picone überraschend verstorben – mit seinem Restaurant erfüllte er sich einen Traum

Stefano Picone arbeitete erst 25 Jahre lang in einer Stahlbaufirma, ehe er zum Gastronom wurde – und sich über die Region hinaus einen Namen machte.

Philipp Zimmermann
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So kannte man ihn: Gastwirt Stefano Picone im grossen Saal seines Restaurants.

So kannte man ihn: Gastwirt Stefano Picone im grossen Saal seines Restaurants.

Louis Probst (11.10.2020

Stefano Picone hat sich über Jahre einen Namen gemacht in der Gastronomieszene der Region – und dafür hart gearbeitet. Dabei war er ursprünglich gar nicht in der Gastronomie tätig. In Sizilien im Piemont aufgewachsen, kam er 1965 in die Schweiz. In Döttingen arbeitete er bei der Stahlbaufirma Zschokke-Wartmann – 25 Jahre lang, bis der Betrieb eingestellt wurde. Dann entschied sich Picone, Wirt zu werden. Das kam nicht von ungefähr: Er hatte schon länger am Wochenende Pizzen gebacken, im Saal im Obergeschoss des Klingnauer «Elefanten». Dort führte die Associazione Nazionale Famiglie Emigrati (Anfe) - eine Organisation, die italienische Familien im Ausland unterstützte - ein Lokal.

Und so setzte Stefano Picone nun voll auf die Karte Gastronomie. Erst führte er ab 1992 das heute längst geschlossene Klingnauer Restaurant Sommerau an der Weierstrasse. Nach zweieinhalb Jahren übernahm er die «Fischerstube» in Döttingen und führte auch sie zu neuer Blüte.

Traditionsreiches Hotel übernommen

Einige Jahre später ergriff er die Chance, das traditionsreiche Hotel Vogel im Herzen des Klingnauer Städtchens zu kaufen. Damit füllte er sich den Traum vom eigenen Restaurant. Der neue Eigentümer sanierte die Liegenschaft und baute sie teilweise um. Im Herbst 1998 feierte er mit seiner Familie die grosse Eröffnung des «Picone», wie das Hotel-Restaurant neu hiess.

An Stefano Picones Seite war stets seine Ehefrau Margrit. Mit ihr gemeinsam baute er sein späteres Vermächtnis auf. Angepackt haben auch immer seine drei Kinder. Er war stolz auf seinen Familienbetrieb. Gerne sass er auch mit Gästen am Stammtisch und lebte seine gesellige Ader aus. Später erwarb er zudem die «Ecke» an der Klingnauer Dorfstrasse, wobei diese später in Wohnraum umgebaut wurde.

Ein Familienbetrieb

Gerade im Sommer, wenn die Gartenwirtschaft des «Picone» bis zum oberen Brunnen erweitert werden darf, blüht hier das Leben. Der Wirt und sein Team haben sich in der Region und darüber hinaus einen Namen gemacht. Das Restaurant geniesst einen guten Ruf. Die vielen Stammgäste, die gerne im Lokal einkehren, unterstreichen das.

Für Stefano Picone und seine Ehefrau Margrit brachte das Wirtedasein auch viel Arbeit im Familienbetrieb mit sich. Bereut hat er das nie. «Ich würde mich wieder so entscheiden», sagte er erst im Oktober zu dieser Zeitung. Am 23. Januar ist er im Alter von 76 Jahren überraschend, nach kurzer Krankheit, verstorben. Seine Kinder Sandra, Michael und Settimo werden das Hotel-Restaurant «Picone» in seinem Sinne weiterführen.

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