Gontenschwil
Fussballer machen den Senioren seit 50 Jahren eine Advents-Freude

Die Spieler des FC Gontenschwil binden seit 50 Jahren Adventskränze für die ü75-Jährigen im Dorf.

Sibylle Haltiner
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Der FC Gontenschwil windet seit 50 Jahren Kränze für die Senioren im Dorf.
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Über 140 Adventskränze stehen in der Löwenscheune und sind bereit für die Verteilaktion.
Anna Nyffeler freut sich über den Kranz, den sie von Beat Steiner (links) und Roli Sollberger erhält. Macht weiter so, ermuntert sie die Fussballer.
Rosmarie Wälti freut sich, dass die Fussballer an die älteren Leute denken.
Beat Steiner (links) und Roli Sollberger bringen Elisabeth Speck einen Kranz. Er ist schön wie jedes Jahr, sagt die 81-Jährige.
Mitglieder des FC Gontenschwil verteilen die Kränze. Heiri Steiner, 3. von rechts, ist der Vater der Aktion. Beat Steiner, Mitte, hilft bei der Organisation.
Hanna Fehlmann wird den Kranz, den sie von Roli Sollberger erhält, in der Stube aufstellen.

Der FC Gontenschwil windet seit 50 Jahren Kränze für die Senioren im Dorf.

Sibylle Haltiner

Rund 5200 Adventskränze haben sie gebunden, ebenso viele Föhrenzapfen und Schleifen daran befestigt, Befestigungsdrähte in mehr als 20 000 Kerzen gestossen: Seit 50 Jahren winden die Mitglieder des FC Gontenschwil für die Seniorinnen und Senioren im Dorf Adventskränze. Angefangen hat alles mit Heiri Steiner. Der unterdessen 77-Jährige rief damals die Adventsaktion ins Leben und hat den Brauch bis heute aufrechterhalten. So wurden am Samstag zum 50. Mal Kränze verteilt, die Zahl ist von anfangs 80 auf heute über 140 Stück gewachsen.

Mit der Vorarbeit haben die Gontenschwiler Fussballer bereits eine Woche vorher begonnen. Beim Brünnelichrüz, wo das Forstamt einige Weisstannen gefällt hatte, schnitten sie die Äste. Am Dienstag wanden die B-Junioren die Weidenkränze und am Mittwoch startete die Kranzproduktion im Löwensaal. «Früher hat jeder einen ganzen Kranz selbst gefertigt, heute haben wir eine Produktionsstrasse», erzählte Beat Steiner, der Heiri Steiner seit einigen Jahren bei der Organisation unterstützt. Trotz dem gleichen Nachnamen sind die beiden nicht miteinander verwandt. «Wir haben mehrere Teams für die verschiedenen Arbeiten und sogar eine Qualitätskontrolle.»

Von der Gemeindeverwaltung erhalten sie Organisatoren jeweils eine Liste der Einwohnerinnen und Einwohner, die über 75 Jahre alt sind. «Früher gab es immer dieselbe Liste, die von Hand aktualisiert wurde», erzählte Heiri Steiner. «Mit der Zeit war sie dann fast nicht mehr lesbar.» Heute erhält er einen Computerausdruck.

Am Samstagvormittag wurden die Adventskränze zum 50. Mal verteilt, sechs Teams waren unterwegs. Heiri Steiner brachte je einen grösseren Kranz in die Alterszentren der Umgebung und ins Spital Menziken. Beat Steiner ging zusammen mit Roli Sollberger auf Tour und freute sich über die glücklichen Gesichter der Beschenkten. «Schön, dass man an die älteren Leute denkt, das kommt nicht oft vor», sagte Rosmarie Wälti fröhlich und lobte: «Der Kranz ist sehr schön gemacht und kreativ.» Auch Hanna Fehlmann freute sich über den Adventskranz und wird ihn in der Stube aufstellen. «Ich gehe nie aus dem Zimmer, wenn die Kerzen brennen», betonte sie. Anna Nyffeler staunte, dass der FC immer genug Leute zusammenbringt, um die Kränze zu fertigen. «Macht weiter so!», ermunterte sie die beiden Überbringer.

Beat Steiner und Roli Sollberger haben bereits als Junioren beim Chränzle geholfen. Heute motiviert sie besonders die Freude der Beschenkten. Auch Elisabeth Speck bedankte sich glücklich. «Ich finde das wunderbar und der Kranz ist schön wie jedes Jahr», sagte die 81-Jährige.

Sind denn nun alle Gontenschwiler Fussballspieler Profis im Chränzle? «Für mich privat binde ich keinen Adventskranz», erklärte Beat Steiner. «Und Heiri Steiner, der Vater unserer Adventsaktion, hat in seinem ganzen Leben noch nie selbst einen Kranz gebunden.»