Unterkulm

Gaffen ist ausdrücklich erlaubt

Das gab es in der Region noch nie: Am kommenden Samstag treten alle Blaulichtorganisationen aus dem Tal gemeinsam auf.

Rahel Plüss
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Am Rescue-Day in Unterkulm proben am kommenden Samstag Feuerwehr, Polizei, Zivilschutz und andere Rettungsorganisationen gemeinsam den Ernstfall.

Am Rescue-Day in Unterkulm proben am kommenden Samstag Feuerwehr, Polizei, Zivilschutz und andere Rettungsorganisationen gemeinsam den Ernstfall.

zvg

Auf 2000 bis 3000 Personen stellt man sich am nächsten Samstag in Unterkulm ein: Schaulustige, Interessierte, die einmal alle Blaulichtorganisationen der Region zusammen im Einsatz sehen wollen – und dies, ohne als Gaffer abgestempelt zu werden. Doch der Grossanlass, bei dem unter anderem die Feuerwehr, die Regional- und die Kantonspolizei, der Touring Club Schweiz, die Rettungsmannschaft des Spitals Menziken, der Samariterverein oder der Zivilschutz mitmachen, soll mehr sein als nur eine Leistungsschau. «Dieser Tag bietet den beteiligten Rettungskräften die Möglichkeit, wieder einmal zusammen zu arbeiten», sagt OK-Präsident Florian Gurtner, Mitglied der Feuerwehr Mittleres Wynental. «Durch gezielte Übungen können wir die gemeinsame Praxis für den Ernstfall proben.» Eine solche Gelegenheit ergebe sich im Alltag selten. «In dem Sinn», sagt Gurtner, «ist der Tag auch für uns bedeutend für die künftige Zusammenarbeit.»

Die Besucherinnen und Besucher sollen Einblick in die Arbeitsweise der einzelnen Organisationen erhalten, sich über mögliche Gefahren oder die richtige Verhaltensweise in Notsituationen informieren können. Wie sieht ein Ambulanzfahrzeug von innen aus? Was kann der Rettungshelikopter des TCS? Vieles kann nicht nur betrachtet, sondern auch am eigenen Leib ausgetestet werden: Zum Beispiel, wie es sich anfühlt, in einem rauchgefüllten Gebäude umherzuirren oder einmal zuoberst auf der Autodrehleiter zu stehen. Die Rettungspioniere demonstrieren, wie eine eingeklemmte Person aus einem Unfallauto befreit wird.

Nicht zuletzt erhoffen sich die Organisationen, dass sie mit dem Anlass auch künftige Neumitglieder anwerben können. «Wir haben in den vergangenen Jahren immer knapp den Sollbestand erfüllt», sagt Gurtner zur Mitgliedersituation der Feuerwehr Mittleres Wynental. Natürlich sei es auch Ziel dieses Anlasses, potenzielle Neumitglieder anzusprechen und für die Arbeit der Feuerwehr gluschtig zu machen.

Einen solch grossen Anlass haben die Verantwortlichen noch nie zuvor durchgeführt. Entsprechend fehlen die Erfahrungswerte. Die Organisationen arbeiten allesamt unentgeltlich, die Verkaufsstände, Bars und Cafés auf eigenes Risiko. Dennoch geht das Budget von Ausgaben in der Höhe von 18 000 Franken aus. Grosse Kostenfaktoren sind gemäss OK-Präsident vor allem das Abendprogramm mit den zwei Live-Bands in der Eventhalle sowie die Ausgaben für die Werbung. Eine eigens für den Anlass erstellte Homepage enthält Hintergrundinformationen und Details zum Tagesprogramm.