Prozess in Baden

Horror-Crash nach Raser-Rennen: Autofahrer droht drakonische Strafe – Töff-Fahrer verlor Unterschenkel

Heute müssen sich zwei junge Männer vor dem Bezirksgericht Baden verantworten, die sich vor zwei Jahren ein Beschleunigungsrennen lieferten. Es nahm ein schlimmes Ende. Die Staatsanwaltschaft fordert bei einem der Männer eine Freiheitsstrafe von 6,5 Jahren, beim anderen 2 Jahre bedingt.

Philipp Zimmermann
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Es war ein Beschleunigungsrennen mit einem verheerenden Ende: Kurz nach Mitternacht am Samstag, 11. August 2018, drücken zwei junge Männer auf der Industriestrasse in Würenlingen aufs Gas. Ein 22-jähriger Schweizer sitzt in einem Audi, ein 19-jähriger Portugiese auf einem Motorrad. Ein dritter junger Mann gibt unter einer Brücke, die zum Zementwerk der Holcim führt, das Startzeichen.

Mit dem Rennen setzt der Motorradfahrer sein Leben aufs Spiel. Doch das ist ihm nicht klar.

Es ist eine lange gerade Strasse zwischen einem Coop-Baumarkt mit Tankstelle und dem Bahnhof Siggenthal-Würenlingen. Die Strasse führt vorbei an Gewerbehallen und Industriebetrieben auf der einen Seite, an einem Bahngleis und dem Zementwerk auf der anderen Seite. Nachts gibt es hier wenig Verkehr.

Die Industriestrasse in Würenlingen.

Die Industriestrasse in Würenlingen.

Screenshot Google Street View

Doch der Töff kracht in dieser Nacht in die Seite eines Mazdas, der ihm auf der Strasse entgegenkommt. Der Töff, eine Yamaha, fliegt weit durch die Luft.

Der Töff überschlägt sich. Ein Rettungshelikopter fliegt den jungen Lenker mit schwersten Beinverletzungen ins Spital. Er schwebt zwischenzeitlich in Lebensgefahr. Er überlebt, verliert aber einen Unterschenkel.

Die Lenkerin im Mazda erlitt ein leichtes Schädelhirntrauma, Das hier war ihr Auto:

Kapo AG

An der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Baden droht dem Audi-Fahrer eine drakonische Strafe. Die Staatsanwaltschaft fordert 6,5 Jahre Freiheitsstrafe. Hauptanklagepunkt ist eine mehrfach versuchte vorsätzliche Tötung.

Der Töfffahrer, der den Unterschenkel verlor, muss sich ebenfalls vor dem Gericht verantworten. Für ihn hat der Staatsanwalt 2 Jahre bedingt, also auf Bewährung, beantragt. Auch ihm wird eine mehrfach versuchte vorsätzliche Tötung zur Last gelegt. Bei ihm fordert der Staatsanwalt zusätzlich fünf Jahre Landesverweis.

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