Kaiserstuhl
Städtchen plant 160 neue Parkplätze rund um den Bahnhof – fast die Hälfte davon als Park-and-Ride

Pendler, wegfallende Parkfelder, steigende Nachfrage nach Abstellplätzen: Der Bahnhof in Kaiserstuhl soll zur ÖV-Drehscheibe werden.

Stefanie Garcia Lainez
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Viele Möglichkeiten, das Auto abzustellen, hat es in der Stadt Kaiserstuhl nicht.

Viele Möglichkeiten, das Auto abzustellen, hat es in der Stadt Kaiserstuhl nicht.

Archiv/Mario Heller

Vor fast 25 Jahren hat das Städtchen Kaiserstuhl seine Bau- und Nutzungsordnung (BNO) das letzte Mal angepasst. Nun will der Stadtrat – kurz vor der Fusion mit sieben anderen Gemeinden zu Zurzach – diese nochmals überarbeiten. Zentrales Thema sind dabei das Gebiet Blöleboden und das Bahnhofareal, wo insgesamt knapp 160 neue Parkplätze geschaffen werden sollen. Die Unterlagen liegen noch bis zum 25. August auf. An der ausserordentlichen Gmeind vom 6. Oktober soll die Bevölkerung über die BNO-Revision entscheiden.

Dass der Kaiserstuhler Stadtrat die Gesamtrevision trotz des kurz bevorstehenden Zusammenschlusses umsetzt, hat gemäss Planungsbericht mehrere Gründe. Zum einen läuft das Projekt seit Jahren. Zum anderen hängen weitere Projekte von der BNO-Revision ab: die umfassende Neugestaltung des Bahnhofareals und des Gebiets Blöleboden. Grundlage der aktuellen BNO-Revision ist das Räumliche Entwicklungskonzept (REK), das 2016 erstellt und 2020 nochmals angepasst wurde. Darin sind Ziele und die dafür nötigen Massnahmen formuliert, wie sich Kaiserstuhl entwickeln möchte.

Park-and-Ride soll Pendler auf die Bahn bringen

Das Bahnhofareal will der Stadtrat zur ÖV-Drehscheibe ausbauen. So sollen bis zu 72 Park-and-Ride-Parkplätze (P+R) entstehen. «Das preisgünstige Angebot steht tagsüber der Bevölkerung aus der Region inkl. Südschwarzwald als Zubringer zum ÖV-Angebot oder zur Bildung von Fahrgemeinschaften in der Region zur Verfügung», heisst es im Planungsbericht. Nachts und an Wochenenden stehen die bewirtschafteten Parkfelder den Einwohnern und den Besuchern zur Verfügung.

Weitere rund 90 Parkfelder sind geplant, um knapp 60 wegfallende Parkplätze zu ersetzen und die höhere Nachfrage zu decken. So hat die Kaiserstuhler Bevölkerung in den vergangenen fünf Jahren rund 20 Prozent mehr Fahrzeuge eingelöst. Auch finden im Städtchen regelmässig kulturelle Veranstaltungen statt, die viel Volk aus der Region anzieht, oft auch mit dem Auto.

Nebst den geplanten Parkplätzen sollen am Bahnhof in Zukunft drei Gelenkbussen mit behindertengerechte Einstiegsplattform Platz haben. Und das Perron soll so verlängert werden, dass bis zu 170 Meter lange Zugskompositionen halten können. Beim Bahnhof sind zudem Niederflur-Container geplant, also einer Sammelstelle für Glas und Dosen unter dem Boden. Ausserdem eignet sich das Gebiet gemäss Planungsbericht für generationenübergreifendes Wohnen und Alterswohnen besonders gut wegen der zentralen Lage ohne Steigung.

Dafür ist aber ein Landabtausch und die Umzonung einzelner Parzellen nötig. In den Gebieten «Ziel» und «See» soll Wohn- und Gewerbegebiet zu einer Landschaftszone umgezont werden. Dafür soll beim Bahnhof Landwirtschaftszone zu einer Wohn- und Arbeitszone sowie Zone für öffentliche Bauten und Anlagen werden.

Gebiet um Schulhaus Blöleboden soll zu einem lebendigen Stadtteil werden

Das zweite, grosse Projekt sieht am Standort des ehemaligen Schulhauses Blöleboden genossenschaftlich organisiertes Wohnen im hohen Alter mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität vor. Daran beteiligt ist die Genossenschaft Leben in Kaiserstuhl (GLiK). Das seit 2016 leerstehende Schulhaus und die Turnhalle sollen umgenutzt, mit weiteren Bauten ergänzt und zum lebendigen Stadtteil «Neustadt» werden.

Dafür soll aus der heutigen Zone für öffentliche Bauten und Anlagen eine Wohn- oder Mischzone werden. Geplant sind bis zu dreigeschossige Häuserzeilen. Gemäss Kanton setzt dies aber im nachgelagerten Verfahren zwingend die Überprüfung der räumlichen Auswirkungen am Stadtmodell voraus.

Vier Areale mit Gestaltungsplanpflicht

Des Weiteren sieht die neue BNO für die Gebiete Bahnhof-Areal, Blöleboden, Ziel und Strehlgasse eine Gestaltungsplanpflicht vor. Für Bauten und Anlagen in der Altstadtzone wird neu ein Altstadtreglement in Kraft gesetzt, das die Detailbestimmungen und Handlungsanweisungen für die Ausgestaltung von Bauten und Anlagen in der Altstadt enthält.

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