Fasnacht
Die kleinste Guggenmusik der Schweiz ist aus dem Vaterschaftsurlaub zurück

Nach sechs Jahren Pause sind die Sohretaler Chummerbueben wieder im Fasnachtsfieber. An den Umzügen der 6-Mann-Guggenmusik sind nun auch die Kinder dabei. Selbstverständlich im gleichen Flammen-Gewand wie die Väter. Denn : «Es brönnt wider.»

Peter Weingartner
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Zwei grössere Hörner für die Bassstimmen, zwei Trompeten für die Melodielinien und zwei Perkussionistende, das sind die Chummerbuebe.WPO

Zwei grössere Hörner für die Bassstimmen, zwei Trompeten für die Melodielinien und zwei Perkussionistende, das sind die Chummerbuebe.WPO

Reunion? Revival? Comeback? Die Sohretaler Chommerbuebe Leerb mögens lieber mundartlich: „Es brönnt wider, das Fasnachtsfieber.“ Nach sechs Jahren Vaterschaftsurlaub, wie Präsident Patrick Gugelmann aus Kirchleerau meint, sind sie wieder da. Und zwar sechs Mann stark, im Alter zwischen 27 und 39 Jahren. Zwei grössere Hörner für die Bassstimmen, zwei Trompeten für die Melodielinien und zwei Perkussionisten: Da brauchts jeden.

«Machen wir noch Nena», sagt Reto Burkart aus Nebikon. Der ehemalige Musikant in einer Blasmusik ist vom Fach, hat die Noten, ist der musikalische Leiter der Gruppe. Er arrangiert, modifiziert, gibt den Ton an, wenns ums Musikalische geht. Nena? «99 Luftballons» natürlich, und die Post geht gehörig ab im Probelokal unter dem Werkhof Leerau, das die Guugger dank dem ehemaligen Feuerwehrkommandanten gratis benützen dürfen. Es ist Montagabend, 22.05 Uhr, letzte Probe vor dem ersten Auftritt am Samstag, 19. Januar in Mollis, Kanton Glarus. Profi Tobias Zwahlen am Schlagzeug aus Moosleerau – er ist in der Ausbildung zum Musiklehrer für Schlagzeug und Klavier – und Paukist Patrick Gugelmann hängen noch «Apache» an. Schweisstreibend.

Das mit dem Vaterschaftsurlaub ist kein Witz. Drei der sechs Herren haben inzwischen zusammen sechs Kinder. «An den Umzügen in Triengen, Altishofen und Zofingen tragen die Kinder die gleichen Kostüme wie wir», sagt Gugelmann. Ein schwarzes Grundgewand mit roten, orangen und gelben Flammen. Mottogetreu. Eine Schneiderin und Bäuerin aus dem Luzernischen näht die Kleider. «Wir habens auch schon selber versucht», sagt Roger Hunziker aus Schöftland. Dabei musste Mutters Nähmaschine dran glauben.

Die Sohretaler Chommerbuebe setzen auf Ohrwürmer, die jeder kennt, auf tanzbare Musik. Da haben Schlager Platz ebenso wie Polo Hofers Alperose und The Eye of the Tiger. Und die Grösse der Combo hat neben wenigen Nachteilen – ein Ausfall liegt nicht drin; nicht alles ist spielbar – entscheidende Vorteile. Sechs Personen finden eher Platz in einer Beiz als Formationen mit 30 Personen. In einem VW-Bus kommen alle Spieler samt Instrumenten unter. Das Angewiesensein auf jeden einzelnen fördert den Zusammenhalt. Man spürt: Es brennt wieder bei den Leerbern.

Seit Oktober proben sie wöchentlich für die Auftritte im Glarnerland, in der Innerschweiz, im Berner Oberland und im Aargau. Am Fasnachtsmontag spielen sie in den Schulen Kirchleerau und Moosleerau. Und auch im Freiamt treten sie auf, in Bünzen und Künten.

Wer Genaueres erfahren will, besuche die Seite www.facebook.com/sohretalerchommerbuebeleerb