Einwohner

Menziken schafft die 6000er-Marke

Das frühere «Homberg»-Wirtepaar Mäder macht für Menziken das sechste Tausend voll.

Ann-Kathrin Amstutz
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Gemeindeammann Annette Heuberger, Elisabeth und Andreas Mäder, Gemeindeschreiber Heinz Gloor.

Gemeindeammann Annette Heuberger, Elisabeth und Andreas Mäder, Gemeindeschreiber Heinz Gloor.

Ann-Kathrin Amstutz

«Es freut mich ausserordentlich, dass die runde Einwohnerzahl genau auf euch gefallen ist.» Mit diesen Worten begrüsst Gemeindeammann Annette Heuberger den 5999. Einwohner Andreas Mäder und die 6000. Einwohnerin Elisabeth Mäder. Das ehemalige «Homberg»-Wirtepaar hat zwischen 1977 und 1988 schon in Menziken gewohnt – die Rückkehrer sind also bestens bekannt. Im Büro von Annette Heuberger herrscht denn auch eine fröhliche und gelöste Atmosphäre, es wird gescherzt und gelacht. Heute gibt es Grund zur Freude.

Menziken wächst. Und zwar schnell. 125 Einwohner sind in diesem Jahr hinzugekommen. Es wird gebaut, vielfach Wohnungen im oberen Preissegment. Dadurch dürften auch vermehrt Schweizer angezogen werden, hofft Heuberger. «Durch die Bautätigkeit wird die Gemeinde weiter wachsen», sagt sie. Das stelle die Gemeinde auch vor Herausforderungen. Vor allem bezüglich Infrastruktur: «Wir müssen schauen, dass wir mit Schule, Verwaltung und Erschliessung nachkommen», so Heuberger.

Zurück zu Hause

Doch trotz Bautätigkeit: Menziken hat noch immer Dorfcharakter. Das findet Andreas Mäder, und es gefällt ihm: «Für uns war immer klar, dass wir nach Menziken zurückkehren wollten.» Mitte Oktober ist der Wunsch Tatsache gewordern: Mäders zügelten von Reinach zurück ins Nachbardorf, in Elisabeth Mäders Elternhaus.

Sie ist in Menziken aufgewachsen, doch auch er fühlt sich hier zu Hause. Schliesslich hat er zwei Drittel seines Lebens im Oberwynental verbracht. Und in der Menziker Feuerwehr war es, wo sich die beiden vor rund vierzig Jahren kennen und lieben lernten. «Die Feuerwehr hat uns geprägt.» Zusammen übernahm das junge Paar den Trolerhof, Restaurant inklusive Bauernbetrieb. Das sei schon streng gewesen, meint der gelernte Bauer Andreas Mäder. Um auch das Wirtshandwerk zu lernen, besuchte er die Wirteschule, und langsam zeichnete sich ab: Das Wirten liegt ihm.

Im Jahr 1988 entschieden sich Mäders, ganz auf diese Karte zu setzten. Sie übernahmen den Gasthof Homberg und zügelten nach Reinach. «Das war schon eine Nummer grösser», erinnert sich Mäder. «Doch wir haben es nie bereut.» 28 Jahre lang führte das Ehepaar den Gasthof Homberg – bis im Mai 2016.

Das Ehepaar hat zwei erwachsene Zwillingstöchter und bereits vier Enkelkinder. Die beiden sind ein eingespieltes Team. «Fast vierzig Jahre sind wir gemeinsam in der Küche gestanden», verrät Andreas Mäder. Und seine Frau fügt an: «Da weisst man, was der andere will.» Von ihrer langjährigen Erfahrung profitieren sie immer noch, auch wenn sie kein Restaurant mehr führen. Sie bieten nun Gastrodienstleisungen an, vor allem Catering. Doch es geht bedeutend ruhiger zu und her als früher. «Wir haben Tag und Nacht gekrampft. Nun haben wir endlich mehr Zeit.»

Diese Zeit nutzen sie, um einer Leidenschaft zu frönen: dem Töfffahren. Er sitzt vorne, sie auf dem Rücksitz. So brausen sie über Pässe oder auch mal durch fremde Länder. Die nächste Tour ist schon geplant: Im Mai 2017 gehts ab ins Piemont.