Full-Reuenthal

«Käfer»-Invasion im Zurzibiet: Das Buggy-Treffen hat Liebhaber aus halb Europa angelockt

Am 9. Internationalen Buggy-Treffen haben sich in Full-Reuenthal die Fans der Kultautos aus den Sechzigerjahren getroffen.

Louis Probst
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Von halb Europa nach Full gereist: Das Buggy-Treffen lockte Liebhaber aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und den Niederlanden an.
21 Bilder
Ein VW Bus als Schampus-Bar
9. Internationalen Buggy-Treffen.
Dieses Exemplar bietet tiefe Einblicke.
9. Internationalen Buggy-Treffen.
Ein klassischer Rohrrahmen.
9. Internationalen Buggy-Treffen in Full-Reuenthal
9. Internationalen Buggy-Treffen.
Nix zu verbergen.
Buggies können einem auch die Augen verdrehen.
9. Internationalen Buggy-Treffen.
Auch Gäste aus Österreich waren am 9. Internationalen Buggy-Treffen.
Käfer oder nicht Käfer?
Buggyweekend Fachsimpelei
In diesem 57er-VW Bus ist es gemütlich.
Der Bulli: Einst Universal-Lastesel, heute Kultfahrzeug.
Inspiriert vom Kübelwagen.
Ein Karmann Cabrio auf Käferbasis.
9. Internationalen Buggy-Treffen.
9. Internationalen Buggy-Treffen.
Ein Buggygespann aus Österreich.

Von halb Europa nach Full gereist: Das Buggy-Treffen lockte Liebhaber aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und den Niederlanden an.

Louis Probst

«Ich fahre seit meiner Kindheit mit diesem Auto», sagte Pascal Schwarz vor seinem roten Swiss-Buggy. «Schon meine Eltern hatten einen Buggy. Ein Bud-Spencer-Film hat mich dann endgültig auf den Geschmack gebracht.» Auf die Frage nach dem speziellen Buggy-Gefühl meinte er: «Cabrio-Fahren kann jeder – Buggy-Fahren ist etwas Besonderes.»

Die sympathischen Kultfahrzeuge aus den Sechzigerjahren mit ihrem Image von Sonne, Strand und Lebensfreude sorgten am Pfingstwochenende vor dem Militärmuseum in Full für ein ausgesprochen farbenfrohes Bild. Anlass gab das internationale Buggy-Treffen. «Bis jetzt haben neun internationale Buggy-Treffen stattgefunden», erklärte Hans Wild aus Auenstein, der Präsident des Buggy-Clubs Schweiz, der am 19. Mai 1973, also ziemlich exakt vor 45 Jahren, gegründet worden war. «Die Treffen finden alle fünf Jahre statt», so Wild. «Wir besuchen natürlich auch Buggy-Treffen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Österreich. Die Buggy-Szene ist recht gross.»

Das zeigte ein kurzer Blick auf die Kontrollschilder der Buggies, die aus der ganzen Schweiz, aber auch aus Deutschland, Österreich und selbst aus den Niederlanden den Weg nach Full gefunden hatten. Viele der Buggy-Fans campierten in Zelten, Campern oder Wohnwagen gleich auf dem Areal.

Jeder hat den schönsten Buggy

«Jeder bastelt an seinem Buggy und jeder hat natürlich des schönste Auto», meinte Hans Wild, der nach eigenen Worten bereits in der Lehre vom Buggy-Fieber infiziert worden war, als ein Arbeitskollege mit einem solchen Auto vorgefahren war.

Am Buggy-Treffen waren denn auch wunderschöne Exemplare anzutreffen. So etwa ein «Deserter» in passendem Schlangenlook oder ein Freizeitgespann mit Buggy als Zugfahrzeug für einen Anhänger mit Moped obendrauf. Sogar ein «Buggy im Pelz» war zu sehen.
Bei allem «customizing» – um ein Szene-Fremdwort für die Individualisierung der Buggies zu gebrauchen – ist das Konstruktionsprinzip, das Bruce Meyers, der Erfinder des Dune Buggy, seinen Kit Cars zugrunde gelegt hatte, unverändert geblieben. Er setzte eine wannenähnliche Fiberglaskarosse auf eine VW-Käfer-Plattform. Der Käfer – «bug»– gab dem Buggy denn auch den Namen.

Die VW-Käfer-Basis bot sich an, weil das Heckmotorprinzip eine gute Traktion versprach und sich der luftgekühlte Boxer-Motor – «Luft siedet nicht», so ein zeitgenössischer VW-Werbeslogan – als zuverlässig und relativ einfach bewährt hatte. Auch die gute Verfügbarkeit von Teilen sprach für den VW-Käfer als Basis. In der Folge wurde Bruce Meyers Buggy in vielen Ländern nachgebaut. So auch in der Schweiz als Swiss Buggy oder durch Alois Barmettler mit seinen Albar-Buggies.

Die Vielfalt zeigte sich aber auch beim Blick auf die oft chromblitzenden Motoren. Dass da nicht allein der legendäre Vierzylinder-Boxer-Motor mit seinen bescheidenen 34 PS aus dem Käfer als Antriebsquelle dient, ist wohl naheliegend. «Man kann praktisch alles an Motoren einbauen», stellte Hans Wild pragmatisch fest.

Nicht einfach Nostalgie

Die Freude an den Kultfahrzeugen wirkt offensichtlich auch verbindend. «Wir sind wie eine grosse Familie», sagte Hans Wild. «Man sitzt zusammen und diskutiert.» Buggy-Fahrer – und natürlich Buggy-Fahrerinnen – sind aber nicht ausschliesslich Nostalgiker, die in den unvergesslichen Sechzigerjahren schwelgen. «Wir haben auch junge Mitglieder im Club», sagt Hans Wild. «Das Spektrum reicht von Jung bis Alt. Das älteste Mitglied ist 75.»