Online-Petition

«Nachteil für die Region»: Das Ruedertal soll nicht länger eine Postauto-Sackgasse sein

Uriel Seibert will mithilfe einer Petition herausfinden, ob eine Bus-Verbindung vom Ruedertal in den Kanton Luzern gewünscht ist.

Christine Wullschleger
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Das Postauto auf dem Weg zur letzten Ruedertaler Haltestelle «Schiltwald». Alex Spichale

Das Postauto auf dem Weg zur letzten Ruedertaler Haltestelle «Schiltwald». Alex Spichale

Alex Spichale

Gerade donnert ein Lastwagen vorbei, 80 Stundenkilometer hat er auf dem Tacho – hoffentlich nicht mehr. Uriel Seibert marschiert im Strassengraben, Trottoir gibt es keines. Gestartet ist er an der Bushaltestelle Schiltwald Wendeplatz in Schmiedrued-Walde, sein Ziel ist die rund drei Kilometer entfernte Bushaltestelle Etzelwil, die bereits im Kanton Luzern liegt. In rund 50 Minuten wird er sein Ziel zu Fuss erreichen. «Einfacher wär es jedoch, die Buslinien wären miteinander verbunden», sagt er, der seit Dezember letzten Jahres für die EVP im Grossen Rat sitzt. Um weitere Unterstützer für diese Idee zu finden, hat er auf der neuen Plattform «Petitio» eine Petition lanciert.

Busverbindung als Standortvorteil

Schiltwald liegt am äussersten Zipfel der Gemeinde Schmiedrued-Walde. Die Bushaltestelle «Schiltwald Wendeplatz» ist nur wenige Meter von der Luzerner Kantonsgrenze entfernt. Doch eine Busverbindung in den Kanton Luzern gibt es nicht. Und dies, obwohl zwei Luzerner Buslinien ennet der Grenze je eine Bushaltestelle bedienen. Wer also von Schmiedrued aus nach Sursee will, muss zuerst nach Schöftland und danach mit dem Bus durchs Suhrental, etwas mehr eine Stunde braucht der Passagier dafür.

Von der rund 3,2 Kilometer entfernten Bushaltestelle Etzelwil (Schlierbach) – bereits auf Luzerner Boden – bräuchte der Passagier 20 Minuten bis nach Sursee. Von der Bushaltestelle «Rickenbach Bohler» gibt es eine direkte Verbindung nach Luzern.

Diese Linie wird allerdings nur unter der Woche geführt und ist vor allem für die Mitarbeiter der Sebastian Müller AG und Creabeton vorgesehen. Trotzdem findet Uriel Seibert: «Dass sich diese drei Buslinien nicht berühren, ist für die gesamte Region und insbesondere für das Ruedertal von Nachteil.»

«Eine bessere Verbindung wäre eine Aufwertung für die ganze Region und ein Standortvorteil.» Seibert kennt die Situation, ist er doch in Schlossrued aufgewachsen und wohnt immer noch dort. «Auch schon bin ich mit dem Velo nach Etzelwil gefahren und dort in den Bus gestiegen», sagt er. Das heisst vor allem eines: Kräftig in die Pedale treten. Denn von Schlossrued aus nach Etzelwil geht es meist nur bergauf. Diese Stramplerei sei aber keine mehrheitsfähige Lösung, sagt Seibert mit einem Augenzwinkern. «Für das Ruedertal optimal wäre natürlich, wenn sich alle drei Linien in einem Punkt berühren würden. Doch davon können wir wahrscheinlich nur träumen», sagt Seiber. «Es wäre aber schon viel getan, wenn sich nur schon zwei Linien verbinden liessen.»

Seibert plant bereits Vorstösse im Kantonsparlament. Dabei geht es einerseits darum, das Ruedertal besser mit dem öffentlichen Verkehr des Kantons Luzern zu verbinden, aber auch darum, das Ruedertal mit dem Wynental, genauer mit Gontenschwil, zu verbinden. Doch er weiss auch, dass seine Chancen gering sind: «Der Kanton hat wahrscheinlich aufgrund der schlechten Finanzlage kein Interesse, die Gemeinden in der Peripherie stärker miteinander zu verbinden, noch dazu mit dem Kanton Luzern», sagt er.