Bad Zurzach

Die Besuche des Fuchses sind herzig – doch das Tier ist schwer krank

Der Bad Zurzacher Josef Haus bekommt seit Wochen Besuch von einem prächtigen Fuchs. Bis auf den Sitzplatz wagt sich das zutrauliche Tier – ein Anzeichen für eine schwere Krankheit. Der Fuchs lebt wohl nicht mehr lange.

Mark Walther
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Ein Fuchs zu Besuch in Bad Zurzach
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Das Tier weilt fast jeden Tag bei Haus.
Es ist auf der Suche nach Futter.
Der Fuchs ist allerdings schwer krank – die Fuchsräude plagt ihn.
Deshalb wird er wohl bald von einem Gnadenschuss erlöst, bevor sein Leiden unerträglich wird.

Ein Fuchs zu Besuch in Bad Zurzach

Facebook/Josef Haus

Mal streckt er sich auf dem Rasen wie eine Raubkatze, mal döst er wie ein Stubentiger auf dem Sitzplatz. Seit drei Wochen haben Josef Haus und seine Frau in Bad Zurzach einen Gast im Garten – einen jungen, zutraulichen Fuchs mit buschigem Schwanz.

Haus ist sich sicher, dass das Tier im Wohngebiet Nahrung sucht: "Der Fuchs geht dem Katzenfutter nach." Der regelmässige Besucher, der aus dem nahe gelegenen Wald kommt, stört Haus nicht. Im Gegenteil: "Er ist süss."

Allzu lange wird das Gastspiel indes nicht mehr dauern, denn: Das Tier leidet an der Fuchsräude, an der jedes Jahr viele Füchse verenden. Die Räude-Milben dringen in die Haut der Tiere ein und verursachen einen starken Juckreiz.

Dieser Rotfuchs rennt zwar noch – aber Fell und Haut sterben wegen der Fuchsräude ab. Die meisten Tiere sterben innert dreier Monate. Wikipedia

Dieser Rotfuchs rennt zwar noch – aber Fell und Haut sterben wegen der Fuchsräude ab. Die meisten Tiere sterben innert dreier Monate. Wikipedia

Haus hat beobachtet, wie sich der Fuchs in seinem Garten oft und stark kratzt. Weitere Anzeichen für die Räude sind die hohe Zutraulichkeit und Haarausfall. Von seinem buschigen Schwanz muss sich der Fuchs wohl bald verabschieden.

Meist erleiden die Tiere grosse Qualen, bevor sie die Räude dahinrafft. Laut Max Schmid, Präsident der Vereinigung der Aargauer Jagdaufseher, gibt es daher nur eine Lösung: "Den Fuchs abschiessen und ihn von seinem Leiden erlösen."

Diesem Schicksal sieht auch der Bad Zurzacher Fuchs entgegen. Haus hat bereits einen befreundeten Jagdaufseher informiert. Er wird im Garten in Kürze eine Falle aufstellen.

Fuchsräude

Die Räude ist eine Hautkrankheit, ausgelöst durch verschiedene Milbenarten. Die Fuchsräude wird von der Grabmilbe Sarcoptes scabiei verursacht, die auch für die Krätze beim Menschen verantwortlich ist. Die Milbe lebt in der obersten Hautschicht, wo sie Bohrgänge gräbt und Eier ablegt. Krankheitssymptomatik: Als Leitsymptome gelten starker Juckreiz und vermehrte Schuppenbildung. Befallene Tiere scheuern die betroffenen Hautstellen auf und es kommt meist zu Sekundärinfektionen. Befallene Tiere sind abgemagert und haben ein struppiges Fell mit entzündeten und kahlen Stellen. Anfällig auf die Grabmilde sind neben Füchsen vor allem Schweine und Hunde. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Füchsen, aber auch durch Milben, die von infizierten Tieren am Boden hinterlassen wurden. Für gesunde Menschen ist die Gefahr, sich beim Hund anzustecken, relativ gering. Allergiker raten Fachleute in Verdachtsfällen, den Hausarzt zu kontaktieren. Im Umgang mit toten Tieren ist jedoch Vorsicht geboten. Während die Krankheit bei Wildtieren meist tödlich verläuft, gibt es für Haustiere einfache und wirksame Therapiemethoden. Uneinig sind sich die Fachleute über die Wirkung von Antiparasitika als Prophylaxe. (EDI)

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