Menziken

Diese beiden Kandidaten machen die Gemeinderatswahl spannend

Am Sonntag geht es darum, ob die SVP Andreas Mäder in den Gemeinderat bringt. Sollte er gewählt werden, könnte dies auch Auswirkungen haben auf die Wahl des neuen Gemeindeammanns im Herbst.

Rahel Plüss und Urs Helbling
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Von links nach rechts: Andreas Mäder (60, SVP) und Ralf Weber (26, FDP)

Von links nach rechts: Andreas Mäder (60, SVP) und Ralf Weber (26, FDP)

ZVG

Selten hat es in Menziken eine so spannende Gemeinderatswahl gegeben, wie diejenige vom kommenden Sonntag. Der junge FDP-Kandidat Ralf Weber (26) und der 60-jährige Andreas Mäder (SVP) treten gegeneinander an.

Ralf Weber hat die Wahl im ersten Durchgang haarscharf verpasst. Ihm fehlten lediglich fünf Stimmen für das absolute Mehr. Bei 738 eingelegten gültigen Stimmen machte er deren 365.

Die SVP hat auf Webers Kandidatur – die das Dorf offensichtlich zu polarisieren vermochte – mit der Nomination des populären, ehemaligen «Homberg»-Wirts Andreas (Res) Mäder reagiert. Sein Name war im ersten Wahlgang schon auf 27 Stimmzetteln aufgetaucht, obwohl er sich gar nicht als Kandidat angemeldet hatte.

Sollte Res Mäder am Sonntag mit einem Glanzresultat gewählt werden, könnte dies auch Auswirkungen haben auf die Wahl des neuen Gemeindeammanns im Herbst. Die parteilose Annette Heuberger (56, ehemals LdU) tritt nach 16 Jahren im Gemeinderat, davon 12 Jahre als Ammann, bei den Gesamterneuerungswahlen nicht mehr an.

Von den vier Bisherigen scheidet Jürg Rubin (FDP) per sofort aus – sein Nachfolger wird am Sonntag gewählt. Im Herbst ebenfalls nicht wieder antreten will Ulrich Rindlisbacher (SVP), jedenfalls «wenn der zweite SVP-Sitz gesichert ist», wie er auf Anfrage sagt.

Ambitionen aufs Ammann-Amt

Die übrigen zwei, das sind Vizeammann Alfred Merz (SP) und Gemeinderat Hans Heinrich Leuzinger (SVP), haben beide Ambitionen für das Amt des Gemeindeammanns, wie die az weiss. Zu diesem Interessenten-Duo könnte durchaus auch Res Mäder stossen, sollte er am Wochenende gewählt werden und den Popularitätstest mit einem überdurchschnittlichen Wahlresultat bestehen. Konkret hat er sich dazu zwar noch nicht geäussert, aber er brächte gute Voraussetzungen mit. Als Frühpensionär hat Mäder jetzt nämlich Zeit für ein solches Amt. Das hatte er jedenfalls als Argument für die kommende Gemeinderatswahl ins Feld geführt. Zwar führe er noch ein Catering-Unternehmen, aber das lasse sich sicher mit der Gemeinderatstätigkeit vereinbaren.

Newcomer braucht die Jungen

Ralf Weber hatte gleich nach dem ersten Wahlgang verkündet, er lasse sich jetzt nicht entmutigen und trete noch einmal an. Der Jungunternehmer, der Anfang Jahr mit seiner eigenen Firma «Modern Swiss Generalunternehmung» in Reinach gestartet ist, will vor allem die die Jungen für die Politik motivieren und an die Urne locken. Es ist ihm ein Anliegen «Menziken mit der Zeit gehen zu lassen», wie er sagte, «um die Gemeinde weiter attraktiv zu machen – sowohl für auswärtige wie auch für ortsansässige Arbeitnehmer, für Investoren, aber auch für die Bürger.»

Nach dem ersten Wahlgang hatte er gesagt, er habe es nicht geschafft, die junge Wählerschaft – nicht zuletzt auch aus seinem persönlichen Umfeld – genügend zu mobilisieren. Ob ihm dies jetzt besser gelingt und er sich als Newcomer mit Visionen gegen den bestens verankerten bürgerlichen Kandidaten durchsetzen kann, wird sich am Sonntag zeigen.