Atomkraft
Grosse Jahresrevision dauerte länger als geplant – AKW Leibstadt produziert wieder Strom

Nach einer sechsmonatigen Revision ist die Stromproduktion im Atomkraftwerk Leibstadt am Samstag wieder angelaufen. Bis zu 1000 externe Fachleute standen pro Tag im Einsatz.

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Blick auf das AKW Leibstadt.

Blick auf das AKW Leibstadt.

Archivbild/Severin Bigler

Die Erneuerungsarbeiten seien aufwendig gewesen, teilt die Kernkraftwerk Leibstadt AG am Montag mit. Sie dauerten sechs statt wie geplant fünf Monate. Die rund 500 AKW-Mitarbeitenden wurden täglich von bis zu 1000 externen Fachkräften unterstützt.

Zum Schutz vor Corona sei in 16 zeitversetzt beginnenden Schichten gearbeitet worden – nebst den weiteren Schutzmassnahmen wie Abstandhalten, Maskentragen und Covid-Tests vor Ort.

Zwei grössere Komponenten ausgewechselt

Im Kraftwerk ersetzte man das Reaktorumwälzsystem und den Kondensator. Dieser war seit mehr als 30 Jahren in Betrieb und wurde wegen der normalen Abnutzung ausgewechselt. Er überträgt im Maschinenhaus die Wärme vom inneren Reaktorkreislauf auf den äusseren Kühlkreislauf mit dem Kühlturm.

Das Umwälzsystem ausserhalb des Reaktors erhielt ebenfalls eine Modernisierung verpasst. Es regelt die Zirkulation des Wassers im Reaktorkern. Statt mit Regelventilen wird die Umwälzung neu mit drehzahlgeregelten Motoren gesteuert. Das macht die Steuerung effizienter und vereinfacht das An- und Abfahren der Anlage, wie es in der Mitteilung heisst.

Die neuen Komponenten wurden mehrere Wochen lang getestet. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) beaufsichtigte die Testphase.

Bisher grösste Prüfung am Reaktordruckgefäss

Während der Revision wurde auch das bisher grösste Inspektionsprogramm im AKW Leibstadt am Reaktordruckgefäss und dessen Einbauten mit rund 600 Prüfstellen durchgeführt. Dabei zeigten sich an zwei Stellen einer eingebauten Rohrleitung Spannungsrisskorrosion.

Die sicherheitstechnische Bewertung zeigte gemäss Mitteilung, dass alle Sicherheitsanforderungen erfüllt sind. Dies sei vom Ensi bestätigt worden. Insgesamt zeige das Inspektionsprogramm einen sehr guten Zustand für einen weiteren langfristigen Betrieb.

80 neue Brennelemente eingesetzt

Ausserdem wurden 80 frische Brennelemente in den Reaktorkern eingesetzt. Dieser umfasst insgesamt 648 Brennelemente. Zudem wurden verschiedene wichtige Modernisierungen an Kühl- und Nebensystemen sowie an der Leittechnik und den Steuerungssystemen abgeschlossen. Einen weiteren Schwerpunkt der Jahreshauptrevision bildeten umfassende Tests und Prüfungen an Systemen und Komponenten.

Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise und wird von diversen Tests begleitet. Nach der Verbindung mit dem Netz wird die Leistung in Stufen weiter erhöht. In den nächsten Tagen wird wieder die volle Leistung erreicht. (mwa)

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