Baldingen

280'000 Franken fehlen für die Wiederbelebung: Legendäre «Rose» droht zu verblühen

Auch nach drei Monaten ist die Finanzierung des Restaurant- und Wohnhausumbaus noch nicht gesichert.

Rosmarie Mehlin
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Das Restaurant Rose wartet immer noch auf bessere Zeiten. (Archiv)

Das Restaurant Rose wartet immer noch auf bessere Zeiten. (Archiv)

Beat Kirchhofer

Kann die einzige Beiz im 270-SeelenDorf «uf dr Höchi» zwischen Surb- und Rheintal – die legendäre Baldinger «Rose» – wie geplant erneuert werden? Diese Frage steht zurzeit noch im Raum, ist die Finanzierung doch erst zu 65 Prozent gesichert.

Blenden wir zurück: Nachdem die Besitzerin der Liegenschaft, die Wirtin Martha Brusa, nach 48 Jahren als «Seele der Rose» ans Aufhören dachte, hatte die Gemeindeversammlung im Herbst 2014 dem Kauf der Liegenschaft zugestimmt. Im vergangenen Frühling hatte in der Folge eine neunköpfige Arbeitsgruppe eine Planung für die Zukunft der «Rose» in Angriff genommen.

Rund 60 Einwohnerinnen und Einwohner von Baldingen hatten sich Ende Januar über das Ergebnis der Gruppenarbeit und die daraus resultierende Machbarkeitsstudie informieren lassen.

Vorgesehen ist, die Liegenschaft einschneidend umzubauen: Ein verkleinertes Restaurant mit Gartenbeiz, fünf Wohneinheiten und ein separater Hausteil wurden als «rosige Zukunft» vorgestellt; die Kosten wurden auf insgesamt knapp 2,4 Millionen Franken budgetiert, der Fremdkapitalanteil mit gut 1,3 Millionen Franken veranschlagt. Nachdem die Einwohner- und Ortsbürgergemeinde bereits Genossenschaftsanteile in Höhe von 250 000 Franken gesprochen hatten, blieben noch 810 000 Franken an Eigenmitteln aufzubringen. Diese, so der Plan, sollten durch Erwerb von Anteilscheinen à 1000 Franken, Darlehen von mindesten 5000 Franken und Schenkungen zusammenkommen.

35 Prozent Eigenkapital fehlen

Euphorisch hatte die Arbeitsgruppe die Gründung der Genossenschaft bereits am 8. April geplant. Mitte Februar wurde mit der Zeichnungs- und Finanzierungskampagne begonnen. Als bis Ende März jedoch lediglich 373 000 Franken oder 46 Prozent zusammen-gekommen waren, wurde die Gründung auf unbestimmte Zeit verschoben. Nun sind fünf weitere Wochen ins Land gezogen. Inzwischen sind insgesamt 527 000 Franken oder 65 Prozent der benötigten Summe zugesichert worden und die Frage drängt sich auf: Wie lange wird noch zugewartet? «Als Frist haben wir uns zirka Ende Juni gesetzt», so der Baldinger Gemeindeammann René Meier. Im Moment sei die Arbeitsgruppe damit beschäftigt, «zusätzliche Aktivitäten zu starten, um den fehlenden Betrag zu sichern.»

Und was, wenn die Frist erfolglos verstreicht? «Falls die benötigten Mittel bis zirka Mitte Jahr nicht zusammenkommen, stehen weitere Varianten für die Zukunft der ‹Rose› zur Diskussion, welche zurzeit geprüft werden», sagt Meier.