Menziken
Vom Zivilschutzraum ins Kinderrestaurant: Teilen sich Kita und Jugendtreff bald das Restaurant Rosengarten?

Ein Menziker Jugendtreff an der Gütschstrasse scheint wegen Einsprachen immer unwahrscheinlicher. Die Alternative wird dafür konkreter.

Natasha Hähni
Drucken
Ein Restaurant, Räume zum Lernen und einen Spielbereich soll es bald im ehemaligen Restaurant Rosengarten geben.

Ein Restaurant, Räume zum Lernen und einen Spielbereich soll es bald im ehemaligen Restaurant Rosengarten geben.

Unbekannt / Aargauer Zeitung

«Es sind immer noch Einsprachen hängig», erklärt Gemeinderat Herbert Karli. Das Baugesuch für den neuen Standort des Menziker Jugendtreffs in einem Luftschutzbunker an der Gütschstrasse wurde im Herbst 2021 eingereicht. Während der öffentlichen Auflage gingen vier Einsprachen ein. Bereits im Frühling letzten Jahres gab es Widerstand.

Aus diesem Grund schaute sich die Gemeinde bereits nach einer Alternative um. Gefunden haben sie diese in Form des ehemaligen Restaurants Rosengarten. «Das Lokal hat einen Billardtisch, es ist perfekt», sagte Gemeindeammann Erich Bruderer im Februar gegenüber der AZ.

«Das Restaurant ist bereits leer. Einige Wohnungen im Obergeschoss sind noch vermietet», erklärt Gemeinderat Karli. Die Mietverhältnisse in der Gemeinde-Liegenschaft habe man aber bereits per Ende Juni 2021 gekündigt. «Letzte Woche haben wir uns mit dem Bauamt zusammengesetzt und die zukünftige Nutzung besprochen», sagt Karli weiter. Angedacht seien unter anderem ein Mittagstisch und die Zusammenarbeit mit der Kita.

Wie das genau aussehen soll, wisse man zurzeit noch nicht zu 100 Prozent. «Ziemlich sicher gibt es einen Jugendraum, Arbeitsräume, um Hausaufgaben zu lösen, und ein Restaurant», so Karli. Einen genauen Zeitplan gebe es aber noch nicht. Der Jugendtreff werde erst im zweiten Anlauf richtig geplant, erklärt Karli: «Die genaue Raumaufteilung und Umnutzung können wir erst planen, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner ausgezogen sind.»

Jugendtreff und Tagesstrukturen unter demselben Dach

Für das Konzept des Mittagtischs sei zudem die Kita zuständig. Amanda Wildi ist Co-Geschäftsleiterin der Kits GmbH, der Trägerschaft der Kita Menziken. «Der Charakter des Restaurants soll beibehalten werden», sagt sie, lediglich leichte Renovierungsarbeiten, um beispielsweise den Rauch-Gestank loszuwerden, würden durchgeführt werden.

Im neuen Kinder- und Jugendrestaurant gebe es ein Buffet, an dem sich die Kinder selber Essen schöpfen können. Ein Konzept, welches die Kits GmbH bereits an anderen Standorten erfolgreich implementiert hat.

Weiter wird an der Kirchstrasse 3 in Zukunft auch Betreuung für Schulkinder, also die Menziker Tagesstrukturen angeboten. «Vor der Schule können die Kinder bei uns frühstücken, danach ist von elf bis etwa halb sieben Uhr wieder geöffnet», so Wildi. Weiter gäbe es in den Räumen im Obergeschoss Bildungsräume und Platz zum Spielen und Lesen. Auch ein Ferienprogramm sei in Arbeit. Mit den jüngeren Kindern wolle man am alten Standort bleiben.

In der Kita werden zurzeit täglich etwa 14 Kleinkinder betreut, die Nachfrage ist jedoch steigend. Ziehen die Grösseren an den neuen Ort, könne die Kita ihr Angebot auf 20 bis 25 Kinder ausbauen. Die Maximalbelegung hängt jeweils von den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten ab: «20 bis 30 Kinder können sicher in die neue Tagesstruktur kommen», sagt Wildi.

Mit den verantwortlichen Personen für den Jugendtreff habe sie sich noch nicht getroffen. Den Treff in denselben Räumlichkeiten wie die Tagesstrukturen zu haben, stelle sie sich aber spannend vor. «Wir benutzten die Liegenschaft ja hauptsächlich über den Mittag und am Nachmittag.» Am Abend und an den Wochenenden stehe diese normalerweise leer. «Beide Organisationen stellen die professionelle Arbeit mit Kindern in den Mittelpunkt, da ist es bestimmt anstrebenswert, Synergien zu nutzen», ergänzt Wildi.