Leuggern
Stimmvolk sagt Ja zu höherem Lohn für den Gemeinderat und segnet den Übertritt in den Gemeindeverband «Oberstufe Kirchspiel» ab

Die Leuggermer Sommergmeind von Mittwochabend hat auch dem Kauf der Liegenschaft am Kirchplatz 2 zugestimmt. Damit verfügt die Gemeinde nun über sechs Alterswohnungen im Dorfzentrum.

Stefanie Garcia Lainez
Merken
Drucken
Teilen

Die Gemeinderäte in Leuggern erhalten jeweils 1000 Franken mehr Lohn: Dem haben die 47 anwesenden von insgesamt 1479 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Sommergmeind diskussionslos zugestimmt – 36 sagten Ja, niemand stimmte dagegen. Somit erhält der Gemeindeammann für die Amtsperiode 2022/25 neu 23'000 Franken, der Vizeammann neu 16'000 Franken und die anderen Gemeinderatsmitglieder je 14'000 Franken.

Die letzte Anpassung der Gemeinderatsbesoldung liegt acht Jahre zurück. Gemäss Traktandenbericht liegt die Gemeinde Leuggern knapp unter der Durchschnittsbesoldung der Gemeinden mit Einwohnerzahlen zwischen 1251 und 2500 Personen. «Diese Entschädigung für die politische Tätigkeit in der Gemeinde wird nie den effektiven Aufwand abdecken», heisst es im Bericht weiter. «Nach wie vor ist diese Tätigkeit zu einem gewissen Teil als ehrenamtlich zu verstehen.»

Leuggern tritt Oberstufen-Gemeindeverband bei

Die Sommergmeind beschloss auch mit grossem Mehr, mit 39 Ja- zu 6 Nein-Stimmen, den Kauf der Liegenschaft am Kirchplatz 2 für insgesamt 1,35 Millionen Franken. «Mit einem Erwerb dieser Liegenschaft würde die Gemeinde Leuggern über sechs Alterswohnungen im Zentrum von Leuggern verfügen», heisst es im Traktandenbericht. Der baukonstruktive Zustand und der Unterhaltszustand seien gut. Es bestehe mittelfristiger Erneuerungsbedarf des Heizungsbrenners, der Küchen und Nassräume sowie der Oberflächen.

Diskussionslos segneten die Leuggermer auch den Beitritt zum Gemeindeverband «Oberstufe Kirchspiel» und dessen Satzungen ab. Zur Erinnerung: Im vergangenen Sommer entschied der Aargauer Regierungsrat, dass die Bezirksschule in Leuggern im Gegensatz zu jener in Klingnau bestehen bleibt. Seither arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aller beteiligter Gemeinden intensiv auf die Gründung des neuen Gemeindeverbandes «Oberstufe Kirchspiel» hin. Die neue Schule soll im August 2022 ihren Betrieb aufnehmen und Standorte in Leuggern und Kleindöttingen haben.

Im vergangenen Sommer entschied der Aargauer Regierungsrat, dass die Bezirksschule in Leuggern bestehen bleibt.

Im vergangenen Sommer entschied der Aargauer Regierungsrat, dass die Bezirksschule in Leuggern bestehen bleibt.

Philipp Zimmermann

Mit dem Entscheid von der Sommergmeind wurde auch die Auflösung des Gemeindeverbands «Kreisbezirksschule Leuggern» und Aufhebung des Gemeindevertrags Schulkreis Kirchspiel beschlossen.

Angenommen hat das Stimmvolk zudem auch die Verwaltungsrechnung 2020. Diese schloss mit einem Ertragsüberschuss von rund einer Million Franken bei einem budgetierten Minus von knapp 190'000 Franken erneut einiges besser ab als vorgesehen. 2019 war das Resultat noch besser: Damals nahm Leuggern noch fast 29 Millionen Franken ein. Dies, nachdem eine Einwohnerin bei der Lotterie Euro Millions gewonnen hatte.

Die allgemeinen Gemeindesteuern der Rechnung 2020 liegen mit rund 5 Millionen Franken rund 320'000 Franken über dem Budget. Auch die Aktiensteuern sind mit rund 215'000 Franken ebenfalls rund 55'000 Franken höher als budgetiert, aber tiefer wie im Vorjahr. Während der Nettoaufwand in allen Abteilungen gemäss Traktandenbericht tiefer liegt als die Budgetvorgaben, sind die Pflegefinanzierungskosten abermals um knapp 25'000 Franken gestiegen. Auch die Kosten an die Spitex seien mit fast 190'000 Franken (Vorjahr: 127'000 Franken) massiv angestiegen. «Coronabedingt fielen ausserordentliche Kosten von über 30'000 Franken an», schreibt der Gemeinderat.