Menziken

Diese Hausärztin hat erst begonnen und ist schon ausgebucht

Längst wird in der Region gegen den Hausärztemangel gekämpft: Diese Woche startete Hausärztin Irina Bichmann in der Praxis am Spital Menziken – und sie wird überrannt.

Rahel Plüss
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Allgemeinmedizinerin Irina Bichmann hat die Praxis vorderhand im Anstellungsverhältnis mit dem Spital übernommen. Rahel Plüss

Allgemeinmedizinerin Irina Bichmann hat die Praxis vorderhand im Anstellungsverhältnis mit dem Spital übernommen. Rahel Plüss

Rahel Plüss

Freitagmorgen in der neuen Hausarztpraxis am Asana Spital Menziken. Das Telefon läuft heiss, im Wartezimmer sitzen zwei Notfallpatienten.

Die Allgemeinmedizinerin Irina Bichmann hat erst am Montag ihren Dienst aufgenommen. Noch sind die Räume im Erdgeschoss des Personalhauses provisorisch eingerichtet, trotzdem ist der Terminkalender der Ärztin gut gefüllt. Keine Frage, die Idee von einer Hausarztpraxis im Spital kommt gut an.

Besorgte Patienten meldeten sich

Vielleicht hatten die Worte des Ärzteverbandspräsidenten etwas bewirkt, mit Sicherheit hatten noch andere diese Idee.

«Der Wunsch nach einer Hausarztpraxis wurde von verschiedenen Seiten an uns herangetragen», sagt Daniel Schibler, Direktor des Asana Spitals Menziken.

«Besorgte Patienten haben sich an ihre Gemeinde, an Belegärzte oder direkt uns gewandt und gefragt, ob das Spital nicht etwas tun könne, um die Versorgung sicherzustellen», so der Direktor weiter.

Das Spital konnte etwas tun – wenn auch vorerst mit einer provisorischen Lösung. Die Ärztin Irina Bichmann hat die Praxis vorübergehend im Anstellungsverhältnis mit dem Spital übernommen.

Im Juni eröffnet das Xundheitszentrum Beromünter/Menziken in neuen Räumlichkeiten am Spital eine Praxis, in der Irina Bichmann als Teil des neuen Grundversorger-Teams weiterbeschäftigt wird.

Das Asana Spital tritt alsdann nur noch als Vermieter auf, hat aber klare Vorstellungen, was in den Räumen passieren soll: «Es ist unsere Absicht, die Kontinuität in der Grundversorgung der Region zu erhalten», sagt Schibler.

Die Praxisorganisation und Ausgestaltung des Angebots sei aber Sache des Xundheitszentrums, da mischte sich das Spital nicht ein.

Es sei durchaus denkbar, dass die Hausärzte später gewisse Bereiche des Spitals mitbenutzten, konkrete Leistungsvereinbarungen seien aber noch keine getroffen worden.

Das Spital profitiert von der neuen Hausarztpraxis nicht nur, weil es Infrastruktur vermieten oder allenfalls gewisse Leistungen verkaufen kann.

«Hausärzte sind auch wichtige Partner für uns, einerseits als Garanten für die Grundversorgung, aber auch, wenn es um die Zuweisung von Patienten an Spezialisten geht», sagt Direktor Schibler.

Das sei ein wichtiges Zusammenspiel. «Deshalb sind wir sehr daran interessiert, dass die hausärztliche Versorgung in der Region intakt und gewährleistet ist.»