Staffelbach

Im Suhrental stürmen 240 Jungscharkinder den Essplatz

Kochen für 240 Kinder – und dies im Freien und ohne Elektrizität: Die Kochmannschaft des Pfingstlagers der Aargauer Jungscharen der Evangelisch Methodistischen Kirche (JEMK) in Staffelbach meisterte die Prüfung aber mit Bravour.

Timon Richner
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Es gibt Essen und die Kinder haben sichtlich Hunger.

Es gibt Essen und die Kinder haben sichtlich Hunger.

Rolf Annaheim

Die Jungscharkinder sitzen im grossen Aufenthaltszelt und knabbern schon langsam an ihrem Plastikteller. Aus einer Ecke hört man einen lauten Schrei, der den Grundlärm der Meute übertönt: «Hunger!» Andere Kinder finden das auch und stimmen ein. «Hunger! Hunger! Hunger!» Wenig später sind die Rufe auf dem ganzen Lagerplatz unüberhörbar. Darauf muss man als Koch eine Antwort haben – am besten eine essbare. Wenn in diesem Moment nicht bald Nahrung den Weg in die hungrigen Mäuler findet, muss man sich als Küchenteam auf eine Welle der Entrüstung gefasst machen.

Gute Vorbereitung hilft, solch ein Debakel zu vermeiden. Kochen für rund 240 Leute und das draussen und ohne Elektrizität. Ein Fall für die erfahrenen Lagerköche Stephanie Bernet, Corinne Hasler und Joël Hasler. Die Küchenchefs des diesjährigen Pfingstlagers der Aargauer Jungscharen der Evangelisch Methodistischen Kirche (JEMK) waren sich der Schwierigkeit der Aufgabe bewusst und überlegten sich früh vor dem Lager, wie man die Herausforderung bewältigen kann. Eines war klar: Grosse Geräte sind der Schlüssel zum Erfolg. Bei einem Bekannten durften die Köche Material aus den Beständen des Zivilschutzes ausleihen, darunter waren drei mit Feuer betriebene Feldkocher, sogenannte Gulaschkanonen.

Gut ausgerüstet und mit Einkäufen im Wert von knapp 4000 Franken im Gepäck, ging es ins Lager.

Am Freitag zum Nachtessen und am Samstagmittag waren noch nicht alle Lagerteilnehmer, sondern erst 30 Helfer da. Das Küchenteam bestand die Testphase mit einem Spaghetti-Plausch, am Samstag zum Zmittag gabs Pizza Calzone vom Grill. Am Samstagnachmittag strömten dann die Jungscharen Kyburg (Aarau), Polar (Muhen), PYR (Bottenwil) und Robi (Rupperswil) und vier weitere Gruppen nach Staffelbach und es galt ernst.

Das Menü: selbstgemachte Spätzli mit Schweinsgeschnetzeltem. Auf zwei grossen Feuern wurde 23 Kilo Fleisch in Gusseisenpfannen angebraten. Eine Höllenhitze für die Helfer, die am Feuer das Fleisch unter heftigen Gezische anbrieten. Erschwerend war, dass der Wind die Wärme immer wieder in eine andere Richtung wehte und so wurde man immer wieder von Hitzeschwaden überrascht. «Jetzt brauche ich dringend einen Schluck Eistee», sagte Joël Hasler nach einer Anbrate-Phase. Das Beste aus der Küche waren aber die Spätzli. Die Teigwaren plumpsten in rauen Mengen in die grossen Gulaschkanonen und nach gut einer Stunde waren 30 Kilo Teig zubereitet und in Wärmebehältern bereit für hungrige Mäuler.

Abends stürmten die Kinder hungrig zum Essplatz. Das Essen stand bereit und die Küchencrew schaute den Jungschärlern mit teigigen Händen beim Essen zu. Der Hunger war gestillt.