Zurzibiet

Die Zeit der Ersatzbusse ist bald vorbei, die Züge rollen wieder

Nach vier Monaten Umbauzeit steht die Bahnverbindung Döttingen–Koblenz–Bad Zurzach vor der Neueröffnung. Rund 56 Millionen wurden in die Modernisierung der Bahnhöfe investiert. Sie sehen nun alle sehr ähnlich aus.

Nadja Rohner
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Die Bahnverbindung Döttingen-Koblenz-Bad Zurzach steht vor der Neueröffnung.
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Koblenz: Dank der neuen Unterführung müssen die Passagiere nicht mehr die Gleise überqueren.
Bad Zurzach: Ein neues Dach schützt die Wartenden vor Sonne und Regen.
Beim Bahnhof von Bad Zurzach sind noch kleinere Arbeiten nötig.
Hier gehts zur neuen Unterführung am Bahnhof Koblenz.
Auch am Bahnhof Koblenz ist der Baustellenlärm bald vorbei.
Beim Bushof Aarau wird zum Fahrplanwechsel hin die Zeitangabe verbessert

Die Bahnverbindung Döttingen-Koblenz-Bad Zurzach steht vor der Neueröffnung.

Annika Bütschi

«Diese S27 kann ab Döttingen nicht mehr weiterfahren. Grund dafür sind Bauarbeiten.» Diesen Satz kennen wohl viele Bahn-Pendler aus dem Zurzibiet mittlerweile auswendig. Seit vier Monaten wird an den Bahnhöfen Döttingen, Koblenz und Bad Zurzach sowie am Bahntrasse gebaut. Ersatzbusse befördern die Reisenden. Damit ist nun Schluss: Ab nächstem Montag fahren die Züge wieder planmässig.

Die Bauarbeiten sind jedoch noch nicht ganz abgeschlossen: «Bis Mitte 2014 müssen noch diverse Kleinigkeiten erledigt werden», sagte Projektleiterin Yass Röhricht anlässlich einer Bahnhofbesichtigung. «Die Kunden werden davon jedoch nicht viel mitbekommen.»

Auffallen werden den Passagieren jedoch die umgebauten Bahnhöfe, die alle ähnlich aussehen: neue Dächer, elektronische Anzeigetafeln, gläserne Wartehäuschen, breite Unterführungen. Viel Glas und grauer Sichtbeton machen die Anlagen zwar modern, aber auch ein bisschen nüchtern.

Döttingen: Beinahe fertiggestellt

Der Bahnhof Döttingen ist fast fertig. Hier wurde die bestehende Unterführung erweitert und die Perrons erhöht. Wie die anderen beiden Bahnhöfe ist Döttingen nun behinderten- und kinderwagengerecht gestaltet: Auf jeden Perron führt eine Rampe. Zusätzlich zum Hauptzugang beim Bahnhofsgebäude bestehen seitliche Zugänge an beiden Enden der Perrons – das erspart den Passagieren ein paar Meter Gehstrecke.

Ebenfalls installiert wurden neue Veloständer. Diese sind im Moment oft derart überfüllt, dass einige Velos daneben im Gras liegen. «Wir gehen davon aus, dass sich dieses Problem lösen wird, wenn die Linie wieder offen ist und die Passagiere aus Klingnau nicht mehr mit dem Velo bis nach Döttingen fahren müssen», so Projektleiterin Röhricht.

Koblenz: Probleme mit Felsen

In Koblenz sieht der Bahnhof derweil alles andere als fertig aus. Die Baumaschinen lärmen noch gewaltig. Das findet auch die Kiosk-Verkäuferin: «Ich bin froh, wenn die Bauerei vorbei ist. Wir haben echt viel mitgemacht.»

Die starken Lärmemissionen seien teilweise auf «geologische Herausforderungen» zurückzuführen, sagt Projektleiterin Röhricht: «Bei den Grabarbeiten sind wir schneller als erwartet auf Fels gestossen. Das führte zu einer etwas längeren Bauzeit – und mehr Lärm.» Dafür hat der Bahnhof Koblenz nun als wichtigste Neuerung eine Unterführung. Auch hier wurden die Perrons erhöht und Dächer installiert.

Bad Zurzach: Noch ein paar Kabel

Auch der Bahnhof Bad Zurzach verfügt neu über eine Unterführung, damit die Passagiere nicht mehr die Geleise überqueren müssen.

Der Bahnhof sieht fertig aus. Nur ein paar Kabel hängen herum, rot-weisse Absperrungen dienen als Platzhalter für die noch fehlenden Geländer. Das alte manuelle Stellwerk «Bruchsal G», das im Juni nach 109 Jahren ausser Betrieb genommen wurde und nun unter Denkmalschutz steht, bleibt dem Bahnhof erhalten – hinter einer Glaswand.

Kosten von rund 56 Mio. Franken

Rund 56 Millionen Franken haben die SBB in die Modernisierungsarbeiten investiert. «Der Bahnhof Koblenz war am teuersten, Döttingen dank der bereits bestehenden Unterführung am günstigsten», erklärte Yass Röhricht. Um die Dimensionen des Projekts zu verdeutlichen, zog sie einen Vergleich: «Hätte man alle Schottertransporte mit Schubkarren ausgeführt, dann hätte es 300 000 davon gebraucht.»

Zufrieden zeigten sich bei der Bahnhofbesichtigung die drei Gemeinderäte Beatrice Lickel (Koblenz), Lilli Knecht (Döttingen) und Christoph Schweizer (Bad Zurzach). Letzterer bedankte sich nicht nur bei den Vertretern der SBB, sondern auch beim Transportunternehmen Indermühle AG, welches bei der Durchführung der Bahnersatztransporte «Grossartiges geleistet hat».