Menziken

Nach Jahrzehnten im gleichen Kleid: Im Hallenbad wird alles neu

Seit Jahrzehnten zeigt sich das Hallenbad Menziken im gleichen Kleid. Jetzt ist Schluss: Das Hallenbad von oben bis unten saniert. Zur Freude der Kinder erhält es auch eine Rutschbahn.

Melanie Eichenberger
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Dieses Bild ist bald Vergangenheit: Im nächsten Winter glänzt alles neu.

Dieses Bild ist bald Vergangenheit: Im nächsten Winter glänzt alles neu.

Rahel Plüss

Braune Plättli an den Wänden. Darüber das Aquarium-Gemälde von Kunstmaler Adolf Weber. Ein grauer Bodenbelag und die uralten Garderobenkästli.

Seit Jahrzehnten zeigt sich das Hallenbad Menziken im gleichen Kleid. Da und dort wurde über die Jahre hinweg immer wieder etwas geflickt. Dafür wurde viel Geld investiert. Damit ist nun Schluss: Jetzt wird vollumfänglich saniert.

Badi-Fans – allen voran kleine Wasserratten – können sich freuen. Bald gibt es nicht nur im Menziker Freibad, sondern auch im Hallenbad eine Wasserrutschbahn, die Gross und Klein hinunter flitzen können.

Dazu ein Planschbecken für die Kleinen mit verschiedenen Attraktionen, wie Wasserfontäne und Delfin. Rund um dieses Becken wird es eine Liegefläche mit Liegestühlen für die Grossen geben.

Gestern hat der Spatenstich für die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten des 1971 eingeweihten Gebäudes stattgefunden. Gemeinderat Hans-Heinrich Leuzinger (SVP) freute sich: «Schön, dass es nun losgeht mit dem Fünf-Millionen-Projekt.»

Zahlreiche Arbeiten

«Das Hallenbad erfährt eine Attraktivitätssteigerung», betonte der Architekt Thomas Weber, der für das Projekt verantwortlich ist. Neben den spielerischen Elementen für Familien stehen viele grundlegende Sanierungsarbeiten an.

So erhalten unter anderem sämtliche Böden trittsicheren Beläge. Die Beleuchtung wird komplett erneuert. Neue WC-Anlagen werden eingebaut und ein behindertengerechtes WC installiert. Ein Solches fehlte bisher in der Badi.

Im Untergeschoss werden für verschiedene Vereine Räume eingerichtet – eine sogenannte Mantelnutzung. Die Aushubarbeiten für den Anbau beginnen noch diesen Monat, damit am 1. Mai die Sommersaison im Freibad pünktlich und «ohne grosse Einschränkungen» beginnen kann.

Vom Umbau sollten die Badigäste während den Sommermonaten denn auch nur wenig tangiert werden. Weil jedoch die WC-Anlagen während des Umbaus nicht zugänglich sind, werden mobile WC und Garderoben auf dem Badigelände zu stehen kommen.

«Die grösste Arbeit für die Badi-Mitarbeiter steht in den zwei Wochen nach Ostern an», sagt Gemeinderat Leuzinger. Dann müsse das ganze Hallenbad vollständig leer geräumt werden. Danach würden sich die Bauarbeiter ans Werk machen.

Die Eröffnung der neuen Badi ist auf Anfang Dezember geplant. «Wer weiss, vielleicht kann dann der Samichlaus die neue Rutschbahn einweihen», so Leuzinger.

Unterhalt wird künftig teurer

Im Juni 2017 hat die Gemeindeversammlung die notwendigen fünf Millionen genehmigt. Das Bad wird Menziken künftig mit rund 700 000 Franken pro Jahr belasten.

In der Wintersaison besuchen rund 4500 Personen die Badi; im Sommer sind es je nach Wetter zwischen 12 500 und 21 500. Dazu kommen Schulen auch aus dem Luzernischen am Morgen in die Badi, und am Nachmittag finden viele Kurse statt.

Was geschieht mit dem Weber-Bild?

Das Aquariumbild aus den Siebzigerjahren mit seinen farbigen Fischen ist kaum aus der Menziker Badi wegzudenken. «Es ist nicht geplant, dieses Bild nach der Sanierung wieder aufzuhängen», erklärt Gemeinderat Leuzinger. Farblich würde es nicht mehr zum modernen Bad passen. Präsident der Badikommission Hans Rudolf Trachsel scheint an diesem Bild jedoch mehr zu hängen: «Persönlich werde ich schon ein bisschen nostalgisch, wenn man es runter nimmt.» Das Gemälde war ein Geschenk von Kunstmaler Adolf Weber zur Eröffnung im Jahr 1971. «Er hat es extra für die Badi kreiert», so Trachsel. Dabei sei es besonders schwierig gewesen, dass die Farbe halte, da es auf Aluminium gemalt worden sei. «Die jüngeren Generationen haben aber kaum mehr eine Beziehung zu diesem Gemälde.» Das letzte Wort in der Bilder-Frage scheint noch nicht gesprochen sein. «Jetzt müsst ihr euch dann entscheiden», sagt Architekt Thomas Weber und schmunzelt. Im Gemeinderat wurde die Zukunft des Bildes noch nicht besprochen.