Schlossrued

Rückzugstellen und Unterstände: Bauprojekt soll den Bach fit für Fische machen

Ein privates Bauprojekt will einen Uferabschnitt der Ruederchen aufwerten. Ziel des 8000 Franken teuren Projekts ist die Schaffung natürlicher Fischunterstände und Rückzugsstellen.

Flurina Dünki
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Die Ruederchen soll an dieser Stelle erweitert werden.

Die Ruederchen soll an dieser Stelle erweitert werden.

Jakob Weber

Während Flüsse und Bäche sich in ihrem Lauf dem Willen des Menschen beugen, sind Fische nicht so einfach zu unterjochen. Wie die meisten Fliessgewässer ist die Ruederchen mit einer künstlichen Gewässersohle ausgestattet, deren Schwellen und Stufen für Fische schwer überwindbar sind.

Nun soll der Bach vor allem für Forellen attraktiver werden. Dieses Ziel verfolgt ein Bauprojekt, das momentan auf der Gemeinde Schlossrued aufliegt.

Wo der Bach bei Kirchrued den Bogen um die Kirche Rued macht, möchte die Bauherrschaft durch eine Neugestaltung des Ufers ideale Verhältnisse für Forellen und andere Fische ermöglichen. Bauherr des Projekts ist der zuständige Fischereiaufseher Hans Wehrli unter Mithilfe der kantonalen Fachstelle Fischerei.

Aufwertung des Lebensraums

Ziel des 8000 Franken teuren Projekts ist die Schaffung natürlicher Fischunterstände und Rückzugsstellen. Damit solche sich bilden, sieht der Bauplan im Bach und am Uferbereich Blöcke und Wurzelstöcke vor.

Gleichzeitig sollen in der Kirchrueder Bachkurve durch Strukturelemente verschiedene Fliessgeschwindigkeiten und mittels entstehenden Vertiefungen unterschiedliche Wassertiefen erzielt werden. Denn die derzeitige monotone Fliessgeschwindigkeit und Bachtiefe hindern die Fischwanderung.

Das kantonale Baudepartement erlebt es nicht oft, dass eine Privatperson Ufereingriffe an öffentlichen Gewässern vornimmt. Es komme jedoch ab und zu vor, sagt Kommunikationsleiter Giovanni Leardini.

Zwei Parzellen werden bei einer Baubewilligung von der Flussgestaltung tangiert, beide Eigentümer erklären auf dem Baugesuch ihr Einverständnis. Eigentümer einer der beiden Grundstücke ist David Bittner, Fachspezialist für Fischerei beim kantonalen Baudepartement und aktiv am Projekt beteiligt.

Es bedeute einen Vorteil für die Allgemeinheit, sagt Leardini, wenn ein Anstösser im Rahmen einer privaten Initiative Land zur Verfügung stelle, um die ökologische Situation an einem Bach zu verbessern.

Ufer wird abgeflacht

In Anbetracht der Beschneidung der tangierten Uferzone ist Begeisterung der Grundeigentümer Voraussetzung, damit das Vorhaben überhaupt angegangen werden konnte. Gemäss Baugesuch wird die Ufermauer auf der Innenseite der Bachkurve, auf welcher sich die Parzellen befinden, entfernt und das Ufer abgeflacht.

Die sieben Eschen der beiden Grundstücke müssten dazu weichen, wobei ihre Wurzelstöcke bereits als Strukturelemente im Flussbett vorgesehen sind. Der Verlauf des Ruederchen-Abschnitts wird dabei nicht verändert.

Neben der Auflagefrist, die am 4. April abläuft, muss der Bauherr zusätzlich auf grünes Licht vonseiten des Kantons warten. Gemäss Baugesetz bedürfen bauliche Veränderungen an Gewässern von Gemeinden und Privaten der Zustimmung des Baudepartements.