Bad Zurzach
Gewerbeschau im Frühling: Mit Kontrapunkt zum Internethandel will Gewerbe aus der Krise

Alle vier Jahre, wie die Olympischen Spiele, findet die Gewerbeschau in Bad Zurzach statt. So auch dieses Jahr: 80 Aussteller sollen 20000 Besucher an die Gewerbeschau16 locken.

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Derweil die Handwerker noch die Messestände aufbauen, erfreuen sich die OK-Präsidenten Josef Haus (l.) und Peter Andres am Bad Zurzacher Mosaik.

Derweil die Handwerker noch die Messestände aufbauen, erfreuen sich die OK-Präsidenten Josef Haus (l.) und Peter Andres am Bad Zurzacher Mosaik.

Zu Füssen von Peter Andres und Josef Haus liegt ein Mosaik aus Pflastersteinen und Granit. Es zeigt das Emblem der Gemeinde Bad Zurzach. «Zwei Tonnen wiegt es», sagt ein Handwerker, «und wurde von den Lehrlingen des Bauamts gefertigt.» Was nach der Gewerbeschau damit geschieht, scheint unklar. «Es wäre schade, es nicht weiter zu verwenden», findet Peter Andres. Allerspätestens bei der nächsten Gewerbeschau böte sich Gelegenheit.

Alle vier Jahre – genau wie die Olympischen Spiele – findet die Ausstellung in Bad Zurzach statt. Von Freitag bis Sonntag ist es wieder so weit. 80 Aussteller haben sich angemeldet. Von A wie Aargovia Taxi bis Z wie Zaunteam Züri Unterland. 20 000 Besucher erwartet das OK-Präsidium mit Peter Andres und Josef Haus. «Der Anlass ist nicht bloss eine klassische Leistungsschau», knüpft Andres beim Vergleich mit den Olympischen Spielen an, «sondern ein Ort der Begegnung, ein Kontrapunkt zur Anonymität des Internets.»

Es gehe darum, das «Wir-Gefühl zu stärken, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen». Unter den Gewerblern – und natürlich mit den Besuchern. «Unsere regionalen Unternehmen haben viel zu bieten. Ich bin mir nicht sicher, ob alle, die wegen der vermeintlich attraktiven Angebote im grenznahen Ausland einkaufen, sich dessen bewusst sind», sagt Andres. Die Krise des regionalen Gewerbes sieht Josef Haus differenziert: «Es gibt verschiedenste Schattierungen. Der Detaillist hat es sicher schwieriger als der Handwerker.»

Hansjörg Knecht trifft Papa Moll

Im Vorfeld der Gewerbeschau ist von Kater- oder Krisenstimmung jedenfalls nicht viel zu spüren. Zehn Aussteller mehr als vor vier Jahren haben sich eingemietet. Die Stände sind grösser geworden. Und weil der Platz in der Dreifachturnhalle nicht mehr ausreicht, wurde zusätzlich ein grosses Messezelt aufgestellt. Daneben bieten die Veranstalter ein reich befrachtetes Rahmenprogramm inklusive Restaurant- und Barbetrieb. Am Eröffnungsakt werden die beiden OK-Präsidenten gemeinsam mit Nationalrat Hansjörg Knecht das Band durchschneiden. Flankiert werden sie dabei von Papa Moll und Gletschi. Das Maskottchen der Walliser Aletsch Arena ist vor Ort, weil zwischen Bad Zurzach Tourismus und der Aletsch Arena seit 2015 eine Kooperation besteht.

Erstmals findet die Gewerbeschau im Frühling und nicht im Herbst statt. Andres und Haus sind sich einig: «Das war ein guter Entscheid.» Für das Publikum ist es die attraktivere Jahreszeit. Und es kommen mehr und auch andere Aussteller. Die Outdoor-Branche findet Gefallen am neuen Termin. «Die Aussteller spüren den Frühling», ist Haus überzeugt.

Frühlingsmarkt am Samstag

Und damit die Frühlingsgefühle noch mehr angeheizt werden, findet am Samstag auch noch der traditionelle Frühlingsmarkt im und um den historischen Marktflecken statt. «Logistisch und verkehrstechnisch ist das eine Herausforderung», sagt Haus. Eine Woche wurde der Markt vorverlegt, damit beide Events zeitgleich über die Bühne gehen und Bad Zurzach sich einem breiten Publikum von seiner besten Seite präsentieren kann.

Gewerbeschau16. Schulanlage Tiergarten, Bad Zurzach. Freitag: 17 bis 22 Uhr. – Samstag: 10 bis 22 Uhr. – Sonntag: 10 bis 18 Uhr. www.gewerbeschau16.ch

Frühlingsmarkt. Samstag: 10 bis 18 Uhr. www.badzurzach.info

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