Schöftland
Grümpelturniere, Business-Awards und Kuhglocken: Dieses Suhrentaler Unternehmen ist für die Trophäen der Region zuständig

Ivana Hrecova leitet seit rund sieben Jahren den Onlineshop «Trophies.ch». Angefangen hat sie mit ihrem heute erfolgreichen Unternehmen in ihrer Garage.

Natasha Hähni
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Die operative Leiterin Ivana Hrecova (36) hat ihr Trophäengeschäft als Nebenjob gestartet.

Die operative Leiterin Ivana Hrecova (36) hat ihr Trophäengeschäft als Nebenjob gestartet.

Valentin Hehli

Auf dem Weg von Hirschthal nach Schöftland steht unscheinbar ein braunes Gebäude. Wie die Höhle der Wunder aus dem Film Aladdin, bergen die Räumlichkeiten von «Trophies.ch» im Innern aber Schätze, so weit das Auge reicht. Von Fussball-Pokalen über Medaillen und Kuhglocken bis hin zu Business-Awards. In der Lagerhalle stehen orange Regale, voll mit Trophäen, einige in Seiden- oder Packpapier eingewickelt, andere ragen aus Kartons. Die meisten sind in Reih und Glied ausgestellt.

In der Werkstatt, gleich neben der Lagerhalle, sind in roten Plastik-Containern unzählige Medaillen. «Im Moment ist Hochsaison», erklärt die operative Leiterin Ivana Hrecova. Die sei jeweils im Sommer, im November (dann sind die meisten Hallenturniere) und Ende respektive Anfang Jahr, wenn viele Unternehmen ihre Mitarbeitenden auszeichnen.

Auch persönliche Lieferung

Auf dem Tisch in der Werkstatt, steht eine Kiste voll mit eingepackten Medaillen. «Die sind für ein Grümpelturnier in der Region», so die 36-Jährige. Turniere und Rennen sorgen im Moment für die meisten Aufträge. Seit dem Ende der Pandemie gehen die Aufträge beim Familienunternehmen wieder durch die Decke. Bis 2020 hatte die Firma eigenen Angaben zufolge ein jährliches Wachstum von rund 20 Prozent.

Hrecova öffnet auf ihrem Laptop die Umsatztabelle. «Im Mai 2019 hatten wir einen Umsatz von knapp 80'000 Franken», sagt sie, während sie durch die Zahlen der letzten Jahre scrollt. Mitte Mai dieses Jahres zeigt die Tabelle bereits einen Umsatz von rund 94'000 Franken an. «Es scheint, als seien wir wieder auf dem Weg zu ähnlichem Wachstum.»

Den Erfolg des Geschäfts, das im Mai 2015 in ihrer Garage begonnen hat, erklärt sich Hrecova unter anderem mit gutem Kundenservice und kurzen Lieferzeiten. Grundsätzlich sei bei ihnen alles innerhalb 24 Stunden lieferbar. Dafür sei sie auch schon an einem Samstagmorgen zwei Stunden an ein Turnier gefahren. «Dafür laden uns die Kundinnen und Kunden dann aber meistens an den Anlass ein, das macht immer Spass», sagt sie lachend.

Trophies.ch in Schöftland stellen personalisierte Pokale und Medaillen her.
7 Bilder
Alles, was auf der Website zu kaufen gibt, findet man in der Lagerhalle der Firma.
Hier werden Medaillen und Plaquetten für Trophäen personalisiert.
Medaillen jeder Art gibt es innerhalb von 24 Stunden personalisiert.
Von Tanz- über Fussballtrophäen bis hin zu «Bester Mitarbeiter» gibt es alles.
Mit dem Laser können Objekte bedeutend schneller mit Gravuren versehen werden.
Diese Plaquette dauerte knapp eine Minute bis zur Fertigstellung.

Trophies.ch in Schöftland stellen personalisierte Pokale und Medaillen her.

Valentin Hehli

Nettes und weniger Nettes wird eingraviert

Die schnelle Lieferung sei unter anderem möglich, weil alle Gravuren in der eigenen Werkstatt gemacht werden. Neben «De schnällscht ...» und personalisierte Awards für gute Leistungen, bekommen die Mitarbeitenden bei «Trophies.ch» öfters Gravur-Vorlagen, die sie zum Schmunzeln bringen. Beispielsweise «Hässlichste Torte» oder «Dümmste Aktion des Tages», habe sie schon mehrmals auf Pokale graviert.

Während der Pandemie haben sich der operativen Leiterin zufolge auch mehr Leute für Trophäen mit liebevollen Widmungen entschieden. «‹Beste Mama›, ‹Beste Schwester› und ähnliche Gravuren waren so beliebt, wie noch nie», sagt sie.

Die Gravuren wurden früher noch von Hand gemacht. Jetzt steht der Firma ein Lasergerät zur Verfügung. «Es ist der Ferrari unserer Branche», so Hrecova. Der sei auch nötig. «Wir haben sehr viel zu tun.» Das hat unter anderem auch die Schwester der von Hrecova gemerkt. «Eigentlich hätte sie nur eine Weile beim Medaillen-Aufkleben aushelfen sollen, jetzt arbeitet sie schon fast 200 Prozent fest bei uns», sagt Hrecova lachend.

Die Kunden schicken Bilder

Auch über die sozialen Medien sucht sie nach neuen Mitarbeitenden. Die Suche sei jedoch herausfordernd, weil viele Leute gar nicht wissen, was sie bei ihnen erwartet. «Den Beruf kann man nun mal nicht lernen», sagt sie.

Auch Hrecova hat ursprünglich etwas anderes gelernt. «Ich komme aus der Gastronomie.» In den Zimmerstunden habe sie sich jeweils um die stetig mehr werdenden Aufträge gekümmert. Als sie im November 2018 eine St.Galler Firma für Sport- und Ehrenpreise aufgekauft haben, entschied sie sich dazu, sich ganz dem Trophäen-Geschäft zu widmen. Nun pendelt sie zwischen Büroarbeit, dem Lager und der Werkstatt. «Ich bin einfach dort wo's brennt», sagt sie.

Den Wechsel habe sie aber nie bereut. «In der Gastronomie erwartet die Kundschaft deine Leistungen, in dieser Branche sind die Leute ausserordentlich dankbar», findet sie. Verteilt in der Werkstatt und dem Büro finden sich zahlreiche Bilder von Kindern und Erwachsenen mit Medaillen und Trophäen. «Die bekommen wir oft als Dankeschön zugeschickt.»

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