Fahrende machen mit 14 Wohnwagen Halt im Zurzibiet – es herrscht Ordnung

Mehrheitlich Schweizer Fahrende haben zurzeit auf dem LGZ-Areal in Mellikon einen Zwischenstopp eingelegt, bevor sie weiter in ihr Winterquartier fahren.

Stefanie Garcia Lainez
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Im Dorf stehen noch bis für knapp zehn Tage 14 Wohnwagen von vorwiegend Schweizer Fahrenden.

Im Dorf stehen noch bis für knapp zehn Tage 14 Wohnwagen von vorwiegend Schweizer Fahrenden.

Das Lager der Fahrenden bleibe noch bis 10. November bestehen, heisst es im Flugblatt «Aus dem Gemeinderat». Es herrsche Ordnung, man sei ständig in Kontakt, schreibt die Grundbesitzerin, die LGZ Hochrhein AG. Ob die Fahrenden hier auch in Zukunft wieder ihr Lager aufschlagen werden, ist unklar. Die LGZ Hochrhein AG möchte sich dazu nicht weiter äussern.

Lebensweise wird in der Schweiz geschützt

Im Aargau gibt es fünf offizielle Halteplätze: Aarau, Kaiseraugst, Windisch, Würenlos und Zofingen sowie der Standplatz in Spreitenbach, wo Fahrende über die Wintermonate wohnen. Abgesehen von jenem in Kaiseraugst sind die Plätze Fahrenden mit Wohnsitz in der Schweiz vorbehalten. Um ihre durch die Minderheitenrechte geschützte Lebensweise nicht zu gefährden, plant der Kanton drei weitere offizielle Standorte, darunter ein Halteplatz im Freiamt (die AZ berichtete).

Denn die Schweiz anerkennt die Jenischen und Sinti seit 1999 als nationale Minderheiten und muss darum ihre Lebensweise schützen. Dazu gehört, dass ihre Bedürfnisse nach Halteplätzen in der Raumplanung mitberücksichtigt werden.

«Erfreulicherweise ist ein reibungsloser Aufenthalt der Fahrenden auf den Plätzen die Regel», sagte Christoph Bürgi, der Projektleiter der kantonalen Fachstelle Fahrende vergangenen März. Dies ist offenbar auch in Mellikon der Fall, wo weder bei der Repol Zurzibiet noch auf der Gemeinde Beschwerden eingingen.